Weiter Ärger um Pius-Brüder: Ermittlungen dauern an

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Bischof Richard Williamson

Regensburg - Die umstrittene Pius-Bruderschaft sorgt in der katholischen Kirche in Deutschland weiter für Ärger.

Ungeachtet der Kritik von Vertretern der Amtskirche will die ultrakonservative Bruderschaft in ihrem Priesterseminar Zaitzkofen bei Regensburg demnächst drei Diakone und drei Priester weihen. Unterdessen dauern die strafrechtlichen Ermittlungen wegen Volksverhetzung gegen Bischof Richard Williamson von der Bruderschaft weiter an. Ein Ende der Untersuchungen ist nach Angaben der Regensburger Staatsanwaltschaft vom Montag noch nicht abzusehen.

Mit einem Gebetbuch in der Hand sitzt ein Mann am Sonntag in Fulda in einer Kirchenbank vor dem Altar der neu eingeweihten Kapelle der Priesterbruderschaft St. Pius.

Erst am Samstag hatte die Bruderschaft mit der Weihe einer Kapelle in Fulda die Vertreter des dortigen Bistums provoziert. Ortsbischof Heinz Josef Algermissen hatte die Weihe ausdrücklich untersagt. "Die Uneinsichtigkeit der Bruderschaft zeigt sich auch im Festhalten an den geplanten Priesterweihen in Zaitzkofen Ende des Monats", kritisierte Algermissen. Die Bruderschaft weist dies auf ihrer Internetseite zurück. Offensichtlich strebten einige deutsche Bischöfe an, "die Bruderschaft in ihrem täglichen Leben abzuwürgen", heißt es dort in einer Erklärung.

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Pius-Bruderschaft: Papst gibt Fehler zu

Holocaust-Leugner Williamson droht Klage

Die Bruderschaft will am 27. Juni drei Männer aus der Schweiz, Polen und Schweden im Alter von 26 bis 30 Jahren zu Priestern weihen. Der Regensburger Bischof Gerhard Ludwig Müller hatte schon vor Monaten weitere Weihen in dem Priesterseminar der Bruderschaft verboten. Müller hat sich deswegen auch an den Vatikan gewandt. Dem Bayerischen Rundfunk sagte der Regensburger Oberhirte, dass er bislang aber keine Antwort aus Rom erhalten habe. Wie das Bistum nun mit den angekündigten Priesterweihen weiter umgehen wird, ist unklar. Das Ordinariat in Regensburg war am Montag zu einer Stellungnahme nicht bereit.

In Zaitzkofen hatte der britische Bischof Williamson im vergangenen Jahr die Ermordung von sechs Millionen Juden in den Gaskammern bestritten und nur eine geringere Zahl von Opfern in den Konzentrationslagern der Nazis eingeräumt. Wegen der Aussagen, die er in einem Interview eines schwedischen TV-Reporters gemacht hatte, ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

Seit mehreren Wochen läuft ein Rechtshilfeersuchen an Schweden, um den Journalisten dort als Zeugen zu vernehmen. Wann es eine Antwort aus Schweden gebe, sei noch unklar, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Günther Ruckdäschel. "Rechtshilfeersuchen dauern meistens schon ein bisschen."

Im Januar hatte der Papst die Exkommunikation von Williamson und drei anderen Bischöfen der umstrittenen Traditionalistenbruderschaft zurückgenommen. Dies hatte wegen der Holocaust-Leugnung des Bischofs, die dem Papst zu dem Zeitpunkt allerdings nicht bekannt war, eine weltweite Welle der Empörung ausgelöst. ÄStaatsanwaltschaftÜ: Kumpfmühler Straße 4, Regensburg ÄPriesterseminarÜ: Zaitzkofen 15, Schierling dpa rv yyby jus

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