Wirbel um Burger

Das sagt Lidl zum Pferdefleisch-Skandal

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Wie kam das Pferdefleisch in die Frikadellen irischer und britischer Supermärkte? (Symbolbild)

Luxemburg - Während das Ausmaß des europaweiten Betrugs mit als Rindfleisch deklariertem Pferdefleisch noch völlig unklar ist, äußert sich Lidl Deutschland zu seinen Lieferanten.

Die Behörden in Frankreich und anderen EU-Staaten wissen bisher nicht, seit wann und in welchem Umfang Pferdefleisch als Rindfleisch verkauft wurde. „Das kann man nur sehr schwer feststellen“, sagte der Leiter der luxemburgischen Veterinärinspektion, Felix Wildschütz, am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Vor allem in Frankreich suchten die Behörden ältere Lagerbestände von Tiefkühlkost, um Proben zu entnehmen und auch die möglicherweise verwendeten Mengen von Pferdefleisch abschätzen zu können.

Wildschütz bestätigte, das in Capellen (Luxemburg) ansässige Unternehmen Tavola habe das Pferdefleisch verarbeitet. Nach bisherigen Feststellungen seiner Behörden kämen „etwa 20 Tonnen in Frage“. Tavola sei Opfer eines Betruges geworden: „Das Unternehmen hat Rindfleisch bestellt. Und es hat gefrorene Fleischblöcke erhalten, die als Rindfleisch gekennzeichnet waren.“ Das luxemburgische Unternehmen stellte mit dem Fleisch unter anderem Lasagne- und Moussaka-Fertiggerichte her, die dann unter dem Namen großer Marken in den Handel kamen.

Die als Rindfleisch-Frikadellen gekennzeichneten Burger wurden unter anderem bei den Discountern Aldi und Lidl in Großbritannien und Irland verkauft, wie die irische Lebensmittelaufsicht FSAI am Dienstagabend mitteilte. Sprecher von Lidl und Aldi in Deutschland versicherten, dass Produkte in Deutschland nicht betroffen seien.

Pferdefleisch für Lidl in Deutschland kein Thema

Pferdefleisch ist beim Discounter Lidl in Deutschland kein Thema. Lidl Deutschland beobachte die Situation aber sehr aufmerksam, teilte eine Unternehmenssprecherin am Montag in Neckarsulm mit. „Lidl Deutschland arbeitet mit keinem der aktuell in der Berichterstattung genannten Lieferanten zusammen“, betonte der Discounter. Auch sonst gebe es in den deutschen Filialen keine Produkte aus Pferdefleisch.

Pferdefleisch-Skandal: Rumäniens Premier beschuldigt Frankreich

Unterdessen hat Rumäniens Ministerpräsident Victor Ponta die Schuldigen in Frankreich ausgemacht. Dies sagte Ponta am Montag kurz vor einem Besuch im Landwirtschaftsministerium in Bukarest, wo er über den Skandal beraten wollte, wie die rumänische Nachrichtenagentur Mediafax berichtete. Das fälschlich als Rind deklarierte Pferdefleisch in Lasagne-Gerichten in Großbritannien soll laut Berichten aus London aus Rumänien stammen.

Es fehle gerade noch, „dass unsere Produzenten, vor allem jene für Fleisch, an den Pranger gestellt werden, weil jemand in Frankreich die Daten über die Herkunft verändert hat“, sagte Ponta. „Wir müssen uns um etwas sehr Wichtiges kümmern, nämlich darum, ob wir zulassen, dass Rumänien die Schuld an einem Konflikt zwischen Großbritannien und Frankreich zugeschoben wird.“

dpa

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