Peta stellt Strafanzeigen gegen Mastputenbetrieb

Cloppenburg - Die Tierrechtsorganisation Peta hat Strafanzeigen wegen Tierquälerei und Verbrauchertäuschung gegen die niedersächsische Mastputenindustrie gestellt.

Konkret richten sich die Vorwürfe gegen einen Familienbetrieb aus Emstek bei Cloppenburg, der für den europaweit tätigen Mästerkreis Heidemark produziert.

Sechs Monate lang hat Peta heimlich in Ställen teils schockierende Filmaufnahmen gemacht, die tote, verendende und verstümmelte Puten zeigen. Die Anzeigen richten sich auch gegen das Cloppenburger Veterinäramt und den zuständigen Amtstierarzt und wurden am Samstag an die Staatsanwaltschaft Oldenburg übermittelt. “Die Agrarindustrie in Niedersachsen ist organisierte Kriminalität“, sagte Peta-Experte Edmund Haferbeck am Montag in Hannover.

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Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium erbat am Montag zeitnahe Informationen zu dem “Einzelfall“, hieß es dort. Mehr könne derzeit nicht gesagt werden, auch seien bis dato keine weiteren Schritte geplant. Zuständig seien jetzt der Landkreis und die Staatsanwaltschaft. “Das müssen wir abwarten“, sagte eine Sprecherin. Der Landkreis und der Mästerkreis Heidemark waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Schon im vergangenen Jahr hatte Peta mit Vorwürfen von Tierquälerei in Mast- und Brutbetrieben für politischen Wirbel in Niedersachsen gesorgt. Die damalige Agrarministerin Astrid Grotelüschen (CDU) musste ihr Amt nach nur acht Monaten wegen ihrer familiären Beziehung zu einer Mastkükenbrüterei niederlegen. Nachfolger wurde ihr Parteifreund Gert Lindemann.

dpa

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