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Perseiden im August 2022: Wann die Sternschnuppen am Nachthimmel funkeln

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Von: Carolin Gehrmann, Patrick Klapetz

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Sternschnuppen erzeugen Leuchtspuren am Himmel – ein beeindruckender Anblick am Nachthimmel.
Sternschnuppen erzeugen Leuchtspuren am Himmel – ein beeindruckender Anblick am Nachthimmel. © imago/Sylvio Dittrich

Sternschnuppen gehören auch in diesem Sommer zu den Höhepunkten am Nachthimmel. Die Perseiden sorgen im August 2022 wieder für Begeisterung bei Sternguckern. Wo sie besonders gut zu sehen sind.

Bremen – Die Perseiden im August 2022 gehören zu den astronomischen Highlights in diesem Sommer. Wie in jedem Jahr lockt das Spektakel viele Sternenbegeisterte nach draußen: laue Nächte und oft klarer sommerlicher Nachthimmel laden dazu ein, Sterne, Planeten und andere astronomische Ereignisse zu beobachten – im eigenen Garten oder bei einem nächtlichen Ausflug. Wo ist der Leuchtregen am besten zu sehen? Und woher stammt überhaupt der klangvolle Name Perseiden?

Die ersten Sternschnuppen ließen sich 2022 schon im Juli am Firmament bestaunen. Welche Sternschnuppenschauer kann man aber in den warmen Sommernächten, die noch vor uns liegen, am Himmel sehen? Und in welche Himmelsrichtung muss man dabei schauen? Alles Wichtige zum Sternschnuppen-Highlight im August 2022: die Perseiden.

Sternschnuppen: Perseiden tummeln sich am sommerlichen Nachthimmel – Höhepunkt im August 2022

Die Perseiden im August 2022 gehören zu den stärksten und bekanntesten Sternschnuppenregen des Jahres und sind auch in diesem August wieder am Nachthimmel zu sehen. Am Dienstag, den 9. August, geht es los: Ein Blick in den Nachthimmel kann sich ab jetzt also lohnen – und das nicht nur wegen des spektakulären Anblicks, sondern auch, weil man bekanntermaßen bei der Sichtung einer Sternschnuppe einen Wunsch frei hat. Den sollte man allerdings für sich behalten – so der Aberglaube.

Perseiden im August 2022: Um welche Uhrzeit sind die Sternschnuppen am besten zu beobachten?

Zu den organisatorischen Fakten: Die besten Chancen, die nächtlichen Himmelslichter zu sichten, hat man vom 9. bis zum 13. August. Am höchsten ist die Wahrscheinlichkeit in der Nacht vom 12. auf den 13. August. Zwischen 22 und 4 Uhr könnten bis zu 100 vorbeifliegende Sternschnuppen zu sehen sein.

Die richtige Uhrzeit ist entscheidend, wenn man beim Beobachten der Perseiden erfolgreich sein will: Ideale Sicht hat man erst nach Mitternacht, zwischen 2 und 4 Uhr morgens. Es lohnt sich also, länger aufzubleiben oder sich den Wecker rechtzeitig für das Spektakel zu stellen – je nachdem.

Der Vollmond im August 2022 strahlt sehr hell – Sicht auf Perseiden durch Supermond eingeschränkt

Neben der Uhrzeit sollte man auch beachten, von wo aus man sich den Sternschnuppenschauer ansieht. Generell könnte die Sicht in der Stadt durch die vielen künstlichen Lichtquellen eingeschränkt sein. Wer auf dem Land lebt oder die Möglichkeit hat, einen nächtlichen Ausflug an einen Ort abseits von künstlicher Beleuchtung zu machen, dürfte mehr Glück haben – vorausgesetzt, der Himmel ist klar und es legt sich kein Wolkenschleier über den Nachthimmel, der die Sicht auf die Sternschnuppen erschwert.

In diesem Jahr kommt auch noch eine weitere Besonderheit hinzu, die den Sehgenuss einschränken könnte: Zeitgleich mit dem Sternschnuppenschauer der Perseiden wird ein besonders heller Vollmond am Himmel zu sehen sein – der Supermond 2022 sorge in diesem Jahr mit seinem Anblick schon für viel Begeisterung. Doch den Perseidenschauer könnte er jetzt mit seinem hellen Licht überstrahlen und die Sicht darauf erschweren.

Ausgerechnet am Freitag, den 12. August, um 3:36 Uhr soll er am hellsten strahlen, genau dann, wenn der Perseidenschauer auch seinen Höhepunkt hat. Es werden für Amateur-Sternegucker wohl nur die hellsten Exemplare am Himmel zu sehen sein, so die Vereinigung der Sternfreunde in Deutschland gegenüber der Deutschen Presseagentur.

In welche Himmelsrichtung muss man schauen für den besten Blick auf die Perseiden?

Wer sich vom Supermond oder der eigenen Müdigkeit trotzdem nicht abhalten lassen will, die Perseiden zu beobachten, sollte seinen Blick in Richtung Osten oder Nordosten auf den Nachthimmel richten. Denn dort geht das Sternbild Perseus auf, von dem sich der Name Perseiden ableitet. Das Sternbild Perseus liegt oberhalb des bekannten Großen Wagens. Verlängert man dessen Achse zehnmal nach oben, kommt man zum Sternbild Kassiopeia. Rechts daneben liegt Perseus am Himmel, wie der NDR schreibt.

Weil die Erde jedes Jahr um diese Zeit die Bahn des Kometen 109P/Swift-Tuttle kreuzt, kommt es zu den hellen Himmelsphänomenen. Denn dann fallen große Mengen an Trümmern des Kometen in die Erdatmosphäre und verglühen. Niemals sonst im Jahresverlauf lässt sich eine so große Menge Sternschnuppen beobachten.

Woher die Perseiden ihren Namen haben

Erstmals schriftlich erwähnt wurden die Perseiden im Jahr 1762 in Europa. Auch da wurden sie schon so bezeichnet – in Anlehnung an das Sternbild Perseus. Doch der Meteorstrom hat noch einen weiteren Namen: Tränen des Laurentius. Diese poetische Bezeichnung kommt daher, dass der Sternschnuppenschauer jedes Jahr um den 10. August herum auftritt – dem Namenstag des Märtyrers Laurentius, dem Schutzpatron der Berufsgruppen, die mit offenem Feuer arbeiten.

Um welche Uhrzeit sind die Perseiden zu sehen?

Die beste Beobachtungszeit, um die Perseiden im August zu sehen, liegt zwischen etwa 2:00 und 4:00 Uhr, wenn Kassiopeia fast im Zenit steht und Perseus im Osten rund 20° tiefer. In dieser Zeitspanne sind die meisten Sternschnuppen der Perseiden zu sehen, weil ihr Radiant am Sternhimmel in Bewegungsrichtung der Erde liegt (sie also direkt in den Sternschnuppenschauer der Perseiden läuft).

Wo kann man die Perseiden am besten sehen?

Da die Perseiden auf der Nordhalbkugel besonders gut zu sehen sind, hat man in den deutschsprachigen und anderen mitteleuropäischen Ländern je nach Wetterlage gute Chancen, den Sternschnuppenschauer zu sehen. In Norddeutschland dürften die Bedingungen also gut sein. Je weiter man sich von künstlichen Lichtquellen fernhält, desto besser. Wer jetzt spontan ist und eine nächtliche Spritztour aufs Land einlegen kann, dürfte Glück haben. Am besten schon mal ein paar Wünsche notieren – und los geht‘s!

Perseiden im August 2022: Weitere Sternschnuppen im August zu sehen

Die Perseiden im August 2022 sind aber nicht die einzigen Sternschnuppen im Sommer: Die ersten Sternschnuppen sind die Delta-Aquariiden oder auch Juli-Aquariiden genannt. Ab dem 12. Juli erscheinen die ersten Sternschnuppen der Delta-Aquariiden in südlicher Himmelsrichtung. Am 30. Juli 2022 erreichen die Delta-Aquariiden ihren Höhepunkt mit bis zu 25 Sternschnuppen pro Stunde. 

Doch das Maximum der zenitalen stündlichen Rate (engl. Zenithal Hourly Rate; kurz: ZHR) von Sternschnuppen-Strömen wird nur bei idealen Bedingungen erreicht – und die herrschen meistens nicht. Die Faustregel besagt: Die Hälfte der angegebenen ZHR ist ein guter Richtwert, wenn man wissen will, wie viele Sternschnuppen man pro Stunde tatsächlich beobachten kann.

Die wichtigsten Infos zu Sternschnuppen

Was ist eine Sternschnuppe?

Was wir am Himmel als Sternschnuppen sehen, ist nichts anderes als Staub und kleine Gesteinskörner. Diese kleinen Teilchen stammen von anderen Himmelskörpern wie Asteroiden, Kometen und Meteore. Wenn sich diese auf ihrer Umlaufbahn der Sonne annähern, verlieren sie kleine Steine und Staubteilchen, die einen Schweif hinterlassen. Wenn die Erde durch diesen Schweif fliegt, kann es zu dem astronomischen Phänomen der Sternschnuppen kommen. 

Sternschnuppen 2022: Warum Sternschnuppen leuchten

Warum leuchten Sternschnuppen?

Beim Eindringen in die Erdatmosphäre werden die Staubkörner und kleinen Steine abgebremst. Dadurch werden sie aufgeheizt und verdampfen. „Was wir als Sternschnuppe sehen, sind allerdings hauptsächlich Luftmoleküle, die von den Staubteilchen ionisiert werden“, erklärt Carolin Liefke gegenüber kreiszeitung.de. Sie ist Astronomin am Haus der Astronomie in Heidelberg. Bei der Ionisierung werden Elektronen von Atomen getrennt. Wenn das Atom danach wieder ein Elektron einfängt, wird Energie freigesetzt, die als Licht ausgesendet wird. Auf der Erde zeigt sich dann eine helle Leuchterscheinung, eine Sternschnuppe. 

Perseiden im August 2022: Welche Sternschnuppenschauer lohnen sich im Sommer besonders

Die Sternschnuppen der Delta-Aquariiden sausen noch bis zum 23. August über den Nachthimmel. Abseits des Höhepunkts werden es aber weniger Sternschnuppen pro Stunde sein. Wirklich lohnenswert ist der Blick in den Himmel bei den Delta-Aquariiden nicht. Anders als bei den Perseiden, die als Highlight der Sternschnuppen 2022 gelten und das auch zurecht sind. 

Sternschnuppennacht 2022: Höhepunkt der Perseiden im August 2022

Die Sternschnuppen der Perseiden zeigen sich zwischen dem 17. Juli und 24. August 2022. Ihren Höhepunkt erreichen sie in der Nacht vom 12. auf den 13. August 2022 mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde.

Wann ist die Sternschnuppennacht 2022?

Mit bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde sind die Perseiden das Sternschnuppen-Ereignis des Jahres 2022. Im Zeitraum vom 17. Juli bis 24. August erreicht der Meteorschauer seinen Höhepunkt in der Nacht auf den 13. August 2022.

Was es außer den Perseiden in diesem Sommer noch am Nachthimmel zu sehen gibt

Im Sommer gibt es noch mehr Sternschnuppen-Erscheinungen wie die Alpha-Aurigiden zwischen dem 28. August und 5. September oder die Pisciden zwischen dem 16. August und 8. Oktober. Doch diese und weitere Meteorströme sind nur sehr schwach ausgeprägt. Ein Blick in den Himmel lohnt sich da nicht. Vertrauen Sie lieber auf die Perseiden oder schauen Sie sich die Sternen-Konstellation des Sommerdreiecks an. 

Bereits vergangene astronomische Ereignisse im Juli 2022

Kein Glück mit den Sternschnuppen? Im Juli 2022 gab es noch weitere spannende astronomische Ereignisse. Über den gesamten Juli 2022 hinweg konnte man das Sommerdreieck am Himmel beobachten. Der Vollmond stand als Supermond im Juli 2022 am Firmament und der Mond wird für dieses Jahr seinen erdnächsten Punkt erreichen. Am 13. Juli konnte man ihn in seiner vollen Pracht bewundern. Nicht ganz so genau lässt sich berechnen, wie ein vorbeifliegender Stern unser Sonnensystem aus den Angeln heben könnte.

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