Der Papst in Deutschland: Das war der Sonntag

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Papst Benedikt XVI. bei seiner Rede im Freiburger Konzerthaus. 

Freiburg - Papst Benedikt XVI. hat seinen viertägigen Deutschlandbesuch beendet und ist wieder nach Rom geflogen. Hier können Sie die Ereignisse vom Sonntag nachlesen.

20.02 Uhr: Hiermit beenden wir den Live-Ticker vom Deutschlandbesuch Papst Benedikts XVI. Wir wünschen Euch noch einen schönen Abend. Wir hoffen, es hat Euch ebensoviel Freude gemacht, den Besuch des Heiligen Vaters zu verfolgen.

19.41 Uhr: Der Papst hat seinen viertägigen Deutschlandbesuch beendet. Vom Flughafen Lahr flog Benedikt XVI. am Sonntagabend zurück nach Rom. Verabschiedet wurde das Kirchenoberhaupt der Katholiken von Bundespräsident Christian Wulff und dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne).

Bei seiner Verabschiedung sagte der Papst: “Ich möchte die Kirche in Deutschland ermutigen, mit Kraft und Zuversicht den Weg des Glaubens weiterzugehen, der Menschen dazu führt, zu den Wurzeln, zum wesentlichen Kern der Frohbotschaft Christi zurückzukehren.“

Papst Benedikt XVI. in Deutschland: Die besten Bilder

Papst Benedikt XVI. in Deutschland: Die besten Bilder

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

Das Kirchenoberhaupt bedankte sich für “erlebnisreiche und bewegende Tage“ in der Heimat: “Mit der Zusicherung meines Gebets für Sie alle und für eine gute Zukunft unseres Landes in Frieden und Freiheit sage ich zum Abschied ein herzliches Vergelt's Gott. Der Herr segne Sie alle!“

Der Bundespräsident dankte Benedikt XVI. herzlich für seinen Besuch. Damit habe er in seiner Heimat unzählige Menschen beschenkt. “Sie haben auf ihrer Reise viele Zeichen gesetzt“, sagte Wulff. Der Papst habe Orientierung gegeben und Dinge angemahnt, die nicht immer bequem seien. Dabei habe er manche Brücke geschlagen. “Wir wünschen uns, dass sie diesen Weg beherzt weitergehen“, erklärte Wulff.

Benedikt XVI. hatte seine Reise am Donnerstag in Berlin begonnen und als erstes Kirchenoberhaupt eine Rede im Bundestag gehalten. Weitere Stationen waren Erfurt und das katholische Eichsfeld in Thüringen. Samstag und Sonntag verbrachte er in Freiburg. Er hielt fünf große Gottesdienste unter freiem Himmel mit rund 300.000 Besuchern.

19.08 Uhr: Auf dem Flughafen in Lahr sprechen Bundespräsident Christian Wulff und Papst Benedikt XVI. die Abschiedsreden für diesen Deutschlandbesuch.

18.19 Uhr: Zusammenfassung der Papst-Rede im Freiburger Konzerthaus: Papst Benedikt XVI. hat die katholische Kirche in Deutschland überraschend aufgefordert, auf staatliche Privilegien zu verzichten. Bei einer Rede vor 1500 Gästen im Freiburger Konzerthaus sagte der 84-Jährige am Sonntag: “Die von materiellen und politischen Lasten und Privilegien befreite Kirche kann sich besser und auf wahrhaft christliche Weise der ganzen Welt zuwenden, wirklich weltoffen sein. Sie kann ihre Berufung zum Dienst der Anbetung Gottes und zum Dienst des Nächsten wieder unbefangener leben.“

Papst Benedikt XVI. in Deutschland: Die besten Bilder

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Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

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Das Merkur-Online-Tagebuch unserer Papst-Reporter in Freiburg

Welche staatlichen Vorrechte der Papst meinte, sagte er nicht. Zu den Privilegien gehören in Deutschland die staatliche Einziehung der Kirchensteuer, die finanziellen Staatsleistungen an die Kirchen, der Religionsunterricht an staatlichen Schulen und die theologischen Fakultäten an den Universitäten. Benedikt betonte: “Eine vom Weltlichen entlastete Kirche vermag gerade auch im sozial-karitativen Bereich den Menschen, den Leidenden wie ihren Helfern, die besondere Lebenskraft des christlichen Glaubens vermitteln.“

Indirekt ging das Oberhaupt der katholischen Kirche damit auf die Kritik ein, die seine Rede im Bundestag und sein Gespräch mit Verfassungsrichtern ausgelöst hatte. Politiker von SPD, Grünen und der Linkspartei hatten darin ein Verstoß gegen die verfassungsrechtliche Trennung von Kirche und Staat gesehen.

Benedikt sprach sich deutlich gegen eine Modernisierung der katholischen Kirche aus. Die Kirche dürfe sich nicht der Gegenwart anpassen, sondern müsse mehr auf Distanz zur Gesellschaft gehen. Bei seiner Rede vor engagierten Katholiken aus Politik, Wissenschaft und Gesellschaft beklagte er eine “zunehmende Distanzierung beträchtlicher Teile der Getauften vom kirchlichen Leben“ und betonte: “Umso mehr ist es wieder an der Zeit, die wahre Entweltlichung zu finden, die Weltlichkeit der Kirche beherzt abzulegen.“

Der Vorsitzende des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Alois Glück, sagte zu der Rede, “Entweltlichung“ der Kirche heiße nicht Rückzug aus der Welt. Die Kirche müsse immer wieder auf allen Ebenen darüber nachdenken, ob sie sich zu sehr an die “Bedingungen des Lebens in unserer Kultur“ gewöhnt habe. “Kirche muss immer eine Herausforderung bleiben“, sagte Glück in der ARD.

Der Papst machte seine Skepsis gegenüber dem innerkirchlichen Dialogprozess deutlich. Diesen hatte die Deutsche Bischofskonferenz als Reaktion auf den Missbrauchskandal gestartet. In vielen Gesprächsrunden mit den Gläubigen an der Basis geht es dabei um mögliche Reformen, unter anderem um Fragen wie: Sollen künftig auch Laien Gemeinden leiten können? Können Frauen mehr Rechte in der Kirche bekommen? Welche Reformen sind nötig, um den Mitgliederschwund zu stoppen?

Zum sexuellen Missbrauch vieler Minderjähriger durch Geistliche sagte der Papst: “Gefährlich wird es, wenn diese Skandale an die Stelle des primären Skandalon des Kreuzes treten und ihn dadurch unzugänglich machen, also den eigentlichen christlichen Anspruch hinter der Unbotmäßigkeit ihrer Boten verdecken.“

17.32 Uhr: Angesichts des Rufs nach Reformen in der katholischen Kirche mahnt Papst Benedikt XVI. ihre “Ent-Weltlichung“ an. Um ihrem eigentlichen Auftrag zu genügen, müsse die Kirche immer wieder die Anstrengung unternehmen, “sich von ihrer Verweltlichung zu lösen“, sagte der Papst am Sonntag im Freiburger Konzerthaus vor 1.500 Gästen aus Politik und Gesellschaft. Die von ihrer materiellen und politischen Last befreite Kirche könne sich besser auf wahrhaft christliche Weise der gesamten Welt zuwenden.

“Sie öffnet sich der Welt, nicht um die Menschen für eine Institution mit eigenen Machtansprüchen zu gewinnen, sondern um sie zu sich selbst zu führen.“

17.13 Uhr: Papst Benedikt XVI. zitiert die selige Mutter Teresa: Auf die Frage, was sich denn in der katholischen Kirche ändern müsse, habe Mutter Teresa einmal geantwortet: "Sie und ich." 

17.05 Uhr: Freiburgs Erzbischof Robert Zoliitisch, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, spricht Begrüßungsworte im Konzerthaus. Zuvor war ein Stück von Wolfgang Amadeus Mozart, dem Lieblings-Komponisten des Heiligen Vaters.

16.57 Uhr: Papst Benedikt XVI. ist soeben zu einer Rede im Freiburger Konzerthaus eingetroffen.  Im Konzerthaus wird der Papst mit engagierten Katholiken aus Kirche und Gesellschaft zusammentreffen und eine Rede halten.

16.02 Uhr: Papst Benedikt XVI. verlässt sich auf die deutschen Bischöfe. Nach einem Mittagessen mit 100 Vertretern der Deutschen Bischofskonferenz am Sonntag in Freiburg zitierte der Generalkoordinator der Deutschlandreise, Hans Langendörfer, das Kirchenoberhaupt mit den Worten, er habe gespürt, wie sein Besuch von den deutschen Bischöfen getragen worden sei. Er gehe mit dem Gefühl nach Hause, dass man zusammengehöre und dass er sich auf die deutschen Bischöfe verlassen könne. Erzbischof Robert Zollitsch freute sich sehr über das persönliche Bekenntnis des Papstes und sagte: “Das war auch für mich eine Ermutigung.“

Das Merkur-Online-Tagebuch unserer Papst-Reporter in Freiburg

15.50 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat sich auch am vierten und letzten Tag seiner Deutschlandreise von robuster Gesundheit gezeigt. “Es geht ihm sehr gut, außerordentlich gut“, sagte sein Sprecher Federico Lombardi am Sonntag in Freiburg. Man sei “erstaunt, wie er die Reise, die so intensiv war, gut überstanden hat“. Die gute Gesundheit des 84-Jährigen sei “wirklich ein Erfolg dieser Reise“ gewesen.

Seit Donnerstag war der Papst in Deutschland zu Besuch. Nach Aufenthalten in Berlin und Erfurt war er auch zwei Tage im Erzbistum Freiburg. Am Sonntagabend wollte der Papst zurück nach Rom fliegen.

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

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Papst Benedikt XVI. in Freiburg: Die Bilder

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Papst Benedikt XVI. empfängt Helmut Kohl

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Der Papst in Deutschland: Bilder vom Samstag

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Zehntausende Pilger bei Vesper mit dem Papst

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Der Papst in Deutschland: Bilder vom Freitag

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Der Papst feiert Heilige Messe im Olympiastadion

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Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

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15.36 Uhr: Am Rande der Papstmesse haben Rettungskräfte am Sonntag ein Kind wegen gesundheitlicher Probleme ins Krankenhaus gebracht. Der Sprecher der Sanitätsorganisation Alexander Baur sagte der Nachrichtenagentur dapd in Freiburg, es habe einen “internistischen Kindernotfall“ gegeben. Das Kind wurde nach Erstversorgung auf dem Flughafen in die Klinik gebracht.

Abgesehen von diesem schwerwiegenden Fall sahen sich die Sanitäter vor allem mit Kreislaufbeschwerden konfrontiert. Darunter litten sowohl Pilger und Helfer, die die Nacht auf dem Flugfeld verbracht hatten, als auch Gläubige, die während des Gottesdienstes mit der Hitze zu kämpfen hatten.

15.28 Uhr: In knapp einer Stunde wird Papst Benedikt XVI. sich im Freiburger Priesterseminar mit den Bundesverfassungsrichtern treffen. Die Begenung soll um 16.20 Uhr beginnen.

14.52 Uhr: Nachtrag zu den Schüssen am Rande der Papstmesse in Erfurt: Die Sicherheit des Heiligen Vaters war nach Auskunft der Behörden nie gefährdet.

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Bei der Gesamteinschätzung des Papstaufenthaltes sagte Thüringens Innenminister Jörg Geibert (CDU), dass sich das Geschehen am “äußersten Rand des Sicherheitsbereiches“ ereignet habe. “Es hat zu keiner Zeit ein Sicherheitsrisiko bestanden.“

Während sich Zehntausende Katholiken am Samstag zum Erfurter Domplatz aufmachten, um dort gemeinsam mit Papst Benedikt XVI. einen Gottesdienst zelebrieren, schoss ein Mann knapp 400 Meter Luftlinie entfernt auf Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes. Verletzt wurde niemand. Die Polizei nahm den Mann fest. Nachdem er die Tat gestanden hatte, kam er noch am Nachmittag wieder auf freien Fuß. Weshalb der Mann schoss, war auch am Sonntag noch unklar.

14.35 Uhr: Ein eigenes Orchesterwerk haben die deutschen Bischöfe für den Papst komponieren lassen. Der Eichstätter Domkapellmeister Christian Matthias vertonte den Primiz-Spruch des jungen Joseph Ratzinger: “Wir wollen ja nicht Herren über euren Glauben sein, sondern wir sind Helfer zu eurer Freude“. Erzbischof Robert Zollitsch überreichte die Partitur beim Abschlussessen am Sonntagmittag in Freiburg. Das vierminütige Werk für Chor, Bläser, Pauken und Orgel soll laut Zollitsch bei der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz am 5. Oktober in Fulda uraufgeführt werden. Dann wird der Papst auch eine CD-Aufnahme erhalten.

13.57 Uhr: Die Zahl der Gläubigen beim Gottesdienst wurde nach oben korrigiert: An der heiligen Messe auf dem Freiburger Flughafen nahmen am Sonntag 100.000 Menschen teil - und nicht 90.000 wie zunächst vermeldet wurde.

13.55 Uhr: Nach den Luftgewehrschüssen am Rande des Papstbesuchs in Erfurt ist der Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß. Es handele sich um einen 30-jährigen Mann aus Berlin, sagte ein Sprecher der Thüringer Polizei am Sonntag auf Anfrage. Gegen ihn wird wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz weiter ermittelt. Der Mann hat die Tat gestanden.

Er war am Samstag in einer Wohnung in der Erfurter Innenstadt festgenommen worden. Wegen der Heiligen Messe mit Papst Benedikt XVI. hatte es hohe Sicherheitsvorkehrungen in der Thüringer Landeshauptstadt gegeben. Der Berliner soll mit einem Luftgewehr vier Schüsse auf Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes abgegeben haben. Verletzt wurde dabei niemand.

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13.10 Uhr: Vor den letzten Gesprächen bei seinem Deutschlandbesuch stärkt sich der Papst mit Pastete und Kalbstafelspitz. Mit ihm saßen am Sonntag in Freiburg 150 Gäste an der Tafel im großen Speisesaal des Priesterseminars, darunter 100 Bischöfe. Das Menü hat der Küchenchef des Priesterseminars, Michael Barz, zusammengestellt. Einzige Vorgabe war, auf Pilze und Krustentiere zu verzichten, da sie dem Papst nicht schmecken.

Zur Vorspeise reichte Barz Geflügel-Schinken-Pastete in Grüner Soße und Salat mit Himbeerdressing. Der Tafelspitz in Estragonsoße beim Hauptgang wurde mit Marktgemüse und gebratenen Kartoffeltalern angerichtet. Als Gruß aus der Region garnierten die Köche das Zimtparfait zum Nachtisch mit Schwarzwälder Kirschen. Dazu passend wurde Wein aus Baden ausgeschenkt - ein Riesling Kabinett und ein Spätburgunder Kabinett. Die Gäste konnten aber auch zu Apfelsaft greifen - er stammt aus biologischem Anbau.

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

Papst Benedikt XVI. in Freiburg: Die Bilder

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Papst Benedikt XVI. empfängt Helmut Kohl

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Der Papst in Deutschland: Die ersten Bilder

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12.51 Uhr: Zwei wichtige Termine stehen heute noch an:

Um 17 Uhr wird Papst Benedikt XVI. im Freiburger Konzerthaus mit engagierten Katholiken aus Kirche und Gesellschaft zusammentreffen und eine Rede halten.

Für 18.45 Uhr ist eine Abschiedszeremonie auf dem Flughafen Lahr vorgesehen. Dabei werden der Heilige Vater und Bundespräsident Christian Wulff sprechen.

Gegen 19.15 Uhr wird Papst Benedikt XVI. dann nach Rom zurückfliegen.

12.32: Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch ist im Freiburger Priesterseminar eingetroffen. Hier wird die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Papst zu Mittag essen wird.

Das Merkur-Online-Tagebuch unserer Papst-Reporter in Freiburg

12.05: Zusammenfassung: Das war die Heilige Messe mit dem Papst auf dem City-Airport-Gelände in Freiburg: Papst Benedikt XVI. hat die katholische Kirche in Deutschland zur Umkehr und Erneuerung aufgerufen. “Christliches Leben muss stets neu an Christus Maß nehmen“, sagte Benedikt am Sonntag in seiner Predigt vor 100 000 Gläubigen bei einem Gottesdienst unter strahlend blauem Himmel in Freiburg. Die Erneuerung der Kirche könne letztlich nur durch einen erneuerten Glauben kommen und durch Demut. Zugleich mahnte der 84 Jahre alte Papst eine weiterhin “treue“ Verbundenheit mit Rom an. Nach Berlin und Thüringen war Freiburg die letzte Station des viertägigen Staatsbesuches Benedikts in Deutschland. Am Abend war die Rückreise nach Rom geplant.

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

Der Papst genoss seinen letzten Auftritt vor einem so großen Publikum während seiner Deutschlandvisite sichtlich: Vor dem Gottesdienst fuhr er mit dem Papamobil eine große Runde über das gesamte Gelände, winkte, segnete Kinder und lächelte den Gläubigen zu. Einige Besucher hatten Plakate mit Grüßen an den Papst gemalt.

In die Nähe der großen Altarbühne, auf der Benedikt XVI. die Messe feierte, kamen die Gläubigen allerdings nicht: Die ersten Reihen für die normalen Pilger begannen aus Sicherheitsgründen erst weit hinten.

Viele Menschen hatten sich schon mitten in der Nacht auf den Weg gemacht, einige übernachteten sogar auf dem Gottesdienst-Gelände. Schon Stunden, bevor der Papst eintraf, hatten die Gläubigen gemeinsam Lieder gesungen und sich so auf die Messe eingestimmt.

In seiner Predigt hob der Papst hervor, der Mensch habe eine von Gott gegebene Freiheit, zwischen Gut und Böse zu wählen. Gott habe seiner Macht selbst eine Grenze gesetzt, “indem er die Freiheit seiner Geschöpfe anerkennt“, sagte Benedikt. Angesichts alles Schrecklichen, was in der Welt geschehe, gebe es heute Theologen, die sagen, Gott könne nicht allmächtig sein, sagte der Papst. Der Schöpfer von Himmel und Erde sei aber allmächtig, er übe seine Macht nur anders aus, “als wir Menschen es zu tun pflegen“, erläuterte er.

Eindringlich warnte das katholische Kirchenoberhaupt vor “religiöser Routine“ in der Kirche. “Nicht auf das Reden, sondern auf das Tun kommt es an, auf die Taten der Umkehr und des Glaubens“, sagte Benedikt. Er kritisierte vor allem “kirchliche Routiniers“, die in der Kirche nur noch den Apparat sähen, ohne dass ihr Herz vom Glauben berührt wäre. Das bedeute aber nicht, dass nun alle, die in der Kirche lebten und für sie arbeiteten, eher als fern von Gott einzustufen wären. “Ganz und gar nicht“, fügte der Papst in der dritten und letzten großen Messe seines Deutschlandbesuchs an.

Benedikt zeigte sich zuversichtlich, dass die Kirche in Deutschland die großen Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft bestehen und der “Sauerteig in der Gesellschaft“ bleiben werde. Alle müssten dafür zusammenarbeiten, sich gegenseitig stützen und bereichern. “Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr fest in Christus geeint seid“, rief er den Gläubigen zu.

11.08 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat die katholische Kirche in Deutschland zur Umkehr und Erneuerung aufgerufen. “Christliches Leben muss stets neu an Christus Maß nehmen“, sagte Benedikt am Sonntag in seiner Predigt während eines Freiluft-Gottesdienstes in Freiburg. Der Papst mahnte eine weiterhin “treue“ Verbundenheit der Kirche in Deutschland mit dem Heiligen Stuhl an. Dann werde sie für die weltweite katholische Gemeinschaft ein Segen bleiben. “Macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr fest in Christus geeint seid“, rief er den Gläubigen zu.

Die Erneuerung der Kirche könne letztlich nur durch einen erneuerten Glauben kommen und durch Demut. Die Christen sollten sich dabei auch von der Glaubensfreude junger Kirchen in der Welt anstecken lassen, mahnte der Papst.

10.48 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat religiöse Routine in der Kirche kritisiert. “Nicht auf das Reden, sondern auf das Tun kommt es an, auf die Taten der Umkehr und des Glaubens“, sagte Benedikt am Sonntagmorgen bei einer Messe vor Zehntausenden von Gläubigen auf dem Freiburger Flugplatzgelände. Er kritisierte vor allem “kirchliche Routiniers“, die in der Kirche nur noch den Apparat sähen, ohne dass ihr Herz vom Glauben berührt wäre.

“Menschen, die unter unserer Sünde leiden und Sehnsucht nach dem reinen Herzen haben, sind näher am Reich Gottes“ als die Routiniers, erklärte das Kirchenoberhaupt der Katholiken. Das bedeute aber nicht, dass alle, die in der Kirche lebten und für sie arbeiteten, eher als fern von Gott einzustufen wären. “Ganz und gar nicht“, fügte der Papst in der letzten Messe seines Deutschlandbesuchs an.

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

Papst Benedikt XVI. am Sonntag in Freiburg

10.45 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat eine von Gott gegebene Freiheit des Menschen betont, zwischen gut und böse zu wählen. Gott habe seiner Macht selbst eine Grenze gesetzt, “indem er die Freiheit seiner Geschöpfe anerkennt“, sagte Benedikt am Sonntag während einer Messe vor Zehntausenden von Gläubigen auf dem Flugplatz von Freiburg. “Gott achtet unsere Freiheit. Er zwingt uns nicht“, so der Papst in der Predigt des letzten Gottesdienstes seines Deutschlandbesuchs.

“Angesichts alles Schrecklichen, was in der Welt geschieht, gibt es heute Theologen, die sagen, Gott könne nicht allmächtig sein“, sagte der Papst. Der Schöpfer des Himmels und der Erde sei aber allmächtig; er übe seine Macht nur anders aus, “als wir Menschen es zu tun pflegen“. Immer, vor allem in Zeiten der Not und des Umbruchs, sei er dabei den Menschen nahe.

10.10 Uhr: Papst Benedikt XVI. hat die Abschlussmesse in Freiburg mit 90.000 Menschen begonnen. Hinter der Rollbahn des Freiburger Flugplatzes war eine große Altarbühne für den Papst aufgebaut, für die Besucher standen tausende Bänke bereit.

Das Merkur-Online-Tagebuch unserer Papst-Reporter in Freiburg

Bei der Ankunft fuhr Benedikt XVI. mit dem Papamobil auf das Gelände. Er winkte, segnete Kinder und lächelte den Gläubigen zu. Enige hielten Plakate mit Grüßen hoch. Es ist der letzte Auftritt des Papstes vor einem so großen Publikum während seines Staatsbesuchs in Deutschland. Am Sonntagabend fliegt er zurück nach Rom.

Viele Menschen hatten sich schon mitten in der Nacht auf den Weg gemacht, einige übernachteten sogar auf dem Gottesdienst-Gelände. Schon Stunden, bevor der Papst eintraf, hatten die Gläubigen gemeinsam Lieder gesungen und sich auf die Heilige Messe eingestimmt. Am Sonntagabend fliegt Benedikt XVI. zurück nach Rom.

10.09 Uhr: In der Nacht vor der großen Messe mit Papst Benedikt XVI. in Freiburg haben die Rettungskräfte des Malteser Hilfsdienstes vor allem erschöpfte und unterkühlte Pilger versorgt. Seit vier Uhr morgens haben allein die Malteser aus Ravensburg an ihrer Sanitätsstation auf dem Flugplatzgelände mehr als 200 Rettungsdecken an frierende Pilger verteilt. Junge Mütter suchten die Sanitätszelte zum Stillen und Wickeln auf. Andere Gottesdienstbesucher kamen wegen Blasen an den Füßen.

Insgesamt verzeichnete der Sanitätsdienst mit 104 Einsätzen eine ruhige Nacht. Ernste Zwischenfälle gab es nach bisherigem Stand nicht. Auf dem Flugplatzgelände sind insgesamt 16 Sanitätsstationen mit je einem Rettungswagen für Notfälle eingerichtet.

09.53 Uhr: Er winkt, segnet Kinder, lächelt den Gläubigen zu: Papst Benedikt XVI. ist am Sonntag von 90.000 Gläubigen begeistert zur Heiligen Messe am Freiburger Flugplatz empfangen worden. Einige hielten Plakate mit Grüßen an Benedikt XVI. nach oben. Es ist der letzte Auftritt des Papstes vor einem so großen Publikum während seiner Deutschlandreise. Am Sonntagabend fliegt er zurück nach Rom.

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09.17 Uhr: Viele tausend Gläubige haben sich in Freiburg auf den Weg zum Flugplatz gemacht, um dort die Heilige Messe mit Papst Benedikt XVI. zu feiern. Schon am frühen Sonntagmorgen bildeten sich kilometerlange Pilgerzüge, viele Menschen nahmen mehrstündige Fußmärsche auf sich, um durch die abgesperrte Stadt zur Papst-Messe zu kommen. 5000 Menschen hatten nach Schätzungen von Helfern bei Temperaturen im einstelligen Bereich sogar auf dem Gelände übernachtet und sich in dicke Jacken und Schlafsäcke gewickelt. Der Platz war bereits um Mitternacht geöffnet worden.

Als sich das erste Morgenrot am Himmel zeigte, begannen viele der Gläubigen zu singen. Chöre übten mit ihnen schon einmal die Lieder für die Heilige Messe ein. Jugendliche, Senioren, Nonnen, Familien und Jugendgruppen bildeten eine bunte Gemeinschaft. Das Flugplatzgelände ist in 16 Sektoren eingeteilt. In jedem stehen Sanitätszelte und Toiletten. Helfer teilen kostenlos Wasser aus. Auf die Wasserflaschen ist ein Papstporträt gedruckt. “So können wir sicher sein, dass nicht so viele auf den Wiesen liegen bleiben“, sagte ein Helfer scherzhaft.

Der Gottesdienst um 10.00 Uhr, zu dem etwa 90 000 Menschen erwartet werden, bildet den Höhepunkt des letzten der vier Besuchstage des Papstes in seinem Heimatland. Am Abend fliegt er zurück nach Rom.

Am Vorabend hatte Benedikt XVI. auf dem benachbarten Messegelände einen stimmungsvollen Abendgottesdienst vor allem für Jugendliche gefeiert. Nach Angaben der Veranstalter nahmen rund 29 000 Jugendliche daran teil, das gesamte Gelände war zum Schluss von tausenden Kerzen erhellt.

fro/dpa/dapd

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