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Omikron: Wie gut schützt die Booster-Impfung vor einer Infektion?

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Von: Yannick Hanke

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Ein Schild zeigt ein Virus, darunter steht „Omikron Subtyp BA.2“ geschrieben. Im Hintergrund wird eine Person gegen das Coronavirus geimpft.
Die Corona-Variante Omikron und dessen Unterform BA.2 sorgen für viele Infektionen in Deutschland. Sind selbst Menschen mit einer Boosterimpfung betroffen? (kreiszeitung.de-Montage) © Christian Ohde/imago/Georg Wendt/dpa

Omikron sorgt für ein dynamisches Infektionsgeschehen in Deutschland. Sinkt das Risiko einer Infektion mit der Corona-Variante durch eine Booster-Impfung?

Berlin – Die Sorge in Deutschland ist groß vor einer Infektion mit Omikron, nicht nur am Arbeitsplatz*. Die Corona-Variante und ihre Unterform BA.2 sind mittlerweile für den Großteil der Corona-Infektionen in der Bundesrepublik verantwortlich. Dies wirft die Frage auf, ob Booster-Impfungen gar nicht so gut davor schützen, wie ursprünglich angenommen. Eine Corona-Studie liefert nun Klarheit.

Omikron: Corona-Variante und Unterform BA.2 breiten sich in Deutschland aus – immer mehr Infektionen

Laut dem NDR haben sich in Deutschland aktuell mehr als drei Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Trotz oder gerade wegen frühlingshafter Temperaturen ist kein Ende in Sicht. Ein starker Pollenflug kann sogar das Risiko einer Corona-Infektion erhöhen. Dies allein ist aber nicht als „Übeltäter“ auszumachen. Schließlich übertragt sich die Omikron-Variante deutlich schneller als beispielsweise Alpha oder Delta.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Omikron-Unterform BA.2, über deren Symptome noch wenig bekannt ist, noch einmal ansteckender ist. Schutz vor einer Infektion sollen FFP2-Masken bieten. Doch läuft die Maskenpflicht zum 2. April 2022 bundesweit in vielen Bereichen des öffentlichen Lebens wie in Supermärkten aus. Bleibt die Booster-Impfung als letzter Trumpf – oder etwa doch nicht?

Omikron: Infektion trotz Booster-Impfung? Studie aus Katar gibt traurige Gewissheit

Eine Studie vom „New England Journal of Medicine“ macht die Hoffnungen zunichte. Denn laut Forschern aus Katar würde selbst eine Booster-Impfung, der eine weitere Impfung folgen soll, nur noch geringen Schutz vor einer Infektion mit Corona, der Omikron-Variante oder deren Unterform BA.2 bieten. Dies hat zur Folge, dass sich auch Menschen mit dem Virus infizieren, die trotz Impfungen und dem Einhalten der Hygienemaßnahmen bislang gut durch die Pandemie gekommen sind.

Wer sich also trotz Booster-Impfung mit Omikron infiziert und verschiedene Symptome aufweist, muss auch immer mit einem unterschiedlich schweren Verlauf rechnen. Eine Rolle spielt hierbei die Viruslast. Damit ist die Anzahl der Viren gemeint, die bei einer Corona-Infektion eingeatmet werden. Hinzukommen die individuelle Stärke des Immunsystems und der jeweilige Impfschutz. Selbst, wenn zwei Menschen eine Booster-Impfung aufweisen, kann der Verlauf unterschiedlich schwer ausfallen. Auf der anderen Seite stecken sich nach Experten-Meinung manche Menschen gar nicht erst mit Corona an.

Booster-Impfung: Kein vollständiger Schutz vor Corona-Infektion mit Omikron – guter Schutz nach Genesung gegen alle Corona-Varianten

Gänzlich umsonst ist die Booster-Impfung als Schutz vor einer Omikron-Infektion, deren mitunter speziellen Symptomen und gesundheitlichen Folgen aber natürlich auch nicht. Denn wer sich trotz Booster-Impfung mit Omikron oder der Unterform BA.2 infiziert, hat nach der Genesung zumindest einen guten Schutz vor allen Corona-Varianten.

Im Umkehrschluss heißt das aber nicht, dass die Omikron-Infektion komplett ohne Symptome abläuft. Denn vor allem die Abwehrreaktion des Körpers ist meist deutlich zu spüren. Die Corona-Infektion mit dem Virus an sich ist also auch durch eine Booster-Impfung nur schwer zu vermeiden. Dafür verbessert die Spritze die Chancen, nur einen leichten Verlauf zu erleben, der einen vielleicht nur in Quarantäne schickt, aus der man sich nach der Corona-Infektion freitesten oder in einem bestimmten Fall sogar trotz Corona-Infektion freitesten kann.

Omikron-Infektionen mehrfach möglich: Immunabwehr kann nicht stark genug reagieren – und macht neue Infektionen möglich

Grundsätzlich ist es auch möglich, sich mehrfach mit dem Coronavirus zu infizieren. Doch woraus resultiert dies? Vor allem die Omikron-Variante würde über eine verbreitete Reinfektion verfügen, berichtet die „Rheinische Post“. Dies liegt daran, dass durch die häufig eher milden Krankheitsverläufe bei einer Omikron-Infektion die Immunabwehr nicht so stark aktiviert und beansprucht wird, wie es noch bei Vorgänger-Varianten der Fall gewesen ist.

Auf medizinischer Ebene sieht dies wie folgt aus: Um eine starke Immunantwort zu erhalten, sind vor allem qualitativ hochwertige Antikörper notwendig. Diese können das Virus effektiv neutralisieren. Die Krux: eben jene Antikörper werden vom Organismus erst dann gebildet, wenn er auch ausreichend gefordert ist.

Wann dies jedoch der Fall ist und wie genau das komplexe System der Immunabwehr reagiert, kann von Mensch zu Mensch unterschiedlich ausfallen. Hierfür entscheidende Faktoren sind beispielsweise das Alter, die allgemeine Konstitution, Vorerkrankungen sowie andere gesundheitliche Risikofaktoren.

Zahl der Corona-Toten in Deutschland steigt 2022 an – was sind die Gründe?

Wer sich trotz Booster-Impfung mit Omikron infiziert, kann also ganz unterschiedlich schwere Krankheitsverläufe und Symptome erleben*. Grundsätzlich kann eine Corona-Infektion im Allgemeinen auch zum Tod führen. Das wurde wissenschaftlich bereits mehrfach nachgewiesen, die Zahlen sprechen seit März 2020 eine eindeutige, traurige Sprache.

Wie „n-tv“ berichtet, steigt die Zahl der registrierten Corona-Toten seit Ende Januar 2022 in Deutschland kontinuierlich an. Am 1. Februar 2022 hätte das Robert Koch-Institut (RKI) noch 146 Tote übermittelt, am 29. März seien es schon 226 Menschen gewesen, die Corona zum Opfer gefallen sind. Zahlen, die in Relation betrachtet werden müssen.

Tod nach Corona-Infektion: Genaue Todesursache kann nicht immer ermittelt werden

Hierfür zitiert „n-tv“ das IGES Pandemie-Monitors vom 18. März: „Wenn man die Zahl der gemeldeten Sterbefälle auf die Zahl der Infektionsfälle bezieht, die drei Wochen früher gemeldet worden waren (um den Zeitabstand zwischen Infektions- und Sterbezeitpunkt zu berücksichtigen), ergibt sich eine rechnerische Letalität von deutlich unter einem Promille, während diese Ende des Jahres 2020 etwa 4,6 Prozent betrug – mehr als das 50fache“.

Ändert nichts an der Tatsache, dass 225 Corona-Tote pro Tag schlichtweg zu viel sind – wenn die Zahl denn stimmt. Schließlich kann nicht in jedem Fall ganz genau ermittelt werden, was letztendlich die Todesursache war. Komplexe Krankheitsbilder und nur selten durchgeführte Obduktionen tun ihr Übriges.

Omikron-Infektion: Leichte Verläufe können Zahl der Corona-Toten in Deutschland weiter verfälschen

Zu dieser Problematik weiß sich auch das RKI zu äußern, wenn es heißt, dass „das Risiko, an Covid-19 zu versterben [...] bei Personen, bei denen bestimmte Vorerkrankungen bestehen, höher“ ist. Und deswegen sei es in der Praxis eben oftmals schwierig zu entscheiden, inwieweit eine Corona-Infektion zum Tode eines Menschen beigetragen hat.

Der entscheidende Punkt: herrscht Unklarheit darüber, was die Todesursache war („gestorben mit“), zählt das RKI solche Fälle in seiner Statistik mit zu den Covid-19-Toten. Da es durch Omikron, bei dem ein neues Symptom nach einer Corona-Infektion aufgetaucht ist, viele leichte und oft auch gar nicht erkannte Infektionen gibt, könnte die Unschärfe also sogar noch höher ausfallen. (Stand der Daten: 30. März 2022) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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