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Omikron-Subtyp BA.2: Übertragbarkeit, Verlauf und Impfschutz – Fakten zur neuen Corona-Mutation

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Von: Bedrettin Bölükbasi

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Der Virologe Christian Drosten vor einem Labor und einem Omikron BA.2-Schild
Corona: laut dem Virologen Christian Drosten könnte der neue Omikron Subtyp BA.2 noch ansteckender als die bisherige Variante sein. (kreiszeitung.de-Montage) © Michael Kappeler/Julian Stratenschulte/dpa/Christian Ohde/imago

Die Omikron-Mutation des Coronavirus sorgte aufgrund ihrer leichten Übertragung für sprunghaft steigenden Fallzahlen. Sollte der Subtyp BA.2 größere Sorgen wecken?

München - Im Dezember 2021 entwickelte sich die Omikron-Mutation des Coronavirus* allmählich zur vorherrschenden Variante im Infektionsgeschehen und löste damit Delta als die treibende Mutation der Pandemie* ab. Zunächst kamen Sorgen über die neue Variante auf, die ersten Einschätzungen zufolge als hochansteckend bezeichnet wurde. Studien bestätigten diese Annahme zwar, doch gleichzeitig deckten sie den leichteren Krankheitsverlauf im Vergleich zu Delta auf und führten zur Erleichterung.

Vor einigen Wochen wurde nun eine weitere Variante entdeckt. Diesmal handelte es sich nicht direkt um eine weitere Corona-Mutation*, sondern viel mehr um einen Subtypen von Omikron – BA.2. Hier stellten sich viele die Frage, ob dieser Subtyp ähnlich zur ursprünglichen Omikron-Variante BA.1 oder womöglich doch gefährlicher ist, wie Merkur.de berichtet*.

Corona-Variante: Omikron-Subtyp BA.2 hat laut Drosten „ein paar PS mehr“ - größtes Risiko besteht erneut für Ungeimpfte

Als allererstes denkt man bei einer neuen Corona-Variante oder Sub-Variante des Coronavirus an die Infektiosität. Schließlich ist dieser Faktor ausschlaggebend dafür, wie schnell sich die neue Mutation in der Bevölkerung ausbreitet. Mit Blick auf BA.2 kommentierte der Virologe Christian Drosten*, der Subtyp könne tatsächlich übertragbarer als die bisherige Omikron-Variante BA.1* sein. Dies verdeutlichte er anhand eines Auto-Beispiels: „Der eine Mercedes sieht irgendwie ganz spießig aus und der andere Mercedes hat so Spoiler dran. Aber es ist immer noch ein Mercedes und auch immer noch das gleiche Modell.“ Aber BA.2 habe „schon ein paar PS mehr“, so Drosten*.

Damit berief sich der Virologe auf eine Studie des dänischen Statens Serum Institut*. In einer Studie Ende Januar führte das Institut an, BA.2 sei ansteckender im Vergleich zu BA.1. Das erhöhte Infektionsrisiko sei jedoch vor allem bei ungeimpften Personen der Fall. „Bei geimpften Personen ist es viel unwahrscheinlicher, dass sie sich infizieren und die Infektion übertragen“, hieß es in der Pressemitteilung des Instituts zu ihren Forschungen. Konkret heißt dies: Ist man geimpft, so besteht ein geringeres Risiko sich mit BA.2 anzustecken. Bei Ungeimpften besteht jedoch wie bei BA.1 weiterhin erhöht.

Omikron-Subtyp: Laut Experten kein Schwereunterschied bei BA.1 und BA.2 - WHO-Forscher bestätigen auch

Eine teils leichtere Übertragbarkeit sagt allerdings nichts über die Schwere der Krankheit im Falle einer Infektion mit BA.2 aus. Zur Krankheitsschwere liegen zwar bislang keine umfassenden Daten vor, doch erste Einschätzungen mehrerer Experten machen Hoffnung, dass hier keine allzu großen Unterschiede zwischen BA.1 und BA.2 herrschen. Das dänische Institut betonte schon am 20. Januar, dass erste Daten keine Veränderung der Hospitalisierungsrate bei BA.2 zeigen.

„Hinsichtlich der klinischen Charakteristik gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Infektionen mit BA.2 von Infektionen mit BA.1 unterscheiden“, führte auch der aktuellste RKI*-Lagebericht vom 10. Februar an. Auch laut Virologe Christian Drosten bestehen „keine Anzeichen“ einer zunehmenden Krankheitsschwere. Virologin Sandra Ciesek schloss sich dem an: „Sehr frühe Beobachtungen aus Dänemark legen nahe, dass zwischen BA.1 und BA.2 in der Krankheitsschwere kein großer Unterschied zu sein scheint.“ Außerdem bestätigten auch mehrere WHO*-Experten wie Maria Van Kerkhove und Boris Pavlin einen ähnlichen Schweregrad von BA.1 und BA.2.

Omikron-Subtyp: Impfstoffe haben bei BA.2 vergleichbare Wirksamkeit - weiterhin „signifikanter Schutz“

Auch beim Impfschutz gegen den Omikron-Subtyp BA.2 zeigt sich ein ähnliches Bild zu BA.1. Leif-Erik Sander, Infektiologe und Impfstoff-Forscher der Berliner Charité, schrieb dazu auf Twitter: „Schutz vor symptomatischen Infektionen ist nach Boosterimpfung bei den Sublinien BA.1 und BA.2 ersten Daten zufolge vergleichbar.“ Sander verwies auf Daten der „UK Health Security Agency“. Demnach zeigt die Booster-Impfung eine ähnliche Wirksamkeit wie bei BA.1. Es gebe keine Unterschiede in der Effektivität der Impfung, so die britische Behörde. Im Hintergrund dieser Statistiken sprach Carsten Watzl, der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, von einer „beruhigenden“ Datenlage.

Internationale Experten machten ebenfalls auf die Wirkung der Booster-Impfung bei BA.2 aufmerksam. So unterstrich der amerikanische Medizin-Professor David Agus im US-Sender CBS, mit dem Booster habe man weiterhin einen „signifikanten Schutz“ gegen den Omikron-Subtyp. Ein weiter US-Epidemiologe Egon Ozer betonte gegenüber The Guardian, Impfungen und Booster würden Menschen auch mit BA.2 weiterhin „fern von den Krankenhäusern und dem Tod“ halten. Bisher ist jedenfalls relativ deutlich, dass der neue Omikron-Subtyp BA.2 in den Planungen noch keine allzu große Rolle spielt, da auch Bundesländer wie Niedersachsen zunehmend Corona-Lockerungen für die nächsten Wochen ins Auge fassen. (bb) *Merkur.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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