1. Startseite
  2. Deutschland

Corona-Infizierte müssen auch künftig in Quarantäne und Isolation

Erstellt:

Von: Jennifer Köllen, Jan Knötzsch

Kommentare

Die Gesundheitsministerien von Bund und Länder wollten eine freiwillige Isolation. Das ist wieder vom Tisch. Karl Lauterbach hat die Entscheidung kassiert.

Update vom Mittwoch, 6. April 2022, um 9:50 Uhr: Die Idee, nach dem 1. Mai nicht mehr in Isolation zu müssen, obwohl eine Corona-Infektion vorliegt, ist wohl vom Tisch. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kassierte den Vorstoß vom Montag wieder. Er habe einen Fehler gemacht, schrieb der Politiker über seinen Vorstoß. Bei der freiwilligen Isolation machte Karl Lauterbach deshalb nun einen Rückzieher.

Update vom Dienstag, 5. April 2022, um 10:40 Uhr: Wer nach dem 1. Mai positiv auf das Corona getestet wird, muss sich trotz Corona-Infektion nicht mehr isolieren. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag verständigt. Patientenschützer und Experten zeigten sich verständnislos auf die geplante Änderung bei der Quarantäne-Regel. Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, macht sich dabei besonders Sorgen über die Gefahren, die vor allem besonders gefährdete Menschen durch die angestrebte Regeländerung bei der Quarantäne und Isolation ausgesetzt sind.

Kritik an neuer Quarantäne-Regel: Sorge um Risikogruppen bei freiwilliger Isolation

„Für die Hochrisikogruppe wird es immer gefährlicher. Diese Menschen leben mitten unter uns“, sagte Brysch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Gleich den Corona-Leugnern wird die Infektion verharmlost“, übte der Patientenschützer harsche Kritik gegenüber der geplanten neuen Quarantäne-Regel, bei der die Isolation nur auf freiwilliger Basis vonstattengehen soll.

Kritik an der neuen Quarantäne-Regel: Experte Zeeb fordert weiter Isolation für Infizierte

Der Epidemiologe Hajo Zeeb forderte eine Beibehaltung der Pflicht zur Isolation von Infizierten. „Wenn eine Person Symptome aufweist, dann sollte sie zu Hause die Coronainfektion aussitzen, anstatt noch mehr Menschen anzustecken“, erklärte Zeeb gegenüber dem RND. Gerade bei der Omikron-Variante bestehe die Gefahr einer sehr schnellen Weitergabe des Virus. Eine Isolationspflicht von fünf Tagen sollte daher unbedingt eingehalten werden. Allerdings spricht sich Zeeb gegen eine Quarantäne für Kontaktpersonen aus, da er diese nicht mehr für notwendig.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am Montag darauf verständigt, dass Coronainfizierte und Kontaktpersonen ab 1. Mai in der Regel nur noch freiwillig und für kürzere Zeit in Isolierung oder Quarantäne müssen. Infizierten wird demnach künftig nur noch „dringend empfohlen“, sich für fünf Tage zu isolieren und Kontakte zu meiden – für Kontaktpersonen von Infizierten soll es entsprechend gelten. Eine Anordnung des Gesundheitsamts fällt weg. Strengere Vorgaben sollen aber noch für Beschäftigte in Gesundheitswesen und Pflege bleiben, die sich infiziert haben.

Neue Quarantäne-Regeln beschlossen: Lauterbach und Länder schaffen Isolationspflicht ab

Update vom 5. April um 8:30 Uhr: Corona-Infizierte müssen sich ab dem 1. Mai nicht mehr verpflichtend in Isolation begeben. Stattdessen sollen die neuen Quarantäne- und Isolations-Regeln ab diesem Datum nach Aussage des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach auf „Freiwilligkeit“ basieren. Zu dieser Entscheidung kamen der Gesundheitsminister und seinen Kolleginnen und Kollegen aus den Ländern nach Beratungen in Berlin.

Neue Quarantäne-Regeln: Beschäftigte im medizinischen Bereich sind von der Entscheidung über die Isolation ausgenommen

Von der Entscheidung ausgenommen seien Beschäftigte im medizinischen Bereich – für alle anderen gelte dann nur noch „die dringende Empfehlung“, sich bei einer Corona-Infektion in Isolation zu begeben und nach Ablauf von fünf Tagen freizutesten.

Kontakte sollten gemieden werden, eine Anordnung vom Gesundheitsamt soll nicht mehr vorgesehen sein. Für infizierte Beschäftigte in Gesundheits- oder Pflegeeinrichtungen soll die Absonderung aber weiter vom Amt angeordnet werden und erst nach fünf Tagen nach einem negativem Schnell- oder PCR-Test enden, so die Gesundheitsministerkonferenz.

Neue Quarantäne-Regel: Lockerungen bei der Isolation sollen Personalausfälle aufgefangen werden

Mit den Lockerungen bei den Quarantäneregeln sollen auch massenhafte Personalausfälle bei hohen Infektionszahlen vermieden werden. Sie gehen auf einen Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts (RKI) zurück. Bisher dauern die Absonderungen in der Regel zehn Tage und können mit einem negativen Test nach sieben Tagen beendet werden. Eine formelle Anordnung des Gesundheitsamtes erfolgt häufig jetzt schon nicht mehr.

Update vom Montag, 4. April 2022, um 18:40 Uhr: Die Entscheidung ist gefallen: Das Gesundheitsministerium in Berlin wird nach einem Vorschlag des Robert-Koch-Instituts (RKI) die Quarantäne für Corona-Infizierte ab dem 1. Mai 2022 auf nur noch fünf Tage reduzieren. Diese Dauer der Isolation basiert laut Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach allerdings auf einer „dringenden Empfehlung, also auf der Grundlage von Freiwilligkeit.“ Eine Ausnahme bei dieser Regelung bilden weiterhin die Beschäftigten im medizinischen Bereich: Für sie gilt immer noch das Freitesten nach dem fünften Tag, so der SPD-Politiker.

Neue Quarantäne-Regeln stehen im Raum: Isolation soll auf 5 verkürzt werden

Erstmeldung von Montag, 4. April 2022: Berlin – Am 2. April fallen in den meisten Bundesländern strenge Corona-Maßnahmen weg. In vielen Supermärkten wie Edeka und Aldi müssen Kunden dann noch nicht mal eine Maske tragen. Jetzt sollen auch die Quarantäne-Regeln gelockert werden. Bereits in der nächsten Woche könnten es sein, dass Infizierte nur noch fünf Tage in Corona-Quarantäne müssen. Außerdem sollen strenge Regeln zur Isolation fallen.

Das Bundesgesundheitsministerium und das Robert Koch-Institut (RKI) haben dies vorgeschlagen und am 30. März ein Konzept an die Länder geschickt. Das RKI wird jetzt zeitnah prüfen, „ob und wie lange eine Absonderung von Infizierten und Kontaktpersonen in der aktuellen Pandemiephase“ angebracht ist. Dazu wird sich das RKI mit den Ländern abstimmen.

Neue Quarantäne-Regel wird auf fünf Tage gekürzt: RKI prüft Corona-Lockerungen

Trotz hoher Corona-Fallzahlen lockert das Bundesgesundheitsministerium derzeit die strengen Corona-Regeln. Der Grund sind die leichteren Verläufe durch die Omikron-Variante sowie den Subtyp BA.2 der Corona-Variante. Die geplanten, neuen Quarantäne-Regeln sehen vor, die Dauer der Isolation auf fünf Tage zu verkürzen. Das wird die Bürger freuen – schließlich wollen Infizierte möglichst schnell die Quarantäne beenden und sich freitesten.

Um sich in Zukunft freizutesten, müssen Betroffene nach wie vor 48 Stunden ohne Symptome sein. So steht es in dem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums und des RKI, schreibt die Deutsche Presse Agentur (dpa), der das Schreiben vorliegt.

Corona-Krisenmanager: RKI-Chef Lothar Wieler (li.) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach.
Corona-Krisenmanager: RKI-Chef Lothar Wieler (li.) und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. © Frank Ossenbrink/imago

Neue Quarantäne-Regel wird verkürzt und strenge Corona-Regeln gelockert: Infizierte sollen freiwillig Kontakte reduzieren

Bislang dauerte die Isolation oder Quarantäne in der Regel zehn Tage. Zum Verständnis: Infizierte müssen in Isolation, Kontaktpersonen in Quarantäne. Nach frühestens sieben Tagen konnten sich Corona-Infizierte bislang mit einem negativen PCR- oder offiziellen Schnelltest freitesten.

In einem Ausnahmefall kann man sich derzeit auch trotz Corona und einem positiven Testergebnis nach sieben Tagen freitesten. Dazu muss der CT-Wert über 30 liegen.

Auch die strengen Corona-Regeln zu Hause sollen gelockert werden: Es soll „keine strenge Isolierung“ mehr geben. Stattdessen will das Bundesgesundheitsministerium darauf setzen, dass Infizierte in Zukunft freiwillig Kontakte reduzieren. Auch eine formelle Anordnung des Gesundheitsamtes soll künftig entfallen. Die Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten soll ebenfalls künftig noch fünf Tage dauern und muss keine „strenge Quarantäne“ mehr sein.

Pläne zu Corona-Lockerungen der Quarantäne-Regel: Ärzte loben, Patientenschützer warnen

Die geplanten Corona-Lockerungen bei der neuen Quarantäne-Regel stoßen auf gemischte Gefühle. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) begrüßte die Pläne. KBV-Vorstandschef Andreas Gassen sagte der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag: „Die Omikron-Welle bringt zwar sehr viele Ansteckungen mit sich, die aber weit überwiegend leicht verlaufen.“ Vor diesem Hintergrund komme der Vorschlag für neue Quarantäne-Regeln zur richtigen Zeit. „Wir würden ansonsten Gefahr laufen, dass wichtige Infrastruktur in Deutschland lahmgelegt würde.“

Von Patientenschützern kamen dagegen scharfe Warnungen. „Für Kranke, Pflegebedürftige und vulnerable Menschen ist ein solches Taktieren hochgefährlich“, sagte Vorstand Eugen Brysch der dpa. Schon eine geringe Viruslast bei Pflegenden und Unterstützenden habe für die verwundbare Gruppe fatale Auswirkungen. „Die Verkürzung der Quarantäne-Zeit darf in der Altenpflege nicht zum Russisch Roulette für die hilfsbedürftigen Menschen werden.“

Corona-Quarantäne wird auf fünf Tage gekürzt: Änderungen könnten schon nächste Woche kommen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat angekündigt, dass die Länder noch eigene Vorschläge einbringen könnten. Neue Corona-Regeln wie die verkürzte Quarantäne-Regel könnten laut Ministerium dann in der nächsten Woche kommen.

Klingt so, als könnten sich die Deutschen im April auf ein Stück lang ersehnte Freiheit freuen. Denn wie bereits erwähnt werden ab dem 2. April viele Regeln gelockert – wie die Maskenpflicht im Einzelhandel oder die Corona-Regeln beim Friseur.

Nach dem geänderten Infektionsschutzgesetz sind den Ländern dann nur noch wenige Schutzvorgaben möglich – etwa zu Masken sowie Tests in Schulen. Um die Maskenpflicht weiter durchsetzen zu können, können Länder regionale Hotspots verhängen, wenn das Landesparlament für diese eine drohende kritische Corona-Lage feststellt. Von den 16 Ländern setzen dies aber nur zwei Länder um: Nur Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gelten derzeit als Hotspot.*

Wie lange die Lockerungen anhalten werden, ist allerdings ungewiss, wenn man sich die Entwicklungen in anderen Ländern ansieht.

Corona-Regeln werden weitreichend gelockert – was das in Österreich für Konsequenzen hatte

In Österreich stiegen nach der Aufhebung zahlreicher Corona-Schutzmaßnahmen die Infektionszahlen rasant. Knapp zwei Wochen nach den Lockerungen wurde dann beschlossen, dass österreichische Bürger in öffentlichen Innenräumen wieder FFP2-Masken tragen müssen, wie Gesundheitsminister Johannes Rauch am 18. März verkündete.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zu diesem Zeitpunkt in Österreich bei 3600. In Deutschland liegt die 7-Tage-Inzidenz aktuell bei 1625,1 (Stand: 31. März). (Mit Material der dpa) *24hamburg.de und kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare