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Neue Omikron-Variante BA.2.75 entdeckt – Experte besorgt wegen Centaurus

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Von: Yannick Hanke

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Die Omikron-Subvariante BA.5 breitet sich aus und nun wurde auch noch die neue Omikron-Variante BA.2.75 entdeckt. Was hat es mit Centaurus auf sich?

Berlin/London – Es will kein Ende nehmen: Nun wurde mit Omikron BA.2.75 eine neue Subvariante von Omikron, auch als Centaurus bekannt, entdeckt. Und das auch in Deutschland. Wie so oft bei neuen Corona-Varianten ist zunächst einmal Vorsicht geboten. Doch schon bezeichnet der britische Virologe Thomas Peacock die Entdeckung der neuen Omikron-Variante BA.2.75 als „alarmierend“. Was ist bereits über die Variante vom Coronavirus bekannt? Und in welcher Verbindung steht sie zu Omikron BA.5?

Omikron BA.2.75: Neue Omikron-Variante Centaurus „der zweiten Generation“ entdeckt

In Bezug auf die neue Omikron-Variante BA.2.75 respektive Centaurus lässt der Londoner Top-Virologe auf Twitter Folgendes verlauten: „Es lohnt sich, BA.2.75 genau im Auge zu behalten – viele Spike-Mutationen, wahrscheinlich Variante der zweiten Generation, scheinbar schnelles Wachstum und weite geografische Verbreitung.“

In einem Labor werden verschiedene Proben vom Coronavirus sequenziert.
Mit Omikron BA.2.75 wurde mal wieder eine neue Corona-Variante entdeckt. Für einen britischen Virologen ist das „alarmierend“. (Symbolbild) © imago

Nach Auffassung von Thomas Peacock handelt es sich bei der neuen Omikron-Variante BA.2.75 um eine „Variante der zweiten Generation“. Nach mittlerweile einheitlicher Meinung aus Kreisen der Wissenschaft könnten diese durch chronische Infektionen entstehen. Konkret handelt es sich bei Omikron BA.2.75, wahlweise auch als Centaurus zu bezeichnen, um die zweite Generation der Omikron-Variante BA.2.

Neue Omikron-Variante BA.2.75 bereits in Kanada, Indien, Großbritannien und Deutschland nachgewiesen

Eben jene Variante der zweiten Generation, also Omikron BA.2.75, würde laut Virologe Thomas Peacock eine hohe Zahl unterschiedlicher Mutationen aufweisen. Die neue Omikron-Variante BA.2.75 sei bereits in Indien, Großbritannien, Kanada und auch in Deutschland nachgewiesen worden.

Die sequenzierten Fälle in den Laboren, also die untersuchten Omikron BA.2.75-Proben, würden bei über 50 liegen. Aufgrund der großen geografischen Verbreitung von Omikron BA.2.75 wird die Verbreitung jedoch bereits deutlich höher eingeschätzt. Die Datenlage sei jedoch noch zu gering, um die neue Corona-Lage konkret bewerten zu können und valide Aussagen zu formulieren.

Omikron BA.5 dominiert weiterhin in Deutschland – Krankenhäuser enorm belastet

Indes darf nicht außer Acht gelassen, dass die Omikron-Subvariante BA.5 in Deutschland weiterhin dominiert. Omikron BA.5 überträgt sich deutlich einfacher und schneller auf den Menschen, als es beispielsweise bei Omikron BA.1 und BA.2 oder der Delta-Variante der Fall gewesen ist. Das spiegelt sich auch in der enormen Aus- und Belastung der Krankenhäuser und Kliniken wider. Personalausfälle durch Infektionen, nicht zuletzt mit Omikron BA.5, tun ihr Übriges.

Wie es im Tagesreport des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) und des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montag, 4. Juli 2022, heißt, ist die Zahl der Schwerkranken, die auf Intensivstationen wegen einer Covid-19-Infektion behandelt werden, zuletzt wieder angestiegen. Am Sonntag sei der Wert auf 1000 gestiegen, tags darauf ist von 1062 Corona-Intensivpatienten die Rede. Seit Mitte Mai 2021 sei die Patientenzahl nicht mehr so hoch gewesen.

Hohe Infektionslast durch Omikron BA.5 – Lungenentzündungen nehmen zu

Grundsätzlich spricht Christian Karagiannidis, Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, von einer sehr hohen Infektionslast innerhalb der Bevölkerung. Das ist vor allem auf die Omikron-Subvariante BA.5 zurückzuführen, die sich in Form einer Erkältung äußern kann, Symptome mitunter aber erst nach einer Woche auftreten.

Karagiannidis verweist gegenüber Spiegel Online aber auch auf Berichte einiger Kliniken, denen zufolge mehr Lungenentzündungen auf den Normalstationen als sonst festzustellen sind. Dies geschehe unter dem Einfluss von Omikron BA.5, gegen das der Mensch trotz vorheriger BA.1- oder BA.2-Infektion nicht immun ist, aber auch durch die Sublinie BA.4. Bleibt abzuwarten, welche Spezifika die neu entdeckte Omikron-Variante BA.2.75 aufweist.

Omikron BA.2.75 auch als Centaurus bekannt: Virologen in Sorge wegen neuer Corona-Variante

Mittlerweile wurde Omikron BA.2.75 respektive Centaurus auf die Liste der Corona-Varianten genommen, die das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) überwacht. Von Shishi Luo, Leiterin der Abteilung für Infektionskrankheiten bei Helix, einem US-Virussequenzierungsunternehmen, heißt es, dass Omikron BA.2.75 in vielen Teilen der Welt selbst bei geringerer Virusüberwachung entdeckt wurde.

Und das sei ein Hinweis für die schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante Centaurus. Auch, wenn noch wenig über Omikron BA.2.75 bekannt ist: Impfstoffe und Auffrischungsimpfungen seien immer noch die beste Verteidigung gegen eine schwere Corona-Erkrankung. Centaurus sei aber auch eine Erinnerung daran, dass sich das Coronavirus ständig weiterentwickle und ausbreite. Oder, wie Luo von der „Welt“ zitiert wird: „Wir müssen akzeptieren, dass wir jetzt mit einem höheren Risiko leben als früher“. Wohl wahr.

* Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am Donnerstag, 14. Juli 2022, um 15:53 Uhr aktualisiert.

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