Odenwaldschule: Sechs Verfahren eingestellt

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An dem Elite-Internat waren Anfang März länger zurückliegende sexuelle Übergriffe bekanntgeworden.

Darmstadt - Im Zusammenhang mit den Missbrauchsfällen an der Odenwaldschule hat die Staatsanwaltschaft Darmstadt fast die Hälfte der 13 Ermittlungsverfahren eingestellt.

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Dies teilte ein Sprecher der Behörde am Freitag mit. Zwei beschuldigte Ex-Lehrer seien schon tot, in zwei weiteren Fällen stammten die zur Last gelegten Taten aus den Jahren 1966 und 1968 und seien verjährt. “In zwei anderen Verfahren waren keine konkreten Straftatbestände zu erkennen“, sagte der Sprecher.

Sieben Verfahren seien noch offen. Dazu zähle auch das gegen den früheren Schulleiter Gerold Becker, der als Hauptbeschuldigter gilt. Becker war von 1969 bis 1985 an der Odenwaldschule. Er hatte Verfehlungen zugegeben und sich entschuldigt.

An dem für seine Reformpädagogik bekannten Elite-Internat im südhessischen Heppenheim waren Anfang März länger zurückliegende sexuelle Übergriffe bekanntgeworden. Die Schule, die vor kurzem ihr 100-jähriges Bestehen feierte, geht von etwa 40 Opfern zwischen 1966 und 1991 aus.

Die noch laufenden Verfahren beträfen sechs ehemalige Lehrer und einen beurlaubten Pädagogen. “Wir prüfen, ob es auch Fälle gegeben hat, die noch nicht verjährt sind“, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft weiter. Bisher deute sich aber an, dass auch die noch nicht abschließend bewerteten Vorwürfe zu lange zurückliegen und deshalb strafrechtlich nicht mehr verfolgt werden können. Laut hessischem Justizministerium verjährt schwerer sexueller Missbrauch von Kindern 20 Jahre, nachdem das Opfer volljährig geworden ist.

Als nächster wichtiger Termin für die Odenwaldschule gilt der 29. Mai. An diesem Tag sollen ein neuer Vorstand und ein neuer Sprecher des Schul-Trägervereins gewählt werden. Bei einer Krisensitzung Ende März waren fünf Vorstände zurückgetreten. Ihnen wird mangelnde Bereitschaft zur Aufklärung der Übergriffe vorgeworfen. Der bei diesem Treffen zum Sprecher des Trägervereins bestimmte Philipp Sturz gibt auf, weil die alten Kräfte nicht bereit waren, auch den Trägerverein zu verlassen.

dpa

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