Nach der Hitze: Tote und Verletzte bei Unwettern

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Die Feuerwehr rettet in Aachen eine Frau aus ihrem zerstörten Auto. Ein Baum war bei einem Unwetter auf das Auto gestürzt.

Düsseldorf - Die Hitzewelle über Deutschland entlud sich im Nordwesten der Republik in teils schweren Unwettern. Zwei Menschen kamen ums Leben, auf der Helgoländer Düne wütete ein Tornado.

Ein gewaltiges Sommergewitter hat in Nordwestdeutschland zwei Menschen das Leben gekostet. Zahlreiche Personen wurden verletzt, die Sachschäden gehen in die Millionenhöhe. Das Sturmtief “Norina“ wütete vor allem in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Zum Wochenende hin soll es in ganz Deutschland wieder drückend heiß werden.

Im südwestlichen Niedersachsen kam am Tierpark der Stadt Nordhorn eine Frau ums Leben. Eine große Pappel knickte um und stürzte auf ein Haus. Dort hatte die 47-Jährige auf einer Radtour mit ihrem Hund Schutz vor dem Sturm gesucht. In Köln kam eine 54-jährige Rollerfahrerin ums Leben, die sich in einer Unterführung untergestellt hatte und dort von einem Lastwagen erfasst wurde.

Bilder: Unwetter über Deutschland

Unwetter über dem Nordwesten Deutschlands

Am Nachmittag tobte ein Tornado über die Helgoländer Düne, eine dem Hauptfelsen vorgelagerte Badeinsel. Elf Menschen wurden nach Angaben der Feuerwehr verletzt, vor allem von umherfliegenden Strandkörben. Der Campingplatz wurde fast völlig verwüstet. Auf dem kleinen Flugplatz kippte eine Propellermaschine um. “So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte der 63-jährige Rentner Wilfried Richters. Wie eine schwarze Wand raste das Unwetter gegen 15.30 Uhr heran.

Im ostfriesischen Hafen Leer richtete das Unwetter Schäden von etwa einer Million Euro an. Sturmböen mit bis zu 110 Kilometern pro Stunde rissen nach Angaben der Wasserschutzpolizei einen 157 Meter langen und 17 Meter breiten Schiffsneubau los. Der Frachter stellte sich im Hafen quer und krachte gegen die Werftanlage. Dadurch sprang ein Kran aus den Schienen, stürzte um und fiel auf das Schiff und zwei Dächer. In der Ortschaft Utgast stürzte ein Bauernhaus komplett ein. Von den ostfriesischen Inseln war Baltrum am schlimmsten betroffen. Der Orkan schlug dort eine regelrechte Schneise.

Auch die Bahn war von den Unwettern am Montagnachmittag betroffen. Die Strecke von Rheine nach Emden wurde ebenso gesperrt wie die Bahnstrecke von Oldenburg nach Osnabrück. Zahlreiche Bäume waren in die Oberleitungen gestürzt. Wegen eines Defekts in einem Stellwerk war der Zugverkehr zwischen Hamburg und Sylt rund acht Stunden unterbrochen. Betroffen waren allein dort rund 2000 Reisende. Am Abend wurde die Strecke wieder freigegeben.

Viele Straßen im westlichen Niedersachsen waren wegen umgestürzter Bäume blockiert. Zum Teil fielen auch Strom, Telefon und Internetzugang aus. Von einer Brückenbaustelle an der Autobahn 30 löste sich die Bauverschalung samt Eisenbewehrung. Einige Eisenstangen schlugen durch die Frontscheibe eines Autos.

Bahnverkehr kommt zum Erliegen

In Nordrhein-Westfalen kam der Bahnverkehr auf wichtigen Strecken fast vollständig zum Erliegen. Mehrere Menschen wurden verletzt. Ein Bahnsprecher in Düsseldorf berichtete von “massiven Störungen“ wegen Blitzeinschlägen und Bäumen auf der Strecke. Betroffen waren der Fern- und Nahverkehr sowie alle S-Bahnlinien an Rhein und Ruhr. Auf dem Düsseldorfer Hauptbahnhof standen die Reisenden am Nachmittag in dichten Trauben auf den Bahnsteigen und warteten auf Züge. “Zur Dauer der Störungen können wir noch keine Angaben machen“, teilte die Bahn mit.

In zahlreichen Ortschaften an Rhein und Ruhr flogen Dachziegel durch die Luft, Bäume knickten um, Starkregen setzte Straßen unter Wasser. Allein in Aachen wurden acht Menschen leicht verletzt. In Mönchengladbach wurde eine Schulklasse während eines Ausflugs in einem Park von dem Unwetter überrascht. Vier Kinder wurden von herabfallenden Ästen leicht verletzt.

Auch in Baden-Württemberg kam es zu heftigen Gewittern. In Waldkirch in Südbaden wurde die längste Röhrenrutschbahn Europas von umstürzenden Bäumen zerstört. Eine Gewitterfront mit heftigen Sturmböen knickte in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns reihenweise Bäume um. Vielbefahrene Bundesstraßen bei Schwerin waren unpassierbar.

Nach einer leichten Abkühlung ist für Mittwoch wieder ein Temperaturanstieg auf 29 Grad im äußersten Norden und 36 Grad im Süden vorhergesagt. Ein Ende der Hitzewelle sei nicht in Sicht, sagte DWD-Meteorologin Dorothea Paetzold am Montag in Offenbach - “im Gegenteil, am kommenden Wochenende gibt es wieder ein Maximum“. Sobald die Sonne weg ist, beginnen Tropennächte mit Temperaturen von mehr als 20 Grad. Es wird zunehmend schwül.

dpa

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