Notlandung erschreckt Parkbesucher in Berlin

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Die notgelandete Maschine

Berlin - Schreck in der Abendsonne: Auf dem ehemaligen Flughafen Tempelhof, der inzwischen ein großer Park ist, schwebte plötzlich eine kleine Maschine herab. Das Not-Manöver glückte - doch noch ist unklar, wie sie dort wieder wegkommt.

Während einer Rundtour über Berlin ist ein Kleinflugzeug mit vier Menschen an Bord auf dem stillgelegten Berliner Flughafen Tempelhof notgelandet. Die Maschine setzte am Samstagabend sicher auf der früheren südlichen Landebahn auf, wie Polizei und Feuerwehr mitteilten. Verletzt wurde niemand.

Das Flugzeug musste auf dem Gelände notlanden, das erst vor sieben Wochen als Grünanlage geöffnet worden war. Vor allem am Wochenende strömen viele Berliner auf die riesige Freifläche. Wie und wann das Flugzeug das Gelände wieder verlässt, steht noch nicht fest.

Auf einmal habe der Motor gestottert, das Flugzeug vom Typ Socata TB 10 Tobago habe an Höhe verloren, erzählte der 31 Jahre alte Pilot nach der Landung. Mit ihm an Bord waren drei Passagiere, die am größten Berliner Flughafen Tegel für einen Rundflug eingestiegen waren.

Auf der Suche nach einer Landemöglichkeit stimmte sich der Pilot mit den Lotsen im Tower des Flughafens Berlin-Schönefeld ab - und steuerte gegen 18.30 Uhr auf das Tempelhofer Feld, das eigentlich gar kein Airport mehr ist. Das Areal, auf dem während der Berlin- Blockade 1948/49 die Rosinenbomber landeten, war im Herbst 2008 für den Flugbetrieb geschlossen worden.

Die Notlandung des unerwarteten Flugobjekts dürfte manchen Parkbesucher beim Flanieren, Radfahren oder Sonnenbaden ziemlich erschreckt haben. Als die Maschine auf der Landebahn aufsetzte, kam aber niemand zu Schaden. Sicherheitshalber rückte die Feuerwehr an. Die Polizei zog rot-weißes Absperrband um die blau-weiße Maschine.

Einige Neugierige kamen, um zuzuschauen. Am Sonntag wurde die Tobago dann in einen abgesicherten Bereich gebracht, der für Besucher nicht zugänglich ist.

Dort müsse das Flugzeug erst einmal überprüft werden, sagte der Sprecher der Senatsverwaltung für Verkehr, Mathias Gille, am Sonntag. Bei dem Notmanöver wurde die Maschine nicht beschädigt, aber der Motor müsse untersucht werden. Noch sei nicht klar, ob der Flieger am Ort repariert werden könne, da es in Tempelhof keine Werkstatt mehr gibt. Auch betankt werden könne die Maschine dort nicht.

Eine Sondergenehmigung für einen Start dürfte es aller Voraussicht nach nicht geben. Die Grünfläche mit vielen Besuchern sei “kein abgesicherter Ort mehr“, erklärte Gille. Es gebe auch keine Flugsicherung auf dem Gelände. “Wir gehen davon aus, dass der Flieger auf dem Landweg Richtung Flughafen Tegel abtransportiert wird.“

Dass der Tempelhofer Park eine Option für Notlandungen ist, kann auch in Zukunft nicht ausgeschlossen werden. “Der Pilot wird immer die besten Bedingungen zum Notlanden suchen, im öffentlichen Raum ist das immer mit Gefahren verbunden“, erläuterte der Sprecher.

Erst vor einer Woche war ein Rosinenbomber, der für Rundflüge über Berlin kreist, nahe dem Flughafen Schönefeld notgelandet. Das Manöver endete aber weniger glimpflich: Kurz nach dem Start war ein Triebwerk ausgefallen, schlitternd kam die Maschine vom Typ Douglas DC-3 an einem Bauzaun zum Stehen. Ein Triebwerk fing Feuer. Sieben der 28 Passagiere wurden verletzt.

dpa

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