SEK nimmt mutmaßlichen Unterstützer der Terrorzelle fest

Karlsruhe - Ein weiterer mutmaßlicher Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle “Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ist in Sachsen festgenommen worden.

Ein Sondereinsatzkommando der Polizei in Sachsen hat am Sonntag den 36-jährigen Matthias D. wegen mutmaßlicher Unterstützung der Zwickauer Neonazi-Terrorzelle festgenommen. Der Mann wurde am frühen Morgen an seinem Wohnort im Erzgebirgskreis (Sachsen) gefasst, teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Matthias D. sei “dringend verdächtig, in zwei Fällen die terroristische Vereinigung Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) unterstützt zu haben“. Er soll einer der mutmaßlichen Führer der Neonazi-Gruppe “Brigade Ost“ aus Johanngeorgenstadt sein. Das sagte die Rechtsextremismus-Expertin Kerstin Köditz, eine Linkspartei-Landtagsabgeordnete aus Sachsen, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa in Dresden.

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Zudem durchsuchen Beamte des Bundeskriminalamts und sächsische Polizeikräfte in dem Landkreis drei Wohnungen, darunter die des Beschuldigten und die einer weiteren möglichen Unterstützerin, berichtete die Bundesanwaltschaft. D. soll den Mitgliedern des NSU - Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe - zwei Wohnungen in Zwickau als dauerhafte Unterkunft überlassen haben, darunter auch die, die Zschäpe nach dem Tod ihrer Komplizen in die Luft gesprengt haben soll.

DVD des Sadismus: Bilder aus dem Video der NSU

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Um keinen Verdacht zu erregen, soll der aus Johanngeorgenstadt stammende gelernte Fleischer ab Juni 2003 mit Böhnhardt schriftliche Untermietverträge auf einen Aliasnamen des NSU-Mitglieds geschlossen haben. Er habe die Zwickauer Zelle dadurch unterstützt, “ein Leben unter falscher Identität zu führen und unentdeckt Terroranschläge verüben zu können“, teilte die Karlsruher Behörde mit. Der Beschuldigte werde dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden, der ihm den Haftbefehl eröffnen werde.

Berichte: NSU-Verbindungen nach Berlin und Zürich

Unterdessen könnte es nach einem Bericht des “Tagesspiegel“ auch Verbindungen der NSU nach Berlin geben. Zwei Neonazis aus der Hauptstadt sollen vom mutmaßlichen NSU-Unterstützer Andre K. 1998 um Hilfe für das untergetauchte Terror-Trio gebeten haben, wie die in Berlin erscheinenden Zeitung laut Vorabmeldung unter Berufung auf Sicherheitskreise in ihrer Montagausgabe berichtet. Ob sie der Bitte nachkamen, blieb unklar. Die mutmaßlichen Terroristen sollen zudem 2000 in Berlin gesichtet worden sein. Die Bundesanwaltschaft wollte den Bericht nicht kommentieren.

Medienberichte, wonach die NSU auch an dem Mord an einen israelischen Rabbiner in Zürich 2001 beteiligt gewesen sein sollen, konnte die Bundesanwaltschaft ebenfalls nicht bestätigen. “Für eine Verbindung zu der Tat gibt es bislang keine zureichenden Anhaltspunkte“, sagte ein Sprecher. 

Die NSU soll bundesweit für neun Morde an Kleinunternehmern türkischer und griechischer Herkunft in den Jahren 2000 bis 2006, den Mordanschlag auf Polizisten in Heilbronn vom April 2007 und zwei Bombenanschläge in Köln von 2001 und 2004 verantwortlich sein.

dpa/dapd

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