Suchtexperten warnen vor neuem Koffeinpulver

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Koffeinpulver liegt für eine Fotoillustration in Berlin - Prenzlauer Berg vor einem Pappschild mit der Beschriftung "coffaina BLEIBWACH" auf einem Tisch.

Berlin - Seit einem Monat ist ein neues Koffeinpulver in Tütchen erhältlich. Die Wirkung entspircht der von Energydrinks. Suchtexperten warnen davor. Jetzt wird der Getränkezusatz überprüft.

Das Berliner Veterinär- und Lebensmittelaufsichtsamt überprüft in Berliner Kiosken erhältliche Koffeintütchen. “Es wurden Proben genommen, die vom Landeslabor Berlin-Brandenburg nun überprüft werden“, sagte Regina Kneiding, Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, der Nachrichtenagentur dapd. Damit solle festgestellt werden, ob die nach Herstellerangaben mit 125 Milligramm Koffein befüllten Tütchen verkehrsfähig sind und tatsächlich nur Koffein und Zucker enthalten. Ergebnisse der Proben erwartet die Senatsverwaltung erst in zwei bis drei Wochen.

Die “Coffaina“-Tütchen sind seit gut einem Monat an Kiosken in den Stadtteilen Kreuzberg und Prenzlauer Berg erhältlich. Mit ihnen sollen sich Kunden laut Herstellerangaben einen Energydrink nach ihrem eigenen Geschmack herstellen können, etwa mit Saft oder Tee.

Der Verkauf von Koffeinpulver als Getränkezusatz ist aus Sicht von Suchtexperten bedenklich. “Koffein ist eine psychoaktive Substanz, die zwar legal, aber dennoch unter Umständen gefährlich ist“, sagte Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, im Gespräch mit dapd. Mit dem Pulver könne eine absichtliche Überdosierung viel einfacher erreicht werden, als dies etwa mit Kaffee oder Energydrinks der Fall sei.

Hersteller kann Kritik nicht nachvollziehen

Gaßmann kritisierte zudem den aufgedruckten Warnhinweis für Kinder. Dieser mache das Koffeinpulver für Minderjährige viel interessanter, da es den Reiz des Verbotenen ausübe.

Der Hersteller des Koffeinpulvers ist von der Kritik an seinem Produkt überrascht. “Ich finde das teilweise amüsant und auch nicht nachvollziehbar“, sagte der 30-jährige Kreuzberger Unternehmer im Gespräch mit dapd. Insbesondere der Vorwurf, das weiße Pulver ähnele der Droge Kokain, sei absurd. “Wer gleich an so etwas denkt, hat wahrscheinlich selbst mit Drogen zu tun. Es gibt auch Backpulver und Traubenzucker zu kaufen, da hat ja auch niemand etwas dagegen“, sagte er.

Den aus 120 Milligramm reinem Koffein und Traubenzucker bestehenden Wachmacher lasse er von einem pharmazeutischen Labor abfüllen. “Das könnten wir selbst nicht, bei den Mengen im Milligrammbereich wäre das zu heikel gewesen“, sagte er. Eine Dosis enthalte etwa so viel Koffein, wie drei Tassen Espresso oder zwei Tassen Filterkaffee.

dapd

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