Neue Forderungen von Anwalt der Kaprun-Opfer

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Bergungsarbeiter inspizieren die verbrannten Reste der Gletscherbahn im Tunnel am Kitzsteinhorn in Kaprun.

Wien - Knapp zwei Jahre nach dem Brand in der Gletscherbahn zum Kitzsteinhorn in Kaprun (Österreich) macht der Anwalt der Opfer neue Forderungen geltend.

Er sprach sich für eine neue, international besetzte Vermittlungskommission sowie einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss aus, um nachträglich mehr Entschädigungsgeld für die Hinterbliebenen einzufordern. Gerhard Podovsovnik habe einen offenen Brief an den österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann geschrieben, zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA am Montag den Anwalt.

Der Jurist erkläre darin, bei den Entschädigungsverhandlungen sei eine Höherversicherung verschwiegen und Leistungsbetrug begangen worden. Er habe eine Liste über weitere Versicherungen der Gletscherbahnen Kaprun AG zugespielt bekommen, die eine Höherversicherungssumme von rund 134 Millionen Euro belegen. Diese Summe sei im Kaprun-Strafprozess und auch im Rahmen der Vermittlungskommission verschwiegen worden. Jeder Angehörige und jeder Überlebende hätte zumindest die sechsfache Summe bekommen müssen, erklärte Podovsovnik.

Die 451 Überlebenden und Angehörigen der Opfer hatten im Sommer 2008 nach einem langen Rechtsstreit um Entschädigungszahlungen einen Vergleichsbetrag in der Höhe von 13,9 Millionen Euro zugesprochen bekommen. Bei dem Brand in der Gletscherbahn zum Kitzsteinhorn in Kaprun waren am 11. November 2000 insgesamt 155 Menschen verbrannt oder erstickt. Unter den Opfern waren etwa 30 Touristen aus Deutschland und rund 70 aus Österreich.

dpa

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