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Neue Corona-Variante breitet sich aus: Was bisher über Omikron XXB bekannt ist

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Von: Jan Knötzsch

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Auf einem Scrabble-Spiel stehen mit Würfeln gebildet die Wörter Pandemie und Omikron.
Neue Corona-Variante auf dem Vormarsch: In Singapur breitet sich Omikron XXB aus – wird die Subvariante auch in Deutschland bestimmend? © Steinach/imago

Nach BA.2.75 und BQ.1.1 ist die Zeit von XXB. Nach der Entdeckung in Indien macht sich in Singapur eine neue Corona-Variante breit. Wie gefährlich ist Omikron XXB? 

Berlin – Der Corona-Herbst 2022 steht vor der Tür. Oder besser gesagt: Er scheint schon längst in vollem Gange zu sein. Denn: Krankenhäuser fordern wegen der wachsenden Corona-Gefahr bereits die Maskenpflicht in Innenräumen. Diskussionen, dass die Maskenpflicht in Restaurant zurückkommen könnte, gibt es ebenso wie die ersten Befürworter einer Rückkehr der Maskenpflicht in Supermärkten. Bei der Corona-Entwicklung in Deutschland ist derzeit auch weiter die Omikron-Variante BA.5 die vorherrschende. Der Verlauf und die Symptome bei Omikron BA.5 können dabei heftig ausfallen.

Omikron XXB: Neue Variante in Singapur kommt zum Corona-Herbst in Deutschland

Während die Omikron-Variante BA.5, bei der Betroffene über neue Corona-Symptome wie Übelkeit, Ausschlag und Nachtschweiß klagen, in Deutschland weiterhin das Infektionsgeschehen bestimmt, kommt es nun auch vermehrt zu Ausbrüchen mit der Corona-Variante BQ1.1. Eine weitere Subvariante von Omikron droht jetzt die Fallzahlen und Hospitalisierungsraten weiter in die Höhe zu treiben. So ist es bereits in Singapur geschehen, wo die neue Omikron-Subvariante XXB aufgetaucht ist.

Was ist bislang über Omikron XXB bekannt und wie gefährlich ist die neuste Omikron-Variante des Coronavirus?

Neue Corona-Variante XXB in Indien entdeckt – in Singapur macht XBB schon 54 Prozent der Fälle aus

Die Omikron-Variante XXB wurde erstmals im August 2022 nachgewiesen. Allerdings nicht in Singapur. Die Corona-Variante XXB trat zunächst in Indien auf. Inzwischen hat sich Omikron XXB laut Corona-Experten in 17 Länder verbreitet. Besonders betroffen von Omikron XXB, vor dem neben BA.5 auch schon Subvarianten wie Omikron BA.2.75 auftauchten und Experten wegen der Corona-Variante Centaurus besorgt sind, ist Singapur. Dort wurde die Corona-Subvariante XXB binnen weniger Wochen zur absolut bestimmenden Corona-Variante des Landes. Mittlerweile macht Omikron XXB dort bereits 54 Prozent der Fälle mit dem Coronavirus aus, während die bislang dominierende Variante Omikron BA.5 – so lange dauert übrigens die Inkubationszeit mit der Variante – rückläufig ist.

Der Anteil von BA.5 - das bedeutet der CT-Wert bei der Erkrankung mit der Variante - liegt in Singapur nur noch bei 21 Prozent. Die neue Welle mit der Omikron-Subvariante XXB hat dort jedoch noch nicht ihrem Höhepunkt erreicht. Die Corona-Experten rechnen dort damit, dass dieser Höhepunkt laut des Gesundheitsministeriums des Landes ((Ministry of Health, kurz MOH) bereits in der Mitte des November 2022 erreicht ist. Singapur bereitet sich allerdings schon jetzt auf den Höhepunkt der Corona-Welle mit Omikron XXB vor: Die Zahl der Betten in den Krankenhäusern wird aufgestockt. So viele Patienten wie möglich werden aus den Krankenhäusern entlassen, wenn ihr Verbleib nicht erforderlich ist. So soll die Zahl der freien Betten erhöht werden, um für die Welle mit zunehmender Zahl von Infektionen mit Omikron XXB für den Ernstfall so gut wie möglich gewappnet zu sein.

Neue Corona-Variante: Wie gefährlich ist Omikron XXB? Bislang wohl ansteckendste Subvariante des Virus

Laut Expertenmeinung ist die Omikron-Variante XXB ansteckender als alle vorherigen Corona-Varianten wie zum Beispiel auch die Omikon-Subvariante BA.2.75.2, wegen der ein schwerer Winter erwartet wird. Forscher befürchten bei Omikron XXB bereits, dass Corona-Medikamente unwirksam werden könnten. Das MHO in Singapur spricht vorsichtig davon, dass es Hinweise gibt, dass die Corona-Variante XXB dazu führen könne, dass die Zahl der Re-Infektionen steigen könnte. Noch keine Hinweise hat das MHO derweil aber dafür, dass XXB schwerere Verläufe einer Corona-Infektion verursacht. Die Experten aber werden da schon eine Spur deutlicher – auch wenn es noch keinen wissenschaftlichen Beleg gibt, dass Omikron XXB die bislang ansteckendste Corona-Variante ist.

Es handelt sich wahrscheinlich um die am stärksten immunvermeidende Variante.

Amesh Adalja, vom Johns Hopkins Center for Health Security in Baltimore/Maryland (USA)

„Es handelt sich wahrscheinlich um die am stärksten immunvermeidende Variante“, sagte Amesh Adalja, vom Johns Hopkins Center for Health Security gegenüber dem Nachrichtenportal The Daily Beast. Weil die Immunität der Bevölkerung in Singapur gegen den natürlichen Schutz einer Infektion im Laufe der Zeit wahrscheinlich schwindet, seien laut MHO Singapur Impfungen sowie auch Auffrischungsimpfungen mit dem angepassten BA.4- und BA.5-Impfstoff von Moderna und Biontech/Pfizer besonders wichtig. Die Experten raten, sich möglichst eine weitere Corona-Impfung zu holen, wenn ihre bisherige Impfung gegen das Virus bereits längere Zeit zurückliegt.

Corona-Infektionen: Setzt sich Omikron-Variante BQ.1.1 oder XXB in Europa durch?

Nach bisherigen Erkenntnissen, so die Experten, soll ein Booster mit dem für die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepassten Impfstoffen gegen eine Infektion mit Omikron XXB gut wirken. Er vergrößere den Schutz vor einem schweren oder gar tödlichen Krankheitsverlauf. Omikron XXB hat sieben Mutationen auf dem Spike-Protein. Deswegen fällt es dem Immunsystem schwerer, die neue Corona-Variante XXB zu erkennen. Die Omikron-Subvariante XXB trickst Antikörper aus und kann dadurch leichter in unsere Körperzellen eindringen.

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Ob sich in Deutschland XXB oder die Corona-Variante BQ.1.1 durchsetzen wird, ist zunächst noch unklar. „In den nächsten Monaten könnte es ein enges Rennen zwischen den Sars-CoV-2 Varianten BQ.1.1 und XBB.1 geben“, konstatiert Moritz Gerstung vom Deutschen Krebsforschungszentrum auf Twitter. Über die Wachstumsrate von Omikron XXB gebe es derzeit noch eine große Ungewissheit, so Gerstung weiter, der es für wahrscheinlicher hält, dass Omikron BQ.1.1 in Zukunft einen höheren Anteil haben wird als Omikron XXB. Die Subvariante BQ.1.1 sei bereits jetzt in Europa und Nordamerika weit verbreitet. Von Omikron XXB hingegen gibt es bisher in Europa kaum Fälle.

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