Bad Nenndorf: 1.000 Anti-Neonazi-Demonstranten

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Bunt statt braun: Auch mit dieser Devise wehrte sich Bad Nenndorf gegen den Neonazi-Aufmarsch.

Bad Nenndorf/Ludwigshafen - Knapp 1.000 Menschen haben am Samstagvormittag friedlich gegen einen Neonazi-Aufmarsch im niedersächsischen Bad Nenndorf demonstriert.

Nach einem juristischen Streit durch zwei Instanzen blieb die Teilnehmerzahl deutlich unter den Erwartungen der Veranstalter, die mit mehreren Tausend gerechnet hatten. Organisiert wurde der Protest von der Initiative “Bad Nenndorf ist bunt“ und dem Deutschen Gewerkschaftsbund.

Vorausgegangen war ein Rechtsstreit zwischen Behörden und den Organisatoren der Gegendemonstration. Das Verwaltungsgericht Hannover hatte zunächst den Protest komplett verboten und nur den Aufmarsch von Neonazis erlaubt. Das Oberverwaltungsgericht Lüneburg kippte diese Entscheidung aber und gestattete die zweistündige Kundgebung am Morgen. Den Rechtsextremisten wurde erlaubt, sechs Stunden lang durch den kleinen Kurort zu ziehen.

Veranstalter Jürgen Uebel von der Initiative führte die niedrige Teilnehmerzahl auf den Rechtsstreit und Polizeisperren rund um Bad Nenndorf zurück. “Wir werden hier x-mal kontrolliert“, sagte er. Der Ort sei in zwei Hälften geteilt. Es sei ein unhaltbarer Zustand, dass die Stadt “durch Nazihorden terrorisiert“ werde.

Der Aufmarsch der rund 1.000 Neonazis, darunter etwa 200 Autonome Nationalisten, fand am Nachmittag statt. Aufgehalten wurde der Aufmarsch durch zwei Sitzblockaden mit jeweils 20 Menschen. Außerdem blockierten mehrere Gegner die Route mit einem Betongestell.

Neonazis melden seit 2006 regelmäßig im August in Bad Nenndorf einen sogenannten Trauermarsch an, um gegen angebliche “Kriegs- und Nachkriegsverbrechen“ der alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkrieges an deutschen Nationalsozialisten zu protestieren. Der Aufmarsch hat im Laufe der Jahre für die rechte Szene überregional Bedeutung erlangt. Er ist zu einer Art Ersatz für die Rudolf-Heß-Gedenkveranstaltungen geworden, die bis zu ihrem endgültigen Verbot ebenfalls alljährlich im August organisiert wurden.

Im rheinland-pfälzischen Ludwigshafen dagegen wurde eine NPD-Demonstration gegen den in Mannheim stattfindenden Christopher-Street-Day kurzfristig abgesagt. Die Rechten begründeten ihre Absagte nach Angaben der Polizei damit, ein parallel in der Stadt stattfindendes Kinderfest nicht gefährden zu wollen, um anschließend als “Buhmann“ dazustehen. Trotzdem fand in Ludwigshafen am Samstagmittag eine kleine Kundgebung gegen die NPD-Demonstration statt. Das Oberverwaltungsgericht Koblenz hatte am Freitag noch eine Beschwerde der Stadt gegen die Genehmigung des rechten Aufmarsches abgelehnt.

apn

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