WM der eindrucksvollsten Zinken

Holland ist Weltmeister - dank größter Nase

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Josef Seidl (r), Geschäftsführer des 1. Nasenclub der Welt e.V., vermisst die Nase des Teilnehmers Michael Weichselbaumer.
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Reichertshofen - Bei der Nasen-WM sucht der Nasenclub aus Langenbruck alle fünf Jahre den größten Zinken. Ein Holländer ist Titelverteidiger. Er setzt darauf, dass Nasen auch im Alter noch wachsen.

Hans Roest, der Holländer, steht auf der geschmückten Bühne der Langenbrucker Mehrzweckhalle. Das Publikum jubelt ihm zu. Christian Reichart, Präsident des 1. Nasenclubs der Welt in Bayern, legt sein elektronisches Messgerät an Roests Nasenwurzel. Von der Nasenspitze bis zur -wurzel und quer von Nasenflügel zu Nasenflügel vermisst Reichart die eindrucksvolle Knolle des Holländers.

„Je quadratischer, desto besser sind die Chancen“, hatte Florian Reichart, ebenfalls Mitglied im Nasenclub, vorher noch gesagt. An diesem Samstagabend findet in der Langenbrucker Mehrzweckhalle die Nasen-Weltmeisterschaft statt. Alle fünf Jahre richtet der selbst ernannte 1. Nasenclub der Welt in dem Dorf bei Ingolstadt den kuriosen Wettbewerb aus, seit vierzig Jahren schon. Die Langenbrucker feiern den Riesenzinken, treu nach dem Motto des Vereins: „Ob griechisch, römisch oder krumm, d'Hauptsach' is ein richtigs Trumm.“

Teilnehmen kann jeder - für die Messung auf der Bühne haben sich an diesem Abend acht Damen und zehn Herren qualifiziert. Hans Roest, der Busfahrer aus Holland, ist der amtierende Weltmeister und möchte seinen Titel verteidigen. 118,23 Millimeter waren damals sein Siegermaß. Doch Nasen wachsen auch im Alter weiter.

Für Langenbruck ist die Nasen-WM ein großes Dorffest. Die Halle ist geschmückt, die Blasmusik spielt, draußen gibt es Ochsensemmeln. Nicht nur die Trachtenvereine und die Freiwillige Feuerwehr sind dabei. Aus Italien, Schweden, Österreich und eben Holland sind Gäste gekommen, um ihre Nasen vermessen zu lassen.

Wer eine große Nase hat, ist lustig und gemütlich

„Menschen mit großen Nasen sind lustige, gemütliche Menschen“, sagt Susanne Kloiber. Ihre 103,55 Millimeter - Länge und Breite zusammengerechnet - sind bei den Damen an diesem Abend das Maß aller Dinge. Ihre lange, nicht allzu breite Nase mit der nach unten zeigenden Spitze und dem kleinen Nasenpiercing macht Kloiber schließlich zur Nasen-Weltmeisterin 2016.

Kloiber stammt aus dem Nachbarort und ist seit mehr als zehn Jahren im Nasenclub. Sie kennt alle Tricks, die beim Messen erlaubt sind: „Oberlippe runterziehen und Augen aufreißen für die Länge“, sagt sie, „und Grinsen und Luft in die Nasenlöcher blasen für die Breite“. Die Österreicher, so geht das Gerücht, würden mit speziell präparierten Zirkeln ihre Nasen vor dem Messen dehnen, andere wärmen sie mit eigens gestrickten Nasenschonern. Doch bei der Messung muss alles sauber sein.

Bei der Nasen-WM gibt es eine Dopingkontrolle

„Wir hatten schon Kandidaten, die sich Watte in die Nasenlöcher gestopft haben“, erzählt Christian Reichart. Deswegen gibt es natürlich auch eine Dopingkontrolle: Florian Reichart schaut mit Löffelchen und Pinzetten unterschiedlichster Form und Größe in die Nasenlöcher der Kandidaten. „Fast alle haben vorher geschnäuzt“, lautet sein Urteil.

Schließlich ist der Höhepunkt des Abends gekommen: Hans Roests Nase wird als letzte in der Herrenwertung vermessen. Auf der Leinwand an der Hallendecke erscheinen seine Maße, neben der niederländischen Fahne: 65,90 Millimeter Länge und 52,52 Millimeter Breite. Die Langenbrucker jubeln, der Holländer freut sich still. 118,42 Milimeter in der Summe - immerhin 19 Millimeter mehr als beim letzten siegreichen Wettkampf - übertreffen alle anderen Nasen. Holland ist Weltmeister.

dpa

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