Nachbarin zu Tode erschreckt - Bewährung

Krefeld - Obwohl er seine Nachbarin vermutlich zu Tode erschreckt hat, ist ein Rentner in Krefeld mit einer Bewährungsstrafe wegen Körperverletzung davongekommen.

Der Mann hatte gestanden, Komplizen beauftragt zu haben, der herzkranken Frau nachts Steine durch die Fensterscheiben ihrer Wohnung zu werfen. Das Amtsgericht sah darin eine vorsätzliche Körperverletzung und verhängte am Freitag ein Jahr Haft auf Bewährung sowie 100 Sozialstunden gegen den 66- Jährigen. Als die Steine flogen und die Scheiben barsten, erlitt die Frau einen Schock, war klinisch tot und musste wiederbelebt werden. Die 48-Jährige starb fünf Tage später an Herzversagen.

Der Staatsanwalt hatte mindestens drei Jahre Haft gefordert und beantragte vergeblich, den Fall an das Landgericht zu übertragen. Der Ankläger ging davon aus, dass der Rentner von der Herzkrankheit wusste und den Tod der Frau in Kauf genommen hatte. Dies bestritt der 66-Jährige: Den Tod seiner Nachbarin habe er nicht gewollt und von der Herzschwäche nichts gewusst.

Er habe der Frau nur einen Schrecken einjagen wollen, weil sie ihm Geld geschuldet habe. Ein Sachverständiger hatte zudem den Tod der Frau wegen deren Vorschädigung nicht gänzlich auf die Steinwürfe rückführen wollen. Das Verfahren gegen die geständigen Steinewerfer war eingestellt worden: Die Männer hatten von der Herzkrankheit nichts gewusst.

dpa

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