Nachbarin getötet und verbrannt

Zweibrücken - Für den grausamen Mord an seiner Nachbarin, wurde ein 33-Jähriger zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte die Frau erwürgt, sich an ihr vergangen und die Leiche verbrannt.

Der Mann aus Landstuhl in Rheinland-Pfalz nahm die Entscheidung ohne erkennbare Gefühlsregung auf. Mit dem Urteil entsprach die Große Strafkammer den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte zwölf Jahre Haft für den Wachmann gefordert und eine erheblich verminderte Schuldfähigkeit zur Tatzeit geltend gemacht. Angehörige der getöteten 31-Jährigen beschimpften den Täter lautstark, als er aus dem Saal geführt wurde.

Täter traf Opfer auf dem Flur

Nach Darstellung des Gerichts hatte der Mann die Frau, die im gleichen Haus wie er lebte, Ende August 2009 nachts im Flur getroffen, als er zum Briefkasten ging und die Kellnerin von der Arbeit kam. Er hielt dem Opfer Mund und Nase zu, zerrte es in seine Wohnung, schloss die Tür mit einem Fußtritt und zog die Frau aus.

Als die 31-Jährige, die zunächst benommen war, zu sich kam und ihn kratzte, habe er sie gewürgt, sagte der Vorsitzende Richter. Dann überprüfte er nach Auffassung des Gerichts Atem und Puls der Frau, stellte fest, dass sie nicht mehr lebte und verging sich an der Leiche. Die Tote wickelte er in Decken, legte sie in den Kofferraum seine Autos und verbrannte sie in der Nähe eines Strandbades.

Angeklagter für Tat voll verantwortlich

Das Gericht folgte bei der Rekonstruktion des Tathergangs dem gerichtsmedizinischen Gutachten und zum Teil dem Geständnis, das der Mann bei der Polizei ablegt hatte. Vor Gericht hatte er den Mord zwar zugegeben, bei den Sexualdelikten jedoch angegeben, er könne sich nicht erinnern.

Nach Ansicht des Gerichts ist der 34-Jährige für seine Tat voll verantwortlich. Der psychiatrische Gutachter habe ihm eine normale Entwicklung, sogar eine überdurchschnittliche Intelligenz bescheinigt. Er sei weder geisteskrank noch habe er ein Alkoholproblem. Auch für eine psychische Ausnahmesituation, bei der der Täter im Affekt gehandelt habe, sahen die Richter keine Anhaltspunkte.

Bis zur Tat Ende August 2009 habe der 34-Jährige das Leben eines normalen Menschen geführt, erklärte der Vorsitzende Richter. Er war Klassenbester in der Realschule, machte die mittlere Reife, dann eine Lehre als Zugführer bei der Bundesbahn. Zur Tatzeit arbeitete er bei einer Sicherheitsfirma, vorbestraft war er nicht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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