Kriminalbeamter empört

Nach Unfall auf A3 mit zwei Toten: Kommen die 92 Gaffer straffrei davon?

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Mehrere Fahrzeuge wurden bei dem Unfall auf der A3 komplett zerstört.

Nach einem Unfall auf der A3 sind 92 Fahrzeuge vorbei und filmten oder fotografierten die Opfer. Womöglich bleibt das für die Gaffer ohne strafrechtliche Folgen.

Düsseldorf - Am 16. November 2017 raste ein Lastwagen auf der Autobahn 3 in Nordrhein-Westfalen in ein Stauende. Der Horror-Unfall forderte zwei Todesopfer (darunter der 26 Jahre alte Badminton-Bundesligaspieler Erik Meijs), eine Verletzte und mehrere zerstörte Fahrzeuge. Und wer betrachtete neugierig die Folgen der grauenhaften Geschehnisse? Zahlreiche schaulustige Gaffer. 

Vernichtendes Beweismaterial: Polizisten filmten die sensationslüsternen Autofahrer

Die Polizei konnte 92 Autofahrer oder Beifahrer identifizieren, die den Unfall und die Opfer im Vorbeifahren filmten oder fotografierten. 

Eigentlich sollten die Gaffer nun für ihre Vergehen büßen – denn jeder Schaulustige macht sich möglicherweise durch das bewusste Missachten von Persönlichkeitsrechten und das Behindern von Einsatzkräften strafbar. 

Die Polizei scheitert an der Justiz

Doch obwohl die Polizei alles richtig machte und das Beweismaterial sofort an die Staatsanwaltschaft weiterleitete, könnten die Ermittlungen dennoch scheitern. Denn laut Informationen von express.de stellte sich ein Düsseldorfer Richter quer und verweigerte von der Staatsanwaltschaft beantragte Beweisbeschlüsse zu unterzeichnen. Laut dem Richter müssten „Eingriffe gegen Verdächtige verhältnismäßig sein.“ 

Ein Kriminalbeamter übersetzte dies empört mit den Worten: „Die Rechte der Täter sind mehr wert als Rechte der Opfer.“

Weiterhin sei es möglich, dass 37 der 92 Schaulustigen, die als ausländische Gaffer ermittelt wurden, nicht für ihre Taten belangt werden könnten. Der Aufwand zur Verfolgung von Ausländern sei laut express.de möglicherweise zu hoch. Die identifizierten ausländischen Gaffer stammten dem Bericht zufolge hauptsächlich aus den Niederlanden – und die dortige Gesetzeslage sieht keine Strafen für Gaffer vor. 

Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück erklärte laut express.de dazu: „Die Staatsanwaltschaft misst der Verfolgung nach der neuen Variante des Paragrafen 201 a Strafgesetzbuch, das „zur Schaustellen einer hilflosen Person“, auch zum Zwecke der Vorbeugung eine erhebliche Bedeutung bei, weshalb auch ein Sonderdezernent eingesetzt wurde.“ 

Die Ermittlungen gegen 92 Beschuldigte dauerten an. Bislang sei keines der Verfahren eingestellt worden. Zu den Vorgängen am Amtsgericht Düsseldorf wollte der Oberstaatsanwalt keine Erklärung abgeben. 

Im Video: Polizisten brüllen sich nach Unfall in Thüringen die Rettungsgasse frei

sl

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