Sie wollte sich nicht trennen

Mutter versteckte totes Baby zwei Jahre lang im Gefrierschrank

Anfang des Jahres fanden Spaziergänger die Leiche eines Babys im Wald - erst einige Monate später konnte man die Mutter identifizieren. Jetzt gibt es neue schockierende Details.

Schwerin - Die Schweriner Staatsanwaltschaft hat eine 40-jährige Frau wegen Totschlags an ihrem neugeborenen Baby angeklagt. Die Beschuldigte soll den Leichnam fast zwei Jahre lang in einem Gefrierschrank aufbewahrt haben, wie die Ermittler am Donnerstag mitteilten. Anfang März war das tote Mädchen in einem Waldstück in der Nähe von Wittenburg im Landkreis Ludwigslust-Parchim gefunden worden.

Die genaue Todesursache konnte nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht festgestellt werden. Es kämen Ertrinken, Ersticken oder Erfrieren in Betracht. Die rechtsmedizinische Untersuchung habe ergeben, dass das Mädchen zum Zeitpunkt seiner Geburt gelebt habe.

Die Mutter sagte laut Staatsanwaltschaft aus, sie habe das Mädchen allein zur Welt gebracht. Es sei "ohne ihr Zutun" kurz nach der Geburt gestorben. Weil sie sich nicht von dem Kind habe trennen wollen, habe sie den Leichnam in den Gefrierschrank gelegt. Die Staatsanwaltschaft teilte nicht mit, warum und auf welchem Weg das tote Mädchen fast zwei Jahre später im Wald abgelegt wurde.

Nach dem Fund der Leiche hatten die Ermittler einen freiwilligen DNA-Test bei 1700 Frauen aus der Region gestartet. Zum Verhaftung der Mutter führte Anfang Juli dieses Jahres jedoch eine DNA-Spur des Vaters, die sich an einer Decke befand, in die das tote Mädchen eingewickelt war. Der Mann wusste nach eigenen Angaben nichts von der Schwangerschaft der Beschuldigten. Seine DNA-Spur an der Decke stammte offenbar aus der Zeit vor der Schwangerschaft der Mutter.

AFP

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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