Mutmaßlicher Kinderschänder will sich umbringen

Offenburg - Einen Tag vor dem Prozess in Baden-Baden gegen zwei mutmaßliche Kinderschänder hat einer der Angeklagten versucht, sich das Leben zu nehmen. Momentan ist er deshalb nicht verhandlungsfähig.

Kurz vor dem Prozess gegen zwei mutmaßliche Kinderschänder in Baden-Baden hat einer der Angeklagten einen Selbstmordversuch unternommen. Das teilte die Staatsanwaltschaft Baden-Baden am Montag mit. Dem 59-jährigen Mann aus Rastatt wird mehrhundertfacher schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. In der Nacht zum Montag versuchte er sich in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Offenburg umzubringen und verletzte sich dabei schwer.

Er musste operiert werden. Am Dienstag - dem geplanten Prozessbeginn - ist er nicht verhandlungsfähig. Das Landgericht Baden-Baden hat deshalb das Verfahren gegen den 59-Jährigen abgetrennt, wie Staatsanwaltschaft und Landgericht mitteilten. Am Dienstag werde nur das Verfahren gegen den aus Thüringen stammenden 38-jährigen Mitangeklagten verhandelt. Ihm werde unter anderem schwerer sexueller Missbrauch eines Kindes in einem Fall sowie Beihilfe hierzu in einem weiteren Fall vorgeworfen.

Kinder für Pornovideo vorgeblich erdrosselt

Die beiden Männer hatten sich vor ihren Opfern als Kindermodel-Fotografen ausgegeben. Der 59-jährige Angeklagte - ein freier Fotograf aus Rastatt - soll seit Anfang 2008 seine damals neunjährige Stieftochter rund 200 Mal sexuell missbraucht haben. Bilder der Taten soll er auf Internetseiten vermeintlicher Modelagenturen veröffentlicht haben. Daraufhin meldeten sich laut Anklage auch andere “Fotografen“, um das Mädchen fotografieren und missbrauchen zu können. Für den Missbrauch seiner Stieftochter soll der zuletzt arbeitslose Angeklagte Geld verlangt haben. Dem 59-jährigen wird zudem sexueller Missbrauch von zwei weiteren Mädchen vorgeworfen.

Der 38-jährige Angeklagte aus Thüringen - ein Beamter der Arbeitsagentur - soll zunächst Aufnahmen gemacht haben, als der 59-Jährige seine Stieftochter missbraucht habe und sich anschließend selbst an dem Mädchen vergangen haben. Der 38-Jährige soll zudem als Mittelsmann bei dem Versuch mitgewirkt haben, in Thailand ein kinderpornografisches Video zu bestellen, bei dem Kinder erst missbraucht und dann vorgeblich erdrosselt werden sollten. Letztlich waren dem Besteller die dafür verlangten 600 Euro aber zu teuer, so die Staatsanwaltschaft.

Den Männern drohen bis zu 15 Jahre Gefängnis

Dem 38-Jährigen wird laut Anklage daher auch die “Besitzverschaffung an einem kinderpornografischen Video“ vorgeworfen, bei dem es um die Darstellung von sexuellem Missbrauch und einer vorgetäuschten Erdrosselung gegangen sei. Zudem wird ihm die Herstellung und Verbreitung kinderpornografischer Schriften in insgesamt vier Fällen zur Last gelegt.

Auf die Spur der Männer, die einem Pädophilen-Ring angehört haben sollen, kam das Bundeskriminalamt durch Bilder auf dem Rechner des 38-jährigen Angeklagten. Sein Computer war bei der Durchsuchung seiner Wohnung durch das Landeskriminalamt Thüringen sichergestellt worden. Die beiden Männer kamen bereits im September 2010 in Untersuchungshaft. Ihnen drohen jeweils bis zu 15 Jahre Gefängnis.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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