Haben Serientäter zugeschlagen?

Staatsschutz ermittelt nach Stromausfall in München - Wochenration Impfstoff landet im Müll

Zahlreiche Haushalte in München waren von einem Stromausfall im Osten der Stadt betroffen. Jetzt hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen.

  • Nachdem Stromausfall in München ermittelt der Staatsschutz - es besteht Verdacht auf Brandstiftung. (siehe Update um 10.34 Uhr)
  • Eine Münchner Arztpraxis musste 50 Dosen Astrazeneca-Impfstoff entsorgen. (siehe Update um 18.45 Uhr)
  • Die Polizei hat neue Hinweise erhalten. (siehe Update vom 23. Mai, 11.43 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird laufend aktualisiert.

Update vom 23. Mai, 11.43 Uhr: Nach dem großflächigen Stromausfall in München am Freitag hat die Polizei neue Hinweise zu einer möglichen Brandstiftung durch eine Nachbarschaftsbefragung erhalten. Die neuen Hinweise müssten nun allerdings erst einmal überprüft werden, wie ein Sprecher der Polizei am Sonntag sagte.

In Teilen der Stadtteile Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim war durch ein Feuer in einer Baugrube am frühen Freitagmorgen in rund 20.000 Haushalten der Strom ungewöhnlich lange ausgefallen. Derzeit ermittelt der Staatsschutz wegen des Verdachts einer politischen Straftat.

Staatsschutz ermittelt nach Stromausfall in München - Wochenration Impfstoff landet im Müll

Update vom 22. Mai, 18.45 Uhr: Etwa die Menge Impfstoff, die pro Woche verimpft wird, musste eine Münchner Arztpraxis nach dem Stromausfall wegwerfen. Weil die Kühlung nicht mehr funktioniert hat, landeten 50 Dosen Astrazeneca im Müll, berichtet die Ärztin dem Bayerischen Rundfunk.

Stromausfall in München: Vollversorgung wieder hergestellt

Update vom 22. Mai, 16.32 Uhr: Die Stadtwerke teilen das nächste erfreuliche Update: Alle Haushalte in München haben wieder Strom. Der Netzschaden ist damit fast drei Stunden früher behoben, als prognostiziert. Trotzdem dauerte er ungewöhnlich lange. Von Freitagmorgen bis Samstagnachmittag waren rund 20.000 Haushalte und Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim betroffen.

Update vom 22. Mai, 12.34 Uhr: Erfreuliche Kunde vonseiten der Stadtwerke München: Die Grundversorgung für alle betroffenen Haushalte im Osten der Stadt ist jetzt wiederhergestellt. „Privathaushalte sollten nun keine Einschränkungen mehr haben“, hieß es. Industrie- und Gewerbekunden mit höherem Strombedarf sollen nun sukzessive wieder ans Netz genommen werden. Spätestens um 18 Uhr wolle man die Vollversorgung abgeschlossen haben.

Nach Stromausfall in München: Staatsschutz übernimmt Ermittlungen

Update vom 22. Mai, 10.34 Uhr: Nach dem großen Stromausfall in München hat der Staatsschutz die Ermittlungen übernommen. „Bei brennenden Versorgungsleitungen können politische Motive vorliegen“, sagte ein Pressesprecher der Polizei am Samstag. Die Ermittlungen gingen aber in alle Richtungen und die Ermittler könnten auch noch nicht explizit sagen, dass es sich zweifelsfrei um Brandstiftung handelt und welche Motive dahinter stehen könnten. Der Staatsschutz prüft derzeit einige Zeugenhinweise.

Die Staatsanwaltschaft München I verwies ebenfalls nur darauf, dass der Staatsschutz, das Kriminalfachdezernat 4 des Polizeipräsidiums München, die Ermittlungen übernommen hat, dass sich schwerpunktmäßig mit politischen Straftaten befasst.

Update vom 22. Mai, 9.43 Uhr: Regenfälle haben die nächtlichen Arbeiten der Stadtwerke erschwert. Man sei dennoch zuversichtlich, bis zum Mittag die Grundversorgung im Münchner Osten wiederherzustellen. Nach aktuellem Stand müssen dazu noch fünf Kabel repariert werden. „Die Vollversorgung ist voraussichtlich heute spätestens gegen 18 Uhr erreicht“, erklärten die Stadtwerke.

Update vom 22. Mai, 6.09 Uhr: Wann haben alle betroffene Haushalte wieder Strom? Aufgrund der großen Schäden rechneten die Stadtwerke nach wie vor damit, dass sich die Arbeiten für eine zumindest provisorische Versorgung bis weit in den Samstagvormittag ziehen könnten.

Feuer in München legt Tausende Haushalte lahm - Brandfander ermitteln

Ursprungsmeldung:

München - Es könnte das Werk von Brandstiftern gewesen sein: 20.000 Haushalte waren am Freitag in München teils über viele Stunden hinweg ohne Strom. „Jetzt haben wir erste Erkenntnisse, die diesen Verdacht einer Brandstiftung nahelegen“, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München zwölf Stunden nach dem Vorfall. Zu diesem Zeitpunkt waren längst noch nicht alle Betroffenen wieder ans Netz angeschlossen. Viele Anwohner mussten sich gar auf einen ungemütlichen Abend einstellen - bis zum Samstagvormittag könne die vollständige Versorgung noch dauern, kündigte ein Sprecher der Stadtwerke an.

Der ungewöhnlich ausgedehnte und lang andauernde Stromausfall war am frühen Morgen nach einem Feuer in einer Baugrube* aufgetreten, bei dem rund 50 Stromkabel der Mittelspannung vollkommen zerstört wurden. In der Folge fielen etwa 150 Trafostationen aus. „Die Stromleitung, die eigentlich unterirdisch verlegt ist, war offengelegt und mit einem Bauzaun gesichert“, schilderte ein Sprecher der Feuerwehr. Ihm zufolge hatten mehrere Passanten erst ein seltsames Knistern und dann einen Knall gehört. Als die Feuerwehr eintraf, loderten Flammen aus der Grube.

Das Brandbild in der etwa einen Meter tiefen Grube weise auf Brandstiftung hin, erläuterte später der Polizeisprecher. Genaueres wollte er zunächst nicht sagen, die Analysen der Brandfahnder seien noch nicht abgeschlossen. Auch eine politische Dimension blieb damit zunächst unklar. „Wir sind noch am Anfang der Ermittlungen“, betonte der Polizeisprecher. „Wir können zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen, ob es Zusammenhänge mit anderen Delikten gibt.“

Es wäre nicht der erste Brandanschlag auf Infrastruktureinrichtungen in der Landeshauptstadt: Die Ermittler sprachen schon im vergangenen Jahr von einer „Serie“. Seit November 2019 hatten Unbekannte in München mehrfach Funkmasten und andere Infrastruktureinrichtungen angezündet*. Es entstand ein Gesamtschaden von rund 3,6 Millionen Euro. Die Taten ordneten die Ermittler linksgerichteten Straftätern zu, entsprechende Hinweise in die Szene führten jedoch zu keinen konkreten Personen. Die Ermittlungen wurden deshalb eingestellt.

Brennendes Starkstromkabel: Durch das Feuer gab es in einen weiträumigen Stromausfall in München.

Der am Freitag entstandene Schaden dürfte ebenfalls enorm sein: In Teilen der Stadtteile Haidhausen, Ramersdorf und Berg am Laim waren rund 20.000 Haushalte betroffen. Die ersten von ihnen kamen nach vier Stunden zurück ans Netz, nach acht Stunden waren etwa ein Drittel wieder versorgt, wie die Stadtwerke mitteilten. Für die übrigen hieß es weiter warten.

München: Feuer legt Haushalte lahm und beeinträchtigt Nahverkehr

Betroffen war neben zahlreichen Läden und Betrieben auch der örtliche Betriebshof der Tram. Die Folge: Die Bahnen konnten am Morgen nicht ausfahren, auf allen Linien kam es zu erheblichen Ausfällen und Verspätungen auch im Berufsverkehr. Erst am Vormittag normalisierte sich der Takt, wie die Münchner Verkehrsgesellschaft mitteilte. Auch fast 20 Ampelanlagen fielen aus - vielerorts regelten Polizisten deshalb den Verkehr.

Die Stadtwerke schlossen das betroffene Gebiet schrittweise vom Rand her wieder ans Netz an. Besonders im Bereich des Ostbahnhofs, wo das Feuer gegen 3.50 Uhr den Stromausfall ausgelöst hatte, nahm die Wiederversorgung jedoch Zeit in Anspruch.

Wie viele Menschen genau von der Störung betroffen waren, blieb offen. Zwar lägen dem Verband der Bayerischen Energie- und Wasserwirtschaft keine Statistiken zu vergleichbaren Vorfällen im Freistaat vor, sagte eine Sprecherin. Dennoch sei klar, dass es sich sowohl in Bezug auf die räumliche als auch auf die zeitliche Ausdehnung um einen ungewöhnlich heftigen Stromausfall handele. „Das kann man allein daran sehen, dass Notstromsysteme und -aggregate im Regelfall auf einen Stromausfall von zwei Stunden ausgelegt sind.“ *Merkur.de und tz.de gehören zum Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Feuerwehr München/dpa

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