An Haustüre befestigt

Münchner hat genug: Gnadenlose Abrechnung mit Nachbarinnen nimmt seinen Lauf - und alle dürfen mitlesen

Ob jetzt endlich Besserung eintritt? Ein Schreiben beleuchtet einen kuriosen Nachbarschaftsstreit in München. Zwei Frauen stehen im Fokus.

München - In einer Wohnanlage im Münchner* Stadtteil Haidhausen tobt eine Müll-Fehde. Zwei Anwohnerinnen sollen in der Braystraße gleich mehrfach Abfälle in der Tonne eines Nachbarhauses entsorgt haben. Offenbar nicht ganz unbemerkt. Denn jetzt schlägt ein aufmerksamer Beobachter zurück - mit einer Zettel-Botschaft, die vor Sarkasmus trieft.

In einem Schreiben, das der Urheber mit Kabelbinder an der Haustüre befestigt hat, werden die beiden Damen namentlich erwähnt und gehörig zurechtgestutzt. „Zu Ihrer Erinnerung, da Sie sich häufig hierher verlaufen“, begründet der wütende Nachbar die nachfolgende Belehrung.

München: Anwohner rechnet mit Nachbarinnen ab - Zettel-Botschaft im Wortlaut

Die Abfall-Abrechung im Wortlaut: „Bereits im Mai wurden Sie per Aushang informiert, dass diese Container für Mieter der Braystraße (Hausnummer auf unten stehendem Foto unkenntlich) da sind, da es sonst zu kostenpflichtigen Sonderentleerungen kommt, was Ihnen offensichtlich egal ist.

Von unzerkleinert, nicht getrennt bis einfach neben die Tonnen war alles dabei. Wie angekündigt, wurden Fotos an die Hausverwaltung weitergeleitet. Die Biotonnen dürfen Sie nach wie vor benutzen ... oder sich reinsetzen.“

In Wohnanlage in München tauchen immer wieder Schreiben auf: „Geisteskrank und menschenverachtend“

Um sicherzugehen, hat der unbekannte Urheber sein Anliegen mit einem Bild visualisiert. Unterhalb des Schreibens ist verschwommen eine Frau zu erkennen, die an den Amazon-Spracherkennungsdienst Alexa gewandt, wissen möchte, „wie man Müll entsorgt“. Alexas eindeutige Replik folgt in einer Sprechblase: „Zerkleinert und in die eigene Tonne, verdammt“.

Müllentsorgung anschaulich erklärt: Ein Münchner schimpft über seine Nachbarinnen.

Gärt es im trendigen Stadtteil Haidhausen? Es ist nicht die erste Zettel-Botschaft aus erwähnter Wohnanlage, die tz.de* zugespielt wurde. Anlässlich des Weihnachtsfests im Jahr 2019 fanden Anwohner ein Schreiben im Briefkasten, von einer „geisteskranken und menschenverachtenden“ Aktion war die Rede. (lks) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Marius Becker, dpa

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