Mega-Panne am Flughafen: Wer trägt die Schuld?

München - Nach dem mysteriösen Bombenalarm am Münchner Flughafen fehlt von dem Mann und seinem Laptop immer noch jeder Spur. Und nun beginnt auch die Suche nach der Ursache der Mega-Panne.

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Sprengstoff-Alarm am Münchner Flughafen

Sky Marshals, Rasterfahndung und Körperscanner - nach dem Bombenalarm am Münchner Flughafen rüsten Politiker und Polizei bei der Sicherheit auf. Die EU-Innenminister vereinbarten mit ihrer US-Kollegin Janet Napolitano schärfere Kontrollen. In München warweiter unklar, wie ein Mann mit seinem auf Sprengstoff-Sensoren ansprechenden Laptop in den Sicherheitsbereich entwischen konnte. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) verlangte, die Sicherheit an Flughäfen komplett auf den Prüfstand zu stellen. Die Panne hatte am Mittwoch stundenlanges Chaos am Flughafen der bayerischen Landeshauptstadt verursacht.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sprach sich für den Einsatz der umstrittenen Körperscanner in Flughäfen aus - zunächst allerdings auf freiwilliger Basis. “Ich könnte mir vorstellen, dass wir damit als Angebot beginnen“, sagte er am Donnerstag beim Treffen mit seinen EU-Kollegen im spanischen Toledo.

Von dem Mann mit dem verdächtigen Laptop fehlt weiter jede Spur. Eine Auswertung von Videoaufnahmen ergab keine Hinweise auf dessen Identität, sagte der zuständige Regierungspräsident von Oberbayern, Christoph Hillenbrand. Auf dem Video sei zu sehen, dass der Mann an der Kontrolle ohne Eile seinen Mantel und sein Jackett wieder anzog, das Laptop einpackte und ruhig wegging. Es könne also sein, dass er gedacht habe, die Sicherheitskontrolle sei bereits beendet. Nach Angaben der Regierung von Oberbayern sprach der Mann kein Deutsch.

Spur nach Madrid hat sich zerschlagen

Eine mögliche Spur zu dem Mann nach Spanien hatte sich zerschlagen. In Madrid hatte die Grenzpolizei eine aus München ankommende Maschine ohne Ergebnis überprüft. Nach der Panne waren mehr als hundert Flüge verspätet oder wurden gestrichen. Tausende Passagieren waren betroffen. “Bis Mitternacht man hat versucht, so viele Verspätungen wie möglich abzuarbeiten“, sagte Flughafensprecher Robert Wilhelm. Einige Fluggäste mussten in München übernachten. “Es sind nicht alle Leute weitergekommen.“

Verärgert über den Vorfall zeigte sich Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil. Er forderte eine rasche lückenlose Aufklärung. “So etwas darf an einem Flughafen nicht passieren“, sagte der FDP-Politiker. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) wies grundsätzliche Zweifel am deutschen Sicherheitssystem zurück. Schuld an dem Vorfall sei vor allem die Mitarbeiterin der Sicherheitsfirma, sagte er dem Bayerischen Rundfunk.

Personenkontrollen am Münchner Flughafen übernehmen - wie in vielen anderen deutschen Städten - private Firmen. Man müsse von menschlichem Fehlverhalten ausgehen, sagte der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, dem Audio-Dienst der dpa.

Jährlich werden 60 Millionen Passagiere kontrolliert

Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft im Beamtenbund, Rainer Wendt, forderte, die Flughafen-Kontrollen wieder unter staatliche Aufsicht zu stellen. “Es war ein Fehler, die Sicherheitskontrollen an private Firmen zu vergeben und sie damit den Flughafenbetreibern zu überlassen“, sagte Wendt zu “Bild.de“. Jährlich würden 60 Millionen Passagiere an deutschen Flughäfen kontrolliert. Diese hohe Zahl provoziere geradezu Fehler.

Der Münchner Flughafen kritisierte diese Forderungen. Er betonte, dass die Kontrollen in Bayern unter staatlicher Aufsicht stehen. “Diese Äußerung ist komplett falsch, denn in München liegt die Zuständigkeit für die Passagier- und Gepäckkontrollen nicht beim Flughafenbetreiber, sondern bei der Regierung von Oberbayern und ist damit unter staatlicher Aufsicht, wie es Herr Wendt gefordert hat“, sagte ein Sprecher.

Für den FDP-Fraktionschef im bayerischen Landtag, Thomas Hacker, liegt das Problem wie für Innenminister Herrmann beim Personal. “Erneut zeigt sich, dass die Technik funktioniert“, sagte Hacker beim Bayerischen Rundfunk. “Wenn Fehler passieren, dann durch fehlende Personalausstattung.“ In diesem Fall hätte auch kein Nacktscanner geholfen, bemerkte er.

dpa 

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