Männer sollen Trinkkumpanen angezündet haben

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Der wegen Mordes angeklagte Ralf S. (l.) mit seinem Anwalt Karl-Otto Jung.

Dresden - Sie sollen einen Bekannten im Mai 2010 auf einem Balkon in Dresden mit Terpentin übergossen und angezündet haben: Zwei Männer müssen sich seit Freitag wegen Mordes vor dem Dresdner Landgericht verantworten.

Der 45-jährige Hilfsarbeiter beschuldigte den mitangeklagten 41-jährigen Totengräber, den 52-Jährigen “aus Spaß“ mit der brennbaren Flüssigkeit übergossen zu haben. Nach Angaben eines Zeugen hatte das schwer verletzte Opfer die Männer als Täter genannt. Der 52-Jährige starb fünf Wochen später.

Die Staatsanwaltschaft begründete die Einstufung der Tat als Mord mit einer besonderen Grausamkeit der Täter. Nach Angaben seiner Verteidigerin macht der 41-jährige Angeklagte geltend, sich zur Tatzeit nicht in der Wohnung aufgehalten zu haben. Ihm tue das Ganze Leid, er sei aber “nicht dabei“ gewesen.

Ein Nachbar sagte als Zeuge aus, dass die beiden Angeklagten vor der Tat mehrmals gegen den 52-Jährigen gewalttätig geworden seien. Die Polizei sei mehrere Male in dem Haus gewesen. Am Tattag habe seine Frau plötzlich gerufen: “Die zünden den Michael an!“ Er habe wenig später die beiden Angeklagten aus dem Haus eilen sehen und den lebensgefährlich Verletzten im Hausflur angetroffen.

Der Mann habe vor Schmerzen gestöhnt und seine beiden Bekannten bezichtigt, ihm das angetan zu haben. Die Schwurgerichtskammer hat vorerst sechs Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird für Mitte April erwartet.

dapd

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