Mordfall Lena: Schwere Vorwürfe gegen Polizei

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Die Polizeiinspektion Emden.

Emden/Berlin - Der Kriminologe Christian Pfeiffer sieht im Mordfall Lena ein doppeltes Versäumnis der zuständigen Polizisten. Was sie seiner Meinung nach alles "verpennt" haben:

Zunächst sei die “Chance verpennt“ worden, als sich der 18-Jährige “sichtlich unter Leidensdruck“ selbst wegen pädophiler Neigungen angezeigt hatte, sagte Pfeiffer am Mittwoch im ZDF-“Morgenmagazin“. Die Anzeige sei lediglich an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet worden, dabei habe die Polizei einen Präventivauftrag. Außerdem hätte ein Zusammenhang zur versuchten Vergewaltigung einer Joggerin geprüft werden müssen.

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Als zweiten Fehler bezeichnete es der Kriminologe, dass trotz Erlass eines Durchsuchungsbeschlusses im Dezember die Wohnung des mutmaßlichen Täters nicht inspiziert worden war. Zu den Ursachen für die Versäumnisse sagte Pfeiffer: “Denkbar ist, dass es schlicht ein einzelner Beamter ist, der hier versagt hat.“ Ob es auch strukturelle Schwächen in der Dienststelle gebe, müsse nun geklärt werden. Allerdings hätte nach Ansicht Pfeiffers auch die Staatsanwaltschaft nachfragen müssen, warum die Hausdurchsuchung noch nicht erfolgt war. Nun drohen den Beteiligten Konsequenzen.

Am Dienstag hatte die Polizei schwere Fehler im Vorfeld der Tat zugegeben. Sie hatte gegen den späteren mutmaßlichen Täter offensichtlich nicht konsequent genug ermittelt. Der 18-jährige Tatverdächtige sei bereits im November auf dem Polizeirevier Emden erschienen, um sich wegen seiner pädophilen Neigungen selbst anzuzeigen, sagte der Vizepräsident der Polizeidirektion Osnabrück, Friedo de Vries, am Dienstag auf einer Pressekonferenz in Osnabrück.

dapd/dpa

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