Frauenzeitschrift "Brigitte" im Shitstorm

Morddrohungen wegen Kolumne über Skater

Hamburg - Erwachsene Männer sollten nicht mehr Skateboard fahren, fand eine Kolumnistin der Frauenzeitschrift "Brigitte". Ihr nicht ganz ernst gemeinter Online-Artikel führte zu sehr ernsten Problemen.

"Hör auf damit! Dafür bist du zu alt." Das würde die "Brigitte"-Autorin Bianka Echtermeyer gerne Männern über 25 sagen, die Skateboard fahren. Ihr Unverständnis über Erwachsene, die sich gerne auf den rollenden Brettern bewegen, schrieb sie in einer kleinen Online-Kolumne der Frauenzeitschrift nieder. Die der Lächerlichkeit Preisgegebenen reagierten mit ungeahnter Heftigkeit.

Die Männer, die im "hippen St. Pauli" herumskaten seien "oft Typen, die eine schräge Pony-Frisur tragen, nie lächeln und nach der Party von letzter Nacht riechen", hatte Echtermeyer behauptet. Erstaunlich viele trendbewusste Herren müssen sich in dieser Beschreibung wiedererkannt haben - und sie ließen ihrer Wut freien Lauf. "Shitstorm" nennt man das, was über die Online-Redaktion der "Brigitte" hereinbrach. Nach zwölf Stunden waren über 1000 Einträge eingetroffen, berichtet das Branchen-Magazin "meedia.de".

Die meisten von ihnen fanden die nicht ganz ernst gemeinte Kolumne gar nicht witzig. Immer mehr ging die Kritik ("der schlechteste Artikel, den ich in den letzten drei Jahren gelesen habe") in Beleidigungen ("blöde Kuh", "Hure") und Drohungen über ("Brenn, du Hexe, brenn!!!"). Schließlich wusste man sich nicht anders zu helfen und löschte den Artikel komplett. "Der Autorin und Brigitte.de wird Engstirnigkeit vorgeworfen. Wir sind erschrocken darüber, wie engstirnig so eine Reaktion ist", äußerte sich die Redaktionsleitung.

Bekannte Shitstorm-Fälle

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Das fachte die Wut der Betroffenen aber nur noch mehr an. Sie kopierten den Text und verbreiteten ihn auf diversen sozialen Netwerken, zogen in Blogs und eigens gegründeten Facebook-Gruppen über die eigentlich recht harmlosen Zeilen her. Die "Brigitte"-Redaktion gab darauf den Text wieder frei - wenn auch nur auf einer Unterseite - und entschuldigte sich mit den Worten "Es war nicht unsere Absicht, Gefühle zu verletzen, jemanden zu beleidigen oder zu diskriminieren." Mittlerweile stehen über 1500 Kommentare online - ein Ende ist nicht abzusehen.

hn

Rubriklistenbild: © dpa

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