Mordanklage gegen zwei "Hells Angels"

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Angehörige der Hells Angels: Zwei Mitglieder der Rockergruppe wurden nun angeklagt. (Symbolbild)

Kaiserslautern - Drei Monate nach der Ermordung eines führenden Mitglieds der Rockergruppe “Outlaws“ hat die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern zwei Mitglieder der konkurrierenden “Hells Angels“ angeklagt.

Wie die Ermittler am Mittwoch erklärten, handelt es sich bei den Beschuldigten um einen 42-jährigen Maschinenschlosser aus dem pfälzischen Rockenhausen und einen 28-jährigen Nachtclubbetreiber aus Mannheim. Ein 27-jähriger Mannheimer, der ebenfalls unter dringendem Tatverdacht steht, ist noch flüchtig.

Das sind die Hells Angels

Großalarm für Polizei: Hells Angels kommen

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Helmut Bleh berichtete, geriet das 45-jährige Tatopfer am 26. Juni zufällig in das Visier der Beschuldigten. Der 42-Jährige sei drei Tage zuvor in Bad Kreuznach von einem Mitglied der “Outlaws“ verprügelt worden und habe sich dafür an einem anderen Mitglied desselben Clubs rächen wollen. Die drei Beschuldigten hätten daher am Abend des 26. Juni ein Lokal im pfälzischen Marnheim beobachtet, das als Treffpunkt der “Outlaws“ bekannt sei. Als das spätere Tatopfer das Lokal verließ, um zunächst nach Kirchheimbolanden und später nach Hause zu fahren, sei ihm das Trio in einem Auto gefolgt. Bei Stetten hätten die Tatverdächtigen das Motorrad des 45-Jährigen mit dem Auto überholt und gestoppt. Der 28-Jährige soll mit einem Teleskop-Schlagstock auf ihn eingeprügelt, der 27-Jährige soll ihm mit einem Messer insgesamt sieben Stiche in den Rücken und in die Seite versetzt haben. Anschließend nahm der 28-jährige “Höllenengel“ dem Schwerverletzten noch seine Lederweste mit den Club- und Rangabzeichen der “Outlaws“ ab. Die Anklage lautet auf Mord, Raub mit Todesfolge sowie räuberischen Angriff auf einen Kraftfahrer.

Beide Beschuldigte in U-Haft

Das Opfer starb zwei Stunden später im Krankenhaus. Der Getötete war Präsident einer regionalen Untergliederung der “Outlaws“ und führte das sogenannte Chapter Donnersberg. Zu seiner Beerdigung am 30. Juni kamen im pfälzischen Mettenheim rund 1.000 Rocker aus ganz Deutschland zusammen. Der 42-jährige Beschuldigte wurde am gleichen Tag in der Pfalz festgenommen, der 28-Jährige am 6. August in Portugal. Beide sitzen in Untersuchungshaft. Die “Outlaws“ wurden nach eigener Darstellung 1935 in McCook, einem Vorort von Chicago, gegründet und sind damit einer der ältesten Motorradclubs der Welt. Der deutsche Zweig geht auf die 1973 im fränkischen Kitzingen gegründeten “Ghost Riders“ zurück, die sich 2001 den “Outlaws“ anschlossen. Der Club hat im Bundesgebiet knapp 40 regionale Untergliederungen, die sogenannten Chapter.

ap

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