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Maskenpflicht im Einzelhandel: Corona-Regel fällt – was jetzt noch gilt

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Von: Yannick Hanke

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Die Maskenpflicht im Einzelhandel hat nur noch bis zum 2. April 2022 Bestand. Welche Corona-Regeln dann noch gelten – und die Reaktionen der Märkte.

Berlin – Lange hatte sie Bestand, doch nun fällt die Maskenpflicht im Einzelhandel weg. Nachdem der „Freedom Day“ am 20. März 2022 geplatzt war, wurden viele Corona-Regeln übergangsweise bis zum 2. April verlängert. Wenn weder die Länder noch die Betreiber von Filialen die Initiative ergreifen, hat es sich mit der Maskenpflicht erledigt. Dies führt zu unterschiedlichen Reaktionen bei Märkten wie Edeka, Ikea, Rewe oder Saturn.

Maskenpflicht im Einzelhandel: Corona-Regel läuft aus – und Edeka beklagt fehlende „Möglichkeiten der Kontrollen“

Ab Sonntag, 3. April 2022, fallen also viele Corona-Regeln im Einzelhandel weg. Dies betrifft auch die Maskenpflicht in Supermarkt und Discountern wie Edeka, Aldi, Rewe oder Lidl. Wie eingangs skizziert, könnten die verschiedenen Geschäfte und Märkte von ihrem Hausrecht Gebrauch machen – und damit die Maskenpflicht eigenhändig verlängern. Doch bleibt es vielerorts in Deutschland beim Konjunktiv.

Im Vordergrund ist ein durchgestrichenes Schild mit dem Aufdruck „Maskenpflicht“ zu sehen. Im Hintergrund ist ein Möbelhaus der schwedischen Kette Ikea zu sehen.
In vielen Geschäften des Einzelhandels in Deutschland, darunter auch Ikea, endet die Maskenpflicht am 2. April 2022. (kreiszeitung.de-Montage) © Christoph Hardt/imago

Mit Edeka hat sich bereits ein „big player“ zu Wort gemeldet und explizit die Politik kritisiert. Die Supermarktkette mit über 11.000 Filialen allein in Deutschland bemängelt gegenüber der dpa die fehlenden „Möglichkeiten der Kontrollen“. Wer bei Edeka einkaufen geht, dem würde weiterhin das freiwillige Tragen einer medizinischen Schutzmaske gegen das Coronavirus empfohlen werden. Eine Maskenpflicht besteht hingegen nicht.

Edeka, Ikea und Ernsting‘s family lassen Maskenpflicht in ihren Filialen auslaufen – Corona-Regel im Einzelhandel polarisiert

„Leider hat der Gesetzgeber mit der Novelle des Infektionsschutzgesetzes entschieden, dass die Pflicht zum Tragen von Masken nur noch in Ausnahmefällen und in besonderen Hotspots angeordnet werden kann“, heißt es von einer Edeka-Sprecherin. Und deswegen könne nun auch nicht erwartet werden, dass mithilfe des Hausrechts eine entsprechende Maskenpflicht in Discountern und Supermärkten durchgesetzt wird.

Dieselbe Politik fahren auch der schwedische Möbelhändler Ikea und die Bekleidungskette Ernsting‘s family. Auch sie wollen die Maskenpflicht im Einzelhandel respektive in ihren Filialen ab Montag, 4. April 2022, aufheben. Den Kunden soll aber weiterhin empfohlen werden, den seit März 2020 bekannten Mund-Nasen-Schutz gegen das Coronavirus zu tragen.

Maskenpflicht im Einzelhandel und beim Friseur: Tragen einer Schutzmaske bei Thalia nur eine Empfehlung

Das Auslaufen der Maskenpflicht im Einzelhandel, aber auch beim Friseur, bleibt ein hochbrisantes Politikum. Und doch lassen viele Geschäftsketten ihre Option auf den Gebrauch des Hausrechts ungenutzt. Stattdessen wird die Maskenpflicht aufgehoben und es werden nur Empfehlungen zum Tragen einer medizinischen Schutzmaske gegen Corona formuliert.

So halten es auch die Kaufhauskette Woolworth, die in der Vergangenheit 2G im Einzelhandel kippte, und die Buchhandelskette Thalia. Auch hier müssen die Kunden ab 4. April grundsätzlich keine Maske mehr tragen. Vertreter aus dem Bereich der Discounter und Supermärkte, konkret Lidl und Rewe, halten sich wiederum hinsichtlich der Maskenpflicht in ihren Filialen bedingt bedeckt.

Maskenpflicht im Einzelhandel fällt weg: Geschäfte wie MediaMarkt, Ikea, C&A und Douglas verzichten auf Corona-Regel

Maskenpflicht im Einzelhandel per Hausrecht: Corona-Regel wird in vielen Geschäften nicht verlängert

Während Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) an die Einzelhandels-Ketten appellierte, die Maskenpflicht per Hausrecht aufrechtzuerhalten, ist in der Praxis oftmals das Gegenteil der Fall. Das noch aktuelle Infektionsschutzgesetz läuft am 2. April aus, neben der Maskenpflicht fallen auch Zugangsbeschränkungen wie 2G oder 3G im Einzelhandel ad acta.

In vielen Bundesländern basiert das Tragen einer Schutzmaske fortan also auf Freiwilligkeit, nur in bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens ist sie bundesweit unverändert vorgeschrieben. Die Maskenpflicht gilt nämlich noch in Kranhäusern, die täglich mehrere hundert Corona-Tote zu verzeichnen haben, sowie in Bus und Bahn, deren Nutzung durch ein 9-Euro-Monatsticket befristet günstiger werden soll.

Einzelhandel verzichtet auf Maskenpflicht: KiK geht anderen Weg als Obi beim Ende der Corona-Regel fest

Für günstige Preise steht bekanntlich auch der Textil-Gigant KiK, der nach einem Bericht der „Bild“ ursprünglich an der Maskenpflicht in seinen Filialen festhalten wollte. Gab gegenüber kreiszeitung.de bekannt: „KiK setzt bei der Pandemiebekämpfung die geltenden Vorgaben der Bundesländer um. Wir verfolgen die politischen Diskussionen und Entscheidungen zum Thema sehr genau, zumal die Landesregierungen und die Bundesregierung teilweise unterschiedliche Positionen einnehmen. Uns ist zum einen wichtig, die Gesundheit unserer Kundschaft und Mitarbeitenden zu schützen, aber auch, allen ein möglichst unbeschwertes und angenehmes Einkaufserlebnis bei uns zu ermöglichen. Sobald sich die Verordnungen der Bundesländer ändern, passen wir die Regeln in unseren Filialen entsprechend an. Wir würden es sehr begrüßen, wenn es politisch einheitliche Vorgaben bei diesem Thema geben würde – sonst droht ein Flickenteppich unterschiedlicher Verordnungen.“

Die Baumarkt-Kette OBI wiederum wolle lediglich eine „Empfehlung“ abseits der Corona-Regel aussprechen, eine medizinische Schutzmaske gegen Corona weiterhin zu tragen. Selbiges gilt für die Elektronik-Riesen Saturn und MediaMarkt bei der Maskenpflicht im Einzelhandel.

Die Ausreißer hinsichtlich der Maskenpflicht im Einzelhandel stellen letztendlich aber nicht einzelne Ketten oder Geschäfte, sondern tatsächlich zwei Bundesländer dar. Aufgrund eines angespannten Infektionsgeschehens und der daraus resultierenden Einführung von Corona-Hotspots, verlängern Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern die Maskenpflicht im Einzelhandel rigoros*.

Generell können Corona-Regeln hier nicht allzu schnell zu den Akten gelegt werden. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

++ Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde um das Statement von KiK am 4. April um 15:50 Uhr aktualisiert ++

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