Marwa-Prozess: Ist Mörder schizophren?

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Der 28-jährige Russlanddeutsche Alex W. muss sich seit dem 26. Oktober wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten.

Dresden - Wende im Prozess um die Ermordung der Ägypterin Marwa El-Sherbini: Ein in Russland aufgetauchtes Dokument bescheinigt dem mutmaßlichen Täter Alex W. möglicherweise eine “nichtdifferenzierter Schizophrenie“.

Ein neu aufgetauchtes Dokument aus Russland könnte den Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder der Ägypterin Marwa El-Sherbini im Dresdner Landgericht möglicherweise verzögern.

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“Wir treten nochmal in die Beweisaufnahme ein“, sagte die Vorsitzende Richterin der Schwurgerichtskammer, Birgit Wiegand, am Montag vor dem Plädoyer des Verteidigers von Alex W. Staatsanwalt und Nebenklage- Anwälte hatten ihre Schlussvorträge bereitsgehalten und die Höchststrafe - lebenslange Haft - gefordert. Der 28-jährige Russlanddeutsche muss sich seit dem 26. Oktober wegen Mordes, versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Laut Anklage hat er die ägyptische Zeugin im Berufungsverfahren wegen Beleidigung am 1. Juli aus Fremdenhass mit mehreren Messerstichen getötet und ihren Mann lebensgefährlich verletzt. Vor der Hauptverhandlung war ein Rechtshilfeersuchen an die russischen Behörden ergangen, um zu klären, warum der Angeklagte einst vom Militärdienst ausgemustert worden war.

Nach einer ersten Übersetzung wurde laut dem Papier der russischen Generalstaatsanwaltschaft ein am 12. November 1980 geborener Alexander Igorewitsch Nelzin am 1. Juli 2000 wegen “nichtdifferenzierter Schizophrenie“ für ein Jahr unter Beobachtung gestellt. Nachdem er nicht mehr bei einem Arzt erschienen sei, wurde die Beobachtung 2004 aufgehoben. Zwischen 1998 und 2001 sei der Mann nicht in stationärer Behandlung gewesen. Darüberhinaus gebe es keinerlei Dokumente mehr, zitierte die Richterin. Alex W. kam 2003 nach Deutschland.

Das Schreiben muss von einem medizinisch versierten Dolmetscher übersetzt werden. Am Dienstag soll dazu auch der Sachverständige gehört werden, der Alex W. als schuldfähig bezeichnet hatte. “Es kann sein, dass noch mehr Schritte notwendig sind“, sagte Richterin Wiegand. Sie hält aber daran fest, am Mittwoch ein Urteil zu sprechen. Sie mahnte Alex W., auszusagen. “Wir sind nicht verpflichtet, alle denkbaren Varianten zu Ihren Gunsten zu werten“, sagte sie. Wenn er die Tat unter einem schizophrenen Schub begangen haben wolle, müsse er sich vor Gericht erklären.

dpa

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