Prozessauftakt in dem Familiendrama

Mann soll gelähmte Ehefrau erstochen haben

Mönchengladbach - Weil er seine behinderte Frau erstochen haben soll, steht ein 54-Jähriger seit Montag vor Gericht. Es soll bereits vor der grausamen Tat zu häuslicher Gewalt gekommen sein.

Weil er seine halbseitig gelähmte Frau erstochen haben soll, muss sich ein 54-Jähriger vor dem Landgericht Mönchengladbach wegen Mordes verantworten. Als sich der Sohn bei der Attacke schützend vor die Mutter geworfen habe, habe er auch den 14-Jährigen töten wollen und ihn lebensgefährlich verletzt, heißt es in der Anklage, die die Staatsanwältin am Montag verlas. Die Frau habe sich von dem Mann trennen wollen.

Der 54-Jährige verfolgte die Anklageverlesung mit gesenktem Blick, während die Staatsanwältin die Ereignisse vom 24. Januar aus ihrer Sicht beschrieb: Mutter und Sohn wollten das Haus verlassen, die Mutter musste zum Arzt. Der Ehemann, der wegen ständiger Streitigkeiten auch über seinen Alkoholkonsum im Keller schlief, wartete betrunken vor der Tür und drängte die beiden in die Wohnung zurück. Im Schlafzimmer habe er der Frau das Messer von hinten in den Rücken gestoßen, so die Staatsanwältin. Insgesamt habe der Mann 33 Mal auf sie eingestochen. Die Frau sei arg- und wehrlos gewesen.

Bei dem folgenden Polizeieinsatz wurde der mutmaßliche Mörder durch eine Kugel getroffen. Gut eine Woche vorher hatte die Frau einen Antrag auf Schutz vor häuslicher Gewalt gestellt, den sie aber einen Tag später zurückzog. Das Urteil ist für den 15. September geplant.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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