Skandal im Rheinland

Mann operiert jahrelang in Krankenhaus - ohne Berufserlaubnis

Düren - Falscher Doktortitel: In einem Krankenhaus in Düren soll sich ein Mann als Arzt ausgegeben und in der Chirurgie gearbeitet haben. Erst nach Hinweisen von außen flog der Schwindel auf.

An einem Krankenhaus im rheinischen Düren soll ein Mann als falscher Arzt gearbeitet haben. Ihm sei fristlos gekündigt worden, teilte das Krankenhaus Düren auf seiner Internetseite mit. Außerdem habe man Strafanzeige wegen des Verdachts des Betrugs und der Urkundenfälschung gestellt.

Er soll unter anderem eine Promotionsurkunde gefälscht und sich seine ärztliche Berufserlaubnis erschlichen haben. Bei Nachforschungen habe sich herausgestellt, dass der Mann zwar Medizin studiert haben soll, vermutlich aber keine Prüfung abgelegt hatte. Man habe ihn auf Basis eines guten Leumundes aus der Klinik, in der er zuvor tätig war, eingestellt. Die Arbeit des Mannes habe keinen Anlass gegeben, an seiner Qualifikation zu zweifeln. Erst nach Hinweisen an die Geschäftsführung auf den vermutlich falschen Doktortitel habe man sich intensiv mit der Vita des Mitarbeiters befasst.

Nach Informationen der „Aachener Zeitung“ arbeitete der Mann über Jahre in der Allgemeinchirurgie, die Eingriffe im Bauchraum vornimmt. Er sei an Operationen beteiligt gewesen, allerdings laut Krankenhaus nicht ohne Aufsicht eines anderen, verantwortlichen Mediziners. Zudem habe er eigenmächtig keine Diagnosen gestellt oder Therapien eingeleitet, versicherte das Krankenhaus Düren der Zeitung.

Für weitere Informationen war das Krankenhaus am Samstag zunächst nicht zu erreichen. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Aachen, Jost Schützeberg, sagte, dass der Anwalt des Krankenhauses die Anzeige am Freitagabend nach Dienstschluss faxen wollte. Zu Einzelheiten könne er sich daher noch nicht äußern.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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