Parkplatzstreit um Luxusschlitten

Beleidigung kostet Reichen 60.000 Euro

Hamburg - Der Streit um einen Parkplatz in Hamburg kommt einen 68-Jährigen richtig teuer zu stehen: Für eine Beleidigung hat das Amtsgericht den Angeklagten zu einer Strafe von 60 000 Euro verdonnert.

Der Mann müsse 30 Tagessätze à 2000 Euro zahlen, sagte Gerichtssprecher Conrad Müller-Horn am Freitag. Am 23. Dezember 2011 hatte ein Autofahrer dem Gericht zufolge bereits mehrere Minuten darauf gewartet, dass ein Parkplatz frei wird. Plötzlich schnappte ihm der Angeklagte mit seinem Luxuswagen die Parklücke vor der Nase weg. Als ihn der Autofahrer darauf ansprach, pöbelte der 68-Jährige ihn mit einem unflätigen Wort an.

Medien zitierten den Amtsrichter mit dem Satz: „Das ist wohl die teuerste Beleidigung Hamburgs. (...) Auch für Millionäre und ehemalige Millionäre gilt das Strafgesetzbuch.“ Acht Verhandlungstage brauchte das Gericht, um zu einem Urteil zu kommen - vor allem die Aufklärung der Einkommensverhältnisse des Mannes kostete viel Zeit. Der 68-Jährige hatte im Prozess lediglich erklärt: „Mein Einkommen ist auskömmlich.“ Seine Verteidigerin will Rechtsmittel gegen das Urteil einlegen.

dpa

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