Mann aus Habgier lebendig begraben?

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Beamte der Spurensicherung am Tatort, einem Schrebergarten in Thüringen

Meiningen - Aus Habgier soll ein 42-Jähriger einem anderen Mann den Schädel eingeschlagen und sein noch lebendes Opfer in einem Schrebergarten in Eisenach begraben haben.

Im thüringischen Meiningen steht der mutmaßliche Täter seit Mittwoch vor Gericht. Zum Prozessauftakt verlas die Staatsanwaltschaft die Anklage. Demnach soll der Angeklagte sein 33 Jahre altes Opfer im Juli vergangenen Jahres unter einer Gartenlaube vergraben haben, so dass der Mann erstickte. Bei der Vernehmung vor der ersten Strafkammer stritt der 42-Jährige allerdings jede Beteiligung an der Tat ab.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft tötete der Angeklagte den 33-Jährigen, weil dieser nicht mehr damit einverstanden war, dass der mutmaßliche Täter sein Konto verwaltete. Der Angeklagte habe den Mord aus Habgier begangen, um selbst über die Erwerbsunfähigkeitsrente des Opfers verfügen zu können. Der auf 400-Euro-Basis angestellte Hausmeister wies die Vorwürfe zurück. Vielmehr sei der 33-Jährige - ein langjähriger Bekannter seiner Lebensgefährtin - zeitweise obdachlos und schwer alkoholkrank gewesen. In Absprache mit einer Anwältin habe er sich um eine Wohnung für den Mann gekümmert, Therapieplätze gesucht, ihm bei der Bewältigung des Alltags geholfen und auch das Konto verwaltet.

Der Angeklagte betonte mehrmals, er könne sich nicht erklären, wie die Leiche in die Gartenlaube gekommen sei. Die Polizei war auf den Toten gestoßen, nachdem die Freundin des Angeklagten einen Hinweis gegeben hatte. Die Beamten fanden die Leiche in einem Erdloch in einem Nebenraum der Laube. Dort sollte nach Darstellung des Angeklagten ursprünglich eine Toilette eingebaut werden.

Der Vorsitzende Richter Wolfgang Feld-Gerdes wertete die Aussagen des Mannes zunächst als wenig glaubwürdig. Das Grundstück in der Gartenkolonie „Palmental“ in Eisenach könne abgeschlossen werden, außerdem seien sowohl der Angeklagte als auch dessen Lebensgefährtin zum Tatzeitraum Mitte Juli auf der Parzelle 66 gewesen. „Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es ein anderer war“, sagte der Richter. Zudem seien Blutspuren im Nebenraum der Laube gefunden worden. Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten lebenslange Haft.

dpa

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