Mann (23) gesteht Brandstiftung - vier Tote

Tübingen - Ein 23-Jähriger hat gestanden, die tödliche Brandkatastrophe vor knapp einem Jahr in einem Obdachlosenheim in Calw im Schwarzwald ausgelöst zu haben.

Vier seiner Mitbewohner waren damals gestorben. Über die Gründe für die Brandstiftung schwieg sich der 23- Jährige am Mittwoch vor dem Tübinger Landgericht aus: Er könne sich an jene Nacht zum 19. August 2009 kaum erinnern, behauptete er. Ein psychiatrischer Gutachter äußerte Zweifel: “Die Vermutung liegt nicht ganz fern, dass Sie uns einiges einfach nicht mitteilen wollen.“

Angeklagt ist der 23-Jährige wegen vierfachen Mordes und wegen versuchten Mordes an den sieben anderen Bewohnern des Obdachlosenheims, die die Katastrophe überlebten. Er hatte nach eigener Aussage Toilettenpapier angezündet und in seinen Kleiderschrank geworfen. Das Feuer breitete sich extrem schnell in dem Wohnheim aus. In früheren Aussagen hatte der Angeklagte behauptet, er habe aus Frust über sein Leben selbst in den Flammen sterben wollen. Die Ermittler schließen einen Selbstmordversuch inzwischen aber weitgehend aus.

dpa

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