Speichelproben

282 Männer bei Gentest im Mordfall Bögerl

Giengen an der Brenz - Maria Bögerl wurde vor vier Jahren ermordet. In den bis heute ungeklärten Fall soll nun ein zweiter Massen-Gentest Licht bringen.

Im Mordfall Maria Bögerl hat die Polizei in Baden-Württemberg einen zweiten Massen-DNA-Massentest beendet. 282 Männer hätten in Giengen an der Brenz freiwillig Speichelproben abgegeben, sagte der Polizeiführer vom Dienst, Hagen Guderlei. Aufgerufen, an der dreitägigen Aktion teilzunehmen, waren allerdings rund 500 Männer im Alter zwischen 21 und 68 Jahren, also deutlich mehr.

Die Frau des früheren Heidenheimer Sparkassenchefs, Thomas Bögerl, war vor mehr als vier Jahren entführt worden. Eine Lösegeld-Übergabe scheiterte. Anfang Juni 2010 fand ein Spaziergänger die verweste Leiche der 54-Jährigen an einem Waldrand bei Heidenheim. Bögerl war erstochen worden. Die Suche nach dem Täter verlief bisher erfolglos.

Vor einem halben Jahr hatten an einem ersten Massengentest in Neresheim, 20 Kilometer von Giengen an der Brenz entfernt, rund 3300 Männer teilgenommen. Auch damals gaben etwa 100 Aufgerufene keine DNA-Probe ab. Wie mit den Männern verfahren wird, die nicht zur Speichelabgabe gekommen sind, muss laut Guderlei die zuständige Sonderkommission entscheiden. Zu prüfen sei, ob diese per Gerichtsentscheid zur Abgabe ihrer DNA-Proben gezwungen werden können.

Die DNA-Analyse ist für Ermittler eine der modernsten und erfolgreichsten Instrumente zur Aufklärung von Verbrechen. Bei Massentests wird einer großen Zahl von Menschen mit einem Wattestäbchen Speichel im Mund entnommen. Im Labor werden Teile der menschlichen Erbsubstanz Desoxyribonukleinsäure (DNA) aus dem Speichel mit den genetischen Spuren vom Tatort verglichen.

Für eine DNA-Analyse genügen schon geringste Spuren - etwa Hautschuppen, Haare, Sperma, Schweiß oder Speichelreste. Den sogenannten genetischen Fingerabdruck eines Menschen können Experten auch Jahrzehnte nach der Tat abgleichen.

dpa

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