Polizei ermittelt wegen unterlassener Hilfeleistung

Mädchen in Kessel mit brühend heißem Wasser geworfen: Polizei sucht zwei verkleidete Hexen

Bei einem Fastnachtsumzug in Baden-Württemberg ist eine Zuschauerin in einen Hexenkessel geworfen worden - sie erlitt schwere Verletzungen an den Beinen.

Update vom 6. Februar, 7.35 Uhr: 

Nach dem Unfall mit dem Fastnachts-Hexenkessel in Eppingen, bei dem eine junge Frau an den Beinen starke Verbrennungen erlitten hat, will die Polizei den genauen Tathergang rekonstruieren. Noch immer ist nicht klar, wie es genau zu dem Vorfall kommen konnte und welche Person was getan hat. Das Opfer liegt mit noch immer im Klinikum und muss dort auch noch versorgt werden. Nun hat sich die Die Hexenzunft Eppingen als Organisator des Umzugs zu dem schrecklichen Unfall geäußert - Sie zeigte sich schockiert.  

Update am 5. Februar, 13.15 Uhr:

Nach dem Unfall bei einem Fastnachtsumzug in Eppingen nahe Heilbronn sucht die Polizei nun zwei als Hexen verkleidete Personen. Gegen sie werde wegen fahrlässiger Körperverletzung und möglicher unterlassener Hilfeleistung ermittelt, sagte Polizeisprecher Achim Küller am Montag in Heilbronn. Die eine Hexe einer Gastzunft soll eine 18 Jahre alte Zuschauerin des Nachtumzugs über einen Hexenkessel mit brühend heißem Wasser gehalten haben. Die andere Hexe habe den Kessel geöffnet. Dabei gerieten die Beine der Frau bis zu den Kniekehlen ins Wasser. Die Hexen sollen sie nach dem Unfall mit schweren Verbrühungen zurückgelassen haben. Die junge Frau wurde in eine Spezialklinik gebracht.

Update am 5. Februar, 9 Uhr:

Nach den schweren Verletzungen der jungen Frau, die bei einem Fastnachtsumzug in Baden-Württemberg in einen Hexenkessel mit heißem Wasser geworfen wurde, ermittelt die Polizei wegen schwerer Körperverletzung und unterlassener Hilfeleistung.

Wie ein Sprecher am Montag sagte, hat die Polizei Ermittlungen gegen sechs Personen aufgenommen. Der Kessel hatte demnach über einer offenen Feuerstelle auf einem Wagen gestanden, der von mehreren Menschen gezogen wurde. Diese seien nach dem Vorfall einfach weitergegangen, ohne sich um die Verletzte zu kümmern. Derzeit werde noch geklärt, ob ein solches offenes Feuer beim Faschingsumzug überhaupt erlaubt gewesen sei.

Alles fing wohl mit einem Scherz an

Die Frau erlitt an den Beinen schwere Verbrühungen. Sie wurde in eine Spezialklinik gebracht. Eine Zuschauergruppe habe die 18-Jährige, vermutlich im Scherz, zur Hexengruppe getragen, sagte eine Sprecherin der Heilbronner Polizei dem SWR. Dort habe eine als Hexe verkleidete Person die junge Frau hochgehoben, eine andere habe den Kessel geöffnet. Dann wurde die 18-Jährige über den Kessel gehalten. „Dabei sind aus unbekannten Gründen die Beine der jungen Frau in den Kessel gefallen und dabei hat sich die 18-Jährige schwere Verletzungen an den Beinen zugezogen“, sagte die Sprecherin dem SWR.

Die Erstmeldung am Sonntag:

Eppingen - Die 18-Jährige sei am Samstag in Eppingen in eine Gruppe von Hexen hineingezogen worden, sagte ein Polizeisprecher am Sonntagabend der Deutschen Presse-Agentur. „Sie wurde in einen heißen Hexenkessel geworfen.“ Die Frau habe von den Füßen bis zu den Kniekehlen im heißen Wasser gestanden. Sie trug laut Polizei schwere Verbrühungen davon und werde in einer Spezialklinik behandelt.

Nach einem Bericht der Heilbronner Stimme stand der Kessel auf einer Feuerstelle. Nach Polizeiangaben war am Sonntag noch unklar, wer die Zuschauerin bei dem sogenannten Nachtumzug in den Kessel warf. Das werde noch ermittelt, sagte der Sprecher. Zu klären sei auch die Frage, ob es sich dabei um einen Scherz gehandelt habe. Eppingens Oberbürgermeister Klaus Holaschke (parteilos) sagte dem Blatt: „So etwas darf nicht passieren.“ Der Vorfall werde an diesem Montag im Rathaus aufgearbeitet.

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Bei dem Umzug verkleiden sich die Teilnehmer als Hexen. Hunderte Menschen nahmen daran teil. Wie der Verein Hexenzunft Eppingen auf seiner Internetseite schreibt, findet der Nachtumzug seit 2003 am Samstag vor dem „Fastnetswochenende“ statt. Daran beteiligen sich Gruppen aus dem In- und Ausland.

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dpa

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