Mädchen angefahren und vergewaltigt: Lange Haftstrafe

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Der Angeklagte Björn P. (l) wird im Saal 1 des Landgerichts Bielefeld von seinem Verteidiger Andreas Chlosta (r) an den Platz geführt.

Bielefeld - Harte Strafe für einen brutalen Kinderschänder: Weil er eine 13-jährige Radfahrerin mit dem Auto absichtlich anfuhr und dann vergewaltigte, muss ein Familienvater (31) für zehn Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Der Vorsitzende Richter am Bielefelder Landgericht Reinhard Kollmeyer erklärte am Montag das harte Urteil damit, dass es eine außergewöhnlich schwere und nicht nachvollziehbare Straftat sei, die überall Fassungslosigkeit hervorgerufen habe. Das Verbrechen sei “quälend, erdrückend und kaum zu ertragen“. Der Vater von fünf Kindern hatte im Prozess ein Geständnis abgelegt. Im Gegensatz zu früheren Vernehmungen bestritt er jedoch, den Unfall absichtlich herbeigeführt zu haben. Dies überzeugte die Strafkammer jedoch nicht.

Bilder vom Prozess

Kind angefahren und vergewaltigt: Bilder vom Prozess

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13-Jährige angefahren und vergewaltigt: Anklage erhoben

Die 13-Jährige war in Hille am 13. April (Ostermontag) gegen 20.30 Uhr mit ihrem Fahrrad auf dem Heimweg von einer Freundin. Bei dem Umfall prallte sie gegen das Auto und erlitt unter anderem einen Kieferbruch. Der Fahrer trug sie in sein Auto, schlug ihr mehrmals ins Gesicht und verging sich auf einem nahe gelegenen Parkplatz an ihr. Der Vorsitzende Richter erklärte, echte Reue des Angeklagten sei bei der Kammer nicht angekommen. Der 31-Jährige habe die Chance vertan, zu zeigen, dass er doch nicht das Monster mit der unbarmherzigen Gesinnung sei.

Landgericht entspricht Forderungen der Anklage

Mit seinem Urteil schloss sich das Landgericht den Forderungen der Staatsanwaltschaft an. Das Landgericht entzog ihm außerdem für fünf Jahre den Führerschein. Anklägerin Sabine Berger sagte in ihrem Plädoyer: “Einen derart brutalen Überfall auf ein Mädchen habe ich noch nicht erlebt.“ Die Tat suche an Emotionslosigkeit und Kaltschnäuzigkeit ihresgleichen. Aus Sicht der Anklage hatte der Mann die Tat geplant und den Unfall bewusst provoziert, auch wenn er dies im nachhinein bestreite. Es sei Zufall gewesen, dass das Mädchen überhaupt überlebt habe. Die von ihren Eltern als vermisst gemeldete 13-Jährige war erst nach mehreren Stunden barfuß und völlig verstört wieder in der Nähe ihres Elternhauses aufgetaucht. Einen Tag später wurde der damals 30-jährige ungelernte Arbeiter in Lübbecke nach einem Zeugenhinweis festgenommen.

Verteidiger Andreas Chlosta sagte in seinem Plädoyer, die Vernehmungsprotokolle, denen zufolge sein Mandant zugegeben hat, den Zusammenstoß provoziert zu haben, würden nicht dem tatsächlichen Wortlaut entsprechen. Die Beamten hätten unter großem Druck gestanden und Fehler gemacht. Der Verteidiger hatte eine Haftstrafe von sechs Jahren beantragt. Das Urteil am Montag nahm der 31-Jährige völlig regungslos entgegen.

Wiederholungsgefahr nicht auszuschließen

Die Mutter der 13-Jährigen hatte die Möglichkeit zurückgewiesen, ihre Tochter könne den Unfall mit einem Fahrfehler verursacht haben. Sie bezeichnete das Mädchen als “sichere Fahrradfahrerin“. Ein Gutachter erklärte am Montag, eine Wiederholungsgefahr sei bei dem 31-Jährigen nicht auszuschließen. Die Polizei hatte nach der Festnahme des Täters berichtet, der Familienvater habe sich nach eigenen Angaben schon seit längerer Zeit mit dem Gedanken getragen, ein junges Mädchen zu vergewaltigen. Anzeichen für eine verminderte Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt gibt es laut Gutachter nicht.

AP

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