Mädchen (11) von Zeitungsverkäufer vergewaltigt

Wuppertal - Vor dem Wuppertaler Landgericht hat ein 20-jähriger Zeitungsverkäufer gestanden, im März in Solingen ein 11-jähriges Mädchen vergewaltigt zu haben.

Laut Anklage war der 20-jährige Nicolae-Ovidiu M. am 16. März in Solingen von Haustür zu Haustür gezogen, um Zeitungen zu verkaufen. Als das Mädchen die Tür öffnete und sagte, dass seine Eltern nicht zu Hause seien, habe er die 11-Jährige in die Wohnung gedrängt und sei über sie hergefallen, sagte der Staatsanwalt. Erst als das Mädchen wegen der starken Schmerzen immer lauter um Hilfe gerufen habe, habe er von ihr abgelassen haben und sei geflohen, heißt es in der Anklage weiter.

Das Verbrechen hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Nicolae-Ovidiu legte nach Angaben seines Verteidigers zum Prozessauftakt ein umfassendes Geständnis ab - allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Der Angeklagte habe ausgesagt, er könne sich die Tat selbst nicht erklären und bedauere sie zutiefst, teilte Verteidiger Marco Ostmeyer mit. Es sei ihm bewusst gewesen, dass sein Opfer ein sehr junges Mädchen sei. “Er hat gesagt, dass er auf keinen Fall möchte, dass die Geschädigte aussagen muss“, sagte Ostmeyer.

Täter droht langjährige Haftstrafe

Über seinen Mandanten teilte Ostmeyer mit, er sei in Rumänien in ärmlichsten Verhältnissen aufgewachsen und mit einer größeren Gruppe von Landsleuten nach Deutschland gekommen. Hier sei er schwächstes Mitglied einer Drückerkolonne mit mafiösen Strukturen gewesen. Auf Grundlage einer detaillierten Personenbeschreibung durch das Opfer war Nicolae-Ovidiu M. bereits zwei Tage nach der Tat in Duisburg festgenommen worden.

Der Zeitungsverkäufer hatte die Tat kurz nach seiner Festnahme gestanden. Bei der Vernehmung durch die Polizei sagte er, es habe sich um eine spontanen Einfall gehandelt. Das Kind wurde durch das Verbrechen erheblich traumatisiert. Dem Täter droht nun eine Haftstrafe von bis zu 15 Jahren, wenn er nach dem Erwachsenenstrafrecht verurteilt wird. Findet das Jugendstrafrecht Anwendung, ist eine Strafe von bis zu 10 Jahren möglich. Das Urteil wird am kommenden Mittwoch erwartet.

dapd

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