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Corona: Mit Boosterimpfung sinkt das Risiko von Long Covid

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Von: Yannick Hanke

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Laut einer Studie wird das Risiko von Long Covid durch eine vollständige Impfung verringert. Was die Boosterimpfung so wichtig macht.

Heiligendamm – Impfen, um sich nicht mit Corona zu infizieren? Diese Garantie gibt es nicht. Doch zeigen Erkenntnisse der Wissenschaft, dass die Spritze gegen das Virus zumindest schwere Verläufe verringert. Eine Studie aus England macht nun deutlich, dass eine vollständige Impfung das Risiko von Long Covid* senkt. Was genau hat es damit auf sich?

Corona-Studien: Boosterimpfung verringert Risiko von Long Covid

Damit eine Long-Covid-Erkrankung nach einer Corona-Infektion vermieden werden kann, ruft die Heiligendammer Expertin Jördis Frommhold zu einer vollständigen Impfung auf. Sie wirbt also explizit auch für die Boosterimpfung, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen schwere Verläufe einer Corona-Infektion kleiner hält.

Links erhält eine Person ihre Boosterimpfung gegen das Coronavirus. Rechts ist die Ärztin Jördis Frommhold platziert.
Boosterimpfungen verringern das Risiko von Long Covid – darauf verweist Ärztin Jördis Frommhold und nimmt Bezug auf mehrere Studien. (kreiszeitung.de-Montage) © Bernd Wüstneck/Sebastian Gollnow/dpa

Im Rahmen dessen kann nun auch eine englische Studie zurate gezogen werden, laut der die Grundimpfungen zusammen mit einer Auffrischungsimpfung, wenn auch noch nicht dem 2. Booster, das Long-Covid-Risiko um 50 Prozent senken würden. Nach einer israelischen Studie wird das Long-Covid-Risiko durch den vollständigen Impfschutz gar um zwei Drittel gesenkt. Das sagte Jördis Frommhold, Chefärztin der Median-Klinik in Heiligendamm, gegenüber der dpa.

Long Covid als Folge einer schweren Corona-Erkrankung – doch „Patienten können ein gutes Leben führen“, wenn sich sich darauf einlassen

De facto habe eine Corona-Infektion in rund zehn Prozent der Fälle Long-Covid-Symptome wie permanente Müdigkeit und Erschöpfung (Fatigue-Syndrom) oder Konzentrations- und Gedächtnisprobleme zur Folge. Generell sei diese Liste sehr lang. Über Long Covid weißt Jördis Frommhold zudem ins Detail zu gehen:

Die Symptome zwingen zu einer Entschleunigung. Patienten können mit Long Covid ein gutes Leben führen, sie müssen sich aber darauf einlassen.

Ärztin Jördis Frommhold in ihrem Buch „Long Covid - Die neue Volkskrankheit“ über den Umgang mit der Erkrankung

In ihrer zweijährigen Therapieerfahrung mit mehr als 3500 Patienten habe Frommhold die Erkenntnis gewonnen, dass Long Covid oftmals ein Problem der Leistungsgesellschaft sei. Bedeutet: „Viele Menschen in der Gesellschaft haben die Fähigkeit zur Selbstreflexion verloren“. So würden viele Menschen zu Überforderung neigen – und nicht merken, dass sich Grenzen längst verschoben hätten.

Long-Covid-Patienten werden in speziellen Kliniken behandelt – Folgen der Corona-Erkrankung gehen nicht durch „Wunderheilung“ wieder weg

Man könne die meisten Patienten auch nicht als „arbeitsfähig“ entlassen, heißt es von Jördis Frommhold. Und das sei für viele Menschen schon frustrierend, da sie schließlich mit großen Erwartungen in die Median-Klinik in Heiligendamm kämen. Die Garantie für eine „Wunderheilung“ gebe es aber eben auch nicht.

Nach dem Aufenthalt in der Klinik würden die Menschen dann vor der Verpflichtung stehen, das Gelernte auch im täglichen Leben umzusetzen. Das sei zwar schwer, aber ohne diesen Schritt würde die Heilung nun mal auch nicht funktionieren. „Eher geht der Schuss nach hinten los“, merkt Frommhold an.

Corona-Schutzmaßnahmen samt Maskenpflicht fallen in 14 Bundesländern weg – doch Hamburg wird zum Corona-Hotspot

Nach hinten losgehen könnte aber auch die flächendeckende Lockerung der Corona-Schutzmaßnahmen. Mit Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben sich lediglich zwei der 16 Bundesländer zu einem Corona-Hotspot erklärt*. Dies erlaubt es den Ländern, grundlegende Regeln wie 2G, 2G-Plus oder 3G aufrechtzuerhalten.

In anderen Bundesländern, darunter Bremen und Niedersachsen, fällt hingegen beispielsweise die Maskenpflicht im Einzelhandel weg. Das Tragen einer medizinischen Schutzmaske beruht hier in der Regel nur noch auf der Freiwilligkeit der Kunden. Bestehen bleibt die Maskenpflicht hingegen in Flugzeug, im Bus sowie in der Bahn, aber auch in Kliniken und Pflegeeinrichtungen.

Omikron-Variante breitet sich in Deutschland stark aus – doch Boosterimpfung schützt zumindest vor schweren Verläufen

Ob dieser Schritt tatsächlich richtig ist, wird in Deutschland rauf und runter diskutiert. Schließlich verbreiten sich die Omikron-Variante und dessen Unterform BA.2 rasend schnell. Dies wiederum äußert sich in den verschiedensten Symptomen, die auf eine Omikron-Infektion hindeuten sowie in Anzeichen, die eine Ansteckung mit der Omikron-Unterform BA.2 vermuten lassen.

Dazu liefert die Wissenschaft fast täglich neue Erkenntnisse vor. Zum einen soll die jeweilige Blutgruppe Einfluss auf das Risiko einer Corona-Infektion haben. Zum anderen besteht die Möglichkeit, dass starker Pollenflug ebenfalls das Risiko einer Corona-Infektion beeinflussen kann – und das nicht nur für Allergiker. Da ist es doch gut zu wissen, dass zumindest die Boosterimpfung vor schweren Verläufen bis hin zu Long Covid zu schützen vermag. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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