Linienbus stürzt in die Wupper: Fünf Tote

Radevormwald - Bei einem schweren Busunglück im nordrhein- westfälischen Radevormwald sind am Dienstag mindestens fünf Menschen getötet worden. Augenzeugen schildern den schlimmen Unfall.

Unter den Toten ist nach Angaben der Polizei auch der 45 Jahre alte Busfahrer. Außerdem gab es nach Angaben einer Sprecherin des Oberbergischen Kreises einen Schwerverletzten und sieben Leichtverletzte. Der Bus mit insgesamt etwa 15 Menschen stürzte eine Böschung zur Wupper hinab und blieb am Ufer auf der Seite liegen, teilweise im Wasser.

Linienbus stürzt in die Wupper

Linienbus stürzt in die Wupper

Rettungstaucher suchten am Nachmittag in der Wupper nach weiteren Opfern. Der Bus sollte außerdem von einem Kran angehoben werden, um zu überprüfen, ob darunter noch Menschen liegen. Notfallseelsorger betreuten die Betroffenen.

Augenzeugen berichten über den Unfall

“Plötzlich war der Bus weg“, sagt ein Rentner fassungslos. “Dann kamen zwei junge Frauen blutüberströmt den Hang hochgeklettert.“ Der Man ist Augenzeuge des schweren Busunglücks geworden, bei dem am Dienstag im oberbergischen Radevormwald mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen sind. Der Bus durchbrach eine Leitplanke und stürzte 20 Meter tief in die Wupper.

Der Lärm des Unfalls hat zahlreiche Anwohner aufgeschreckt, viele sind aus ihren Häusern zur Unglücksstelle geeilt. “Es hat sich angehört, als ob ein Haus drzählt der 42-jährige Ferdinand Stock. “Das ist schrecklich“, fügt er mit Blick auf die Schneise hinzu, die der Bus bei seinem Sturz in die Tiefe gerissen hat.

Bus durchbrach eine Leitplanke

Das Unglück ereignete sich am späten Vormittag. Der Linienbus war gegen 11.50 Uhr auf der Landstraße 414 unterwegs von Wuppertal nach Dahlhausen. Auf der abschüssigen Strecke gewann das Fahrzeug plötzlich aus unbekannten Gründen immer mehr an Geschwindigkeit. In einer Linkskurve kam es von der Fahrbahn ab, brach durch eine Leitplanke und stürzte etwa 20 Meter tief die Böschung hinunter in die Wupper. Dort blieb der stark beschädigte Bus teilweise im Wasser liegen.

Der Unglücksbus gehörte einem Privatunternehmen, wurde aber als Linienbus im örtlichen Nahverkehr eingesetzt. Etwa 400 Meter vor der Unfallstelle hatte der Bus noch regulär an einer Haltestelle gestoppt, Menschen stiegen ein und aus. “Alle, die ausstiegen, hatten wohl einen Schutzengel“, sagte eine Anwohnerin. “Ganz tragisch ist es für die, die noch zugestiegen sind.“ Die Stelle sehe aus wie nach dem Orkan “Kyrill“, fügt sie hinzu.

Dramatische Szenen am Unfallort

Nach dem Unfall spielten sich am Unglücksort dramatische Szenen ab. Drei blutende Verletzte saßen an einer Bushaltestelle und warteten auf Hilfe. Feuerwehrleute versuchten, die Verletzten zu retten und die Böschung hinaufzuziehen.

Eine verzweifelte Mutter kletterte mit ihrem Sohn den Abhang hinunter, weil sie befürchtete, das verunglückte Fahrzeug sei der Schulbus gewesen. “Sind das die Kinder?“ fragte sie und konnte nur mühsam von den Feuerwehrleuten beruhigt werden.

Notfallseelsorger kümmerten sich um Angehörige

Die Bergungsarbeiten an der unwegsamen Stelle gestalteten sich schwierig, da es an der Unfallstelle 20 Meter nach unten geht. Um die Opfer bergen zu können, mussten die Feuerwehrleute zahlreiche Bäume fällen und so Platz für einen Kran schaffen, der den Bus schließlich anheben sollte.

Taucher suchten in der Wupper nach weiteren Leichen oder Leichenteilen. Auf dem Parkplatz des benachbarten Einkaufszentrums Wuppermarkt wurde eine Verletzten-Sammelstelle eingerichtet. Notfallseelsorger standen bereit, um sich um Angehörige der Opfer zu kümmern.

Erinnerungen an Unglück von 1971

Das Unglück weckte bei den älteren Anwohnern schlimme Erinnerungen: Radevormwald-Dahlerau war schon einmal Schauplatz eines schweren Verkehrsunglücks. Am 27. Mai 1971 ereignete sich in der oberbergischen Stadt eine der schwersten Zugkatastrophen der deutschen Nachkriegsgeschichte, bei dem 46 Menschen starben und 25 weitere verletzt wurden. Auf der Strecke Wuppertal - Radevormwald stieß damals ein mit Schülern besetzter Triebwagen mit einem Güterzug zusammen.

AP/dpa/fro

Rubriklistenbild: © AP

Schreckliches Busunglück in Italien: Bilder

Schreckliches Busunglück in Italien: Bilder

So zeigte sich das Präsidentenpaar Donald und Melania Trump

So zeigte sich das Präsidentenpaar Donald und Melania Trump

Schwarzenegger in Kitzbühel: „Trinkt's viel Schnaps und Bier“

Schwarzenegger in Kitzbühel: „Trinkt's viel Schnaps und Bier“

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Grusel-Shots und erster Abschied: Der achte Dschungel-Tag in Bildern

Meistgelesene Artikel

Polizei rettet Kuscheltier nach Unfall von der Autobahn

Polizei rettet Kuscheltier nach Unfall von der Autobahn

Massenkarambolage auf vereister A1 - ein Toter

Massenkarambolage auf vereister A1 - ein Toter

Siebenfache Eltern sterben bei Verkehrsunfall

Siebenfache Eltern sterben bei Verkehrsunfall

Busfahrer setzt Kinder bei Minusgraden an der Straße aus

Busfahrer setzt Kinder bei Minusgraden an der Straße aus

Kommentare