Schifffahrt

Leinen los: Deutsche Kreuzfahrt-Saison in Kiel startet mit „Blauen Reisen“

Nach monatelanger Corona-Zwangspause sind Aida Cruises, Tui, Royal Caribbean, Hapag-Lloyd, MSC Cruises & Co. am Wochenende in Deutschland in die Saison gestartet.

Kiel – Nach gefühlt ewiger Corona-Zwangspause ist am Pfingstwochenende die krisengeschüttelte Kreuzfahrtbranche in ihre Deutschlandsaison gestartet. Von Kiel liefen Schiffe der Carnival-Tochter Aida Cruises sowie des Gemeinschaftsunternehmens Tui und Royal Caribbean aus.

Stadt in Schleswig-Holstein:Kiel
Fläche:118,65 Quadratkilometer
Einwohner:246.794 (Stand: 31. Dezember 2019)
Vorwahl:0431
Bürgermeister:Ulf Kämpfer (SPD)

Den Anfang machte am Samstag, 22. Mai 2021, die „AIDAsol“, gefolgt von der „Mein Schiff 1“ am Pfingstsonntag. Beide stachen aufgrund der Corona-Pandemie zu einer sogenannten „Blauen Reise“ in die Ostsee. Bei einer solchen Reise bleiben die Urlauber ohne Landgang die ganze Zeit an Bord des Schiffes.

Deutsche Kreuzfahrt-Saison 2021 in Kiel startet: „AIDAsol“ und „Mein Schiff 1“ stechen in See

Es ist bereits der zweite Anlauf – nach Corona-Schock und Neustart im vergangenen Jahr – den die Reedereien unternehmen, um an den langjährigen Kreuzfahrtboom anzuknüpfen. Möglich macht dies die niedrige 7-Tage-Inzidenz in Schleswig-Holstein. Aktuell am Pfingstmontag liegt sie bei 30,3.

Schleswig-Holstein hat mit Abstand die niedrigsten Werte in ganz Deutschland. Seit rund zehn Tagen ist aus diesem Grund auch der Tourismus in dem Land zwischen Nord- und Ostsee soweit wie möglich geöffnet. „Dies ist ein wichtiger und richtiger Schritt. Der See-Tourismus ist von großer regional wirtschaftlicher Bedeutung und gibt den Menschen ein Stück Freiheit zurück“, sagte Seehafen-Kiel-Geschäftsführer Dirk Claus gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Kreuzfahrt-Saison 2021: Hapag-Lloyd und MSC Cruises ziehen in den kommenden Wochen nach

Die „Hanseatic Inspiration“ von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten wird in diesem Monat noch als drittes Schiff hinzustoßen. Auch MSC Cruises will ab Juli wieder in Kiel aktiv sein, wie der Geschäftsführer ankündigte: „Wir gehen davon aus, dass wir bis Jahresende über 100 Kreuzfahrtanläufe verzeichnen können.“ Das Kreuzfahrtschiff „MSC Seaside“ soll ab dem 3. Juli von Kiel aus in See stechen und unterwegs auch in ausgewählten Ostsee-Häfen anlegen.

Das Aida-Kreuzfahrtschiff „AIDAsol“ lief am Samstag aus dem Hafen in Kiel aus. Zahlreiche „Se(h)leute“ beobachteten das Schauspiel.

Am 1. Juli soll auch im Rostocker Stadtteil Warnemünde das Kreuzfahrtgeschäft wieder anziehen. Aida Cruises plant fest mit dem Hafen in Mecklenburg-Vorpommern. Allein die Seehäfen in Hamburg und Bremerhaven sind noch nicht so weit, als dass die Saison losgehen könne. Spätestens mit dem Ende des Beherbergungsverbots geht die Kreuzfahrtbranche davon aus, für Privatleute wieder Fahrten anbieten zu können. Auch im westlichen Mittelmeer will Aida Cruises ab Juli wieder Kreuzfahrten anbieten.

An Bord der 2900 Passagiere fassenden „Mein Schiff 1“ waren am Pfingstwochenende coronabedingt nur gut 1100 Gäste zugelassen. Auch nach Abzug der wegen der Corona-Pandemie frei zu haltenden Plätze sei der Kreuzfahrtriese nicht ganz ausgebucht, sagte eine Sprecherin. Die nach Angaben der Reederei knapp 2700 Passagiere fassende „AIDAsol“ brach coronabedingt mit rund 900 Gästen an Bord auf. Das Schiff sei ausgebucht gewesen, hieß es.

Kreuzfahrt-Saison 2021: Corona-Test, Maskenpflicht und Abstandsregeln gelten an Bord

Kreuzfahrer und Besatzungen müssen sich an strenge Hygiene- und Sicherheitsregeln halten; so werden die Schiffe nur zu maximal 60 Prozent ausgelastet. Coronatests sind Pflicht, an Bord gelten Abstandsregeln und Maskenpflicht. Statt am Buffet zu stehen, wird den Gästen das Essen am Tisch serviert.

Bei 2,6 Millionen Passagieren und rund 6,6 Milliarden Euro Umsatz (2019) hängen nach Angaben des Branchenverbands Clia hierzulande rund 48.000 Arbeitsplätze direkt an der Kreuzfahrtbranche – von Zulieferern bis zu Werften indirekt aber noch viel mehr.

Zahlen zum Corona-Jahr 2020 liegen nicht vor. Global werden die Verluste in der Branche auf einen zweistelligen Milliardenbetrag taxiert. „Mit neuen Bestellungen in signifikantem Umfang vor 2024 ist nicht zu rechnen“, hieß es deshalb unlängst beim Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM). Für Schiffbauer, wie die auf Kreuzfahrtriesen spezialisierte Meyer-Werft im niedersächsischen Papenburg, ist das eine bedrohliche Situation. (Mit Marerial der dpa) *kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Daniel Bockwoldt/dpa

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