Sicherheit ging vor Religion

Leichnam von Leipziger Ebola-Patient eingeäschert

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Die Einfahrt auf das Gelände des Sankt-Georg-Klinikums in Leipzig.

Leipzig - Ein UN-Mitarbeiter hilft in Liberia Ebola-Patienten - bis er sich selbst infiziert. Leipziger Seuchen-Experten können ihn nicht mehr retten. Nun wurde sein Leichnam eingeäschert.

Der Leichnam des in Leipzig gestorbenen Ebola-Patienten ist eingeäschert worden. Er wurde in der Nacht zum Mittwoch in einem Krematorium verbrannt, wie ein Stadtsprecher mitteilte. Zuvor war der Tote desinfiziert und in einen speziell präparierten Sarg gelegt worden.

„Wir werden jetzt in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und der UN einen Weg finden, die sterblichen Überreste seiner Familie zu übergeben“, sagte der Sprecher. Es bestehe ein Kontakt zu der Familie, aber wann die Übergabe erfolgen werde, sei noch nicht klar. „Es muss einen würdigen Rahmen geben, dafür sorgen wir.“ Der UN-Mitarbeiter war Muslim. Der Islam sieht eine Feuerbestattung zwar eigentlich nicht vor - in diesem Fall sei die Sicherheit den Angaben zufolge aber wichtiger gewesen als religiöse Bräuche.

Der 56 Jahre alte Mann war in der Nacht zu Dienstag nach fünftägiger Behandlung in der Sonderisolierstation des Klinikums Sankt Georg als erster Mensch in Deutschland an Ebola gestorben. Er war aus Liberia nach Leipzig geflogen worden. Bereits bei seiner Ankunft stand es nicht gut um den aus dem Sudan stammenden Mann. Die Ärzte wollten damals keine Prognose abgeben. Sein Zustand wurde als hochgradig kritisch beschrieben.

Die deutschen Wissenschaftsakademien forderten in einer Erklärung Konsequenzen aus der Ebola-Epidemie. Zur Bekämpfung bestehe ein dringender Bedarf an Impfstoffen und antiviralen Medikamenten. Um diesen Bedarf zu decken, müsse kurzfristig die Weiterentwicklung von experimentell wirksamen Impfstoffen oder Therapeutika für die klinische Anwendung beschleunigt werden, teilten die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina, die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften und die Union der deutschen Akademien der Wissenschaften gemeinsam mit.

dpa

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