Lehrer wussten nichts von Vorstrafen

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Am Sendlinger Tor hatten die Jugendlichen einen Geschäftsmann brutal zusammengeschlagen.

Genf/München - Die Lehrer der drei Schweizer Schüler Mike B., Ivan Z. und Benji D, die nach brutalen Übergriffen auf Passanten in München wegen Mordversuchs in Untersuchungshaft sitzen, haben von einschlägigen Vorstrafen der Burschen offenbar nichts gewusst.

Die 16-jährigen Jugendlichen hatten auf einer Klassenfahrt mit Alkohol und Haschisch gefeiert und dann wahllos Menschen angegriffen und zusammengeschlagen. Laut Medienberichten vom Samstag reagierte die Schweizer Öffentlichkeit mit Unverständnis darauf, dass die Schulleitung von den Vorstrafen ihrer Schützlinge nichts gewusst habe.

Unterdessen setzte die Münchner Polizei am Samstag ihre Zeugenvernehmungen zur weiteren Klärung der Tatumstände und -hintergründe fort. Die Beamten gaben darüber jedoch zunächst keine näheren Auskünfte. Justizvertreter erläuterten in Schweizer Wochenend-Medien, dass die Unterrichtung von Lehrkräften über Verurteilungen von Schülern in jedem Einzelfall geprüft werden könne.

Nun wollten Politiker diese gesetzliche Kann-Bestimmung dringend ändern. Hätten die Lehrer Kenntnis von der Gewaltbereitschaft der drei Verdächtigen gehabt, wäre wohl auch der Freiraum geringer gewesen, hieß es in den Medien. Andere Lehrer sagten, sie wären dann mit solchen Schülern auf Abschlussfahrt nicht in eine Großstadt gereist.

Journalisten berichten von der Schule, dass dort viele von der Gewaltorgie nicht überrascht waren, weil sie die beschuldigten Jugendlichen auch von anderen Ereignissen her gekannt hätten.

Die drei in München inhaftierten Schüler aus Küsnacht bei Zürich mussten in ihrer Heimat unter anderem wegen Angriffen auf Menschen Sozialdienste leisten, einer musste sich im vergangenen Herbst einer Therapie unterziehen, wie die Jugendstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Freitag mitgeteilt hatte. Einer der drei Beschuldigten war wegen Diebstahls und Hausfriedensbruchs verurteilt, ein zweiter wegen einfacher Körperverletzung. Der dritte Jugendliche ist wegen Raubversuchs sowie Faustschlägen und Tritten vorbestraft. Die Strafen lagen zwischen neun Tagen und vier Wochen Sozialdienst.

dpa/tz

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