Nach Vorwürfen

Rassismus bei Lego? Bausatz gestoppt

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Der Bausatz "Jabba's Palace" von Lego sorgte bei der Türkischen Gemeinde in Österreich für Empörung

Wien - Rassismus bei Lego? Fakt ist, dass der "Jabba's Palace"-Bausatz bald nicht mehr produziert wird. Die Türkische Gemeinde in Österreich feiert das als ihren Erfolg. Doch das Unternehmen hat eine andere Erklärung.

"Wir freuen uns, dass wir in einem sehr konstruktiven Gespräch dem Lego Konzern in München unsere Vorbehalte gegenüber dem Star Wars Bausatz Jabbas Palace diese Woche durch einen offenen Dialog vorbringen konnten", erklärt Birol Kilic, Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich. Weiter heißt es in der offiziellen Stellungnahme: "Wir bedanken uns und gratulieren Lego zu der Entscheidung, dass sie ab 2014 den Lego Star Wars-Bausatz Jabbas Palace nicht mehr produzieren und aus dem Produktwerbekatalog nehmen werden."

Lego: "Kein Zusammenhang mit Vorwürfen der Türkischen Kulturgemeinde"

Die Fakten stimmen: Lego wird die Produktion des Bausatzes "Jabba's Palace" Ende 2013 einstellen. Doch das Unternehmen beharrt darauf, dass dies nichts mit den Rassismus-Vorwürfen der Türkischen Gemeinde in Österreich zu tun habe. "Es hat hier keine Änderungen an dem Produkt oder dem Termin aufgrund des Dialogs mit der Türkischen Kulturgemeinde gegeben und die Entscheidung, das Produkt Ende 2013 aus dem Sortiment zu nehmen, steht in keinem Zusammenhang mit den Vorwürfen, die von der Türkischen Kulturgemeinde aufgebracht wurden", zitiert das Nachrichtenportal welt.de die Lego-Sprecherin Katharina Sasse. Produkte aus der "Star Wars"-Reihe hätten von Haus aus nur einen begrenzten Produktionszyklus, der in der Regel bei einem bis drei Jahren liege.

Die Türkische Gemeinde in Österreich hatte Lego im Januar nach der Beschwerde eines besorgten Familienvaters mit den Vorwürfen konfrontiert, der "Jabba's Palace"-Bausatz sei ein "1:1-Abklatsch der Hagia Sophia". Der einst christlich-orthodoxe und später muslimische Sakralbau in Istanbul als kriegerische Trutzburg eines Gangsterbosses, der sich Sklaven hält und Menschen umbringt, sei "pädagogischer Sprengstoff", schrieb die Türkische Gemeinde auf ihrer Homepage. Und weiter: "Die Figur des hässlichen Bösewichts Jabba und die ganze Szenerie [bediene] rassistische Vorurteile und gemeine Unterstellungen gegenüber den Orientalen und Asiaten als hinterlistige und kriminelle Persönlichkeiten".

"Die Einstellung hat hundertprozentig mit unserer Kritik zu tun!"

Die Türkische Gemeinde in Österreich drohte Lego deshalb mit einer Klage wegen Volksverhetzung. Allein der Name des Bausatzes hätte dazu schon Anlass gegeben, denn "Al Jabbar" ist im Arabischen mit "der Allmächtige" zu übersetzen und somit einer der 99 Namen für Allah im Koran. Doch obwohl Lego betont, dass die Einstellung der Produktion von "Jabba's Palace" nichts, aber auch rein gar nichts mit den Vorwürfen und Drohungen zu tun habe, behauptet der Obmann der Türkischen Gemeinde, Kilic, gegenüber dem Nachrichtenportal Focus Online: "Die Einstellung zum Ende des Jahres hat hundertprozentig mit unserer Kritik zu tun!"

Lego kündigte unterdessen an, den "Star Wars"-Bausatz eventuell später noch einmal neu auflegen zu wollen. In diesem Falle, so Kilic, stünden der Türkischen Gemeinde in Österreich 23 Anwälte zur Verfügung, die bereit wären, Lego wegen Volksverhetzung zu verklagen.

mm/hn

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