Kurras gibt Waffe und Munition ab

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Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass Karl-Heinz Kurras SED-Mitglied und Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi war.

Berlin - Karl-Heinz Kurras, der als Polizist am 2. Juni 1967 in Berlin den Studenten Benno Ohnesorg erschoss, hat bei einer Überprüfung durch die Polizei eine Waffe und Munition abgegeben.

Das teilte ein Sprecher der Berliner Polizei mit. Zwei Beamte der beim Landeskriminalamt angesiedelten Waffenbehörde hätten Kurras in seiner Wohnung in Berlin-Spandau aufgesucht. Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass Kurras SED-Mitglied und Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi war.

Kurras habe “die einzige Waffe, die er nach seinen Angaben im Haus hatte, den Polizisten freiwillig ausgehändigt“. Ein Medien-Bericht, wonach die Staatsanwaltschaft die Waffe und Munition eingezogen habe, treffe nicht zu, hieß es von der Polizei. Es habe auch keine Durchsuchung der Wohnung oder des Hauses gegeben.

Die Beamten hätten lediglich öffentlich bekanntgewordene Angaben über den Waffenbesitz von Kurras überprüfen wollen. Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) hatte am Dienstag verlauten lassen, er wolle prüfen, ob die Waffenbesitzkarte des früheren West-Berliner Polizisten eingezogen werden müsse.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, sagte der dpa, nach den Anzeigen gegen Kurras habe die Behörde die staatsanwaltlichen Akten aus der damaligen Zeit angefordert. Nach den neuen Strafanzeigen gegen Kurras hatte die Staatsanwaltschaft angekündigt, die Umstände des Todes von Ohnesorg erneut zu prüfen. Ob daraus ein Wiederaufnahmeverfahren gegen den damals freigesprochenen Kurras folgt, sei unklar, weil viele Vorwürfe verjährt seien.

dpa

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