Ostsee-Restaurant verweigert erwachsener Frau ein Kinderschnitzel – dann kommt es zum Eklat
Ein Restaurant-Besuch mit Nachspiel: Das Team eines Ostsee-Lokals verweigerte einer erwachsenen Frau ein Kinderschnitzel, was dieser gar nicht schmeckte.
Kühlungsborn – Google-Rezensionen sind oft hilfreich für Verbraucher. Sie bieten Orientierung, ob vergangene Kunden mit einem Geschäft oder einem Lokal zufrieden waren. Doch es wird auch nicht selten Schindluder damit getrieben. Und nicht immer gehen die Autoren der Texte fair vor. Eine ihrer Meinung nach unangemessene Bewertung verbreiteten die Betreiber eines Restaurants im Ostsee-Ort Kühlungsborn per Screenshot bei Facebook.
Eklat in Ostsee-Restaurant: Wirte sahen schlechte Google-Rezension schon kommen
Ihr „Leinen-Los“ an der Ostseeallee 40, einen Steinwurf vom Strand entfernt, weist einen Schnitt von 4,7 von 5 Sternen auf, scheint also durchaus eine veritable Anlaufstelle zu sein, wenn einen als Urlauber in Kühlungsborn der Hunger plagt. Dennoch kam es dort nach einem Restaurantbesuch zum Eklat. Dass auf dieser ein Verriss via Google folgen könnte, schwante den Betreibern wohl schon am Abend selbst.
„Wer überteuerte DDR-Atmosphäre mag, ist hier genau richtig“, schreibt die Restaurant-Besucherin. „Das Essen war mittelmäßig, dafür aber eher teuer. Die Bedienung war okay. Kindergerichte gibt es bis 13 Jahre, was ja generell kein Problem ist – allerdings, wenn das Kind ein volles Gericht bestellt und dafür dem Erwachsenen das Kindergericht ‚überlässt‘, geht das nicht, ‚weil das Kind es ja nicht isst‘.“ Danach zieht sie über die Gerichte vom Leder: Würzfleisch, Toast, Hähnchen, Süßkartoffel-Chips – war alles nicht nach ihrem Geschmack. Auch die Deko nicht. „Das Rostocker Pils war gut“ immerhin. Knackpunkt allerdings ist die Sache mit dem Kindergericht.
Dieses Thema ordnen die Betreiber des Ostsee-Restaurants bei Facebook nach einem vorangestellten „Heute haben wir mal wieder ein Highlight aus dem ganz normalen Wahnsinn“ ein. Demnach sei es zu dem Besuch am 2. Januar kurz vor 18 Uhr gekommen, als die kleine Gruppe das Restaurant betreten hätte und trotz fehlender Reservierung dort speisen konnte.
Ostsee-Restaurant: Besucherin will unbedingt Kinderschnitzel – und versucht, es übers Kind zu bestellen
Die Darstellung der Betreiber: „Zwei der Damen, beide über 13 Jahre, wählen ein Gericht (Burger, und Hähnchenbrust auf Pasta mit Parmesan-Sahne-Soße). Die dritte Dame, weit von 13 Jahren entfernt, bestellt eine Vorspeise (Würzfleisch) und als Zweites ein Kinderschnitzel. Hier hat unsere Jule darauf hingewiesen, dass diese Gerichte nur für Kinder von 0 bis 13 Jahren sind. Darauf sagte die Dame im scharfen Ton: ‚Dann bestelle ich dies für meine Tochter‘.“ Die Tochter jedoch habe ihr Gericht bereits gewählt, schildert das „Leinen-Los“-Team. „Wir noch einmal langsam und deutlich: ,Diese Gerichte sind nur für unsere kleinen Gäste.‘ Die Dame erwiderte darauf: ,Dann nur das Würzfleisch‘. Jule folgte dem Wunsch. Das Essen kam, alles wurde verputzt, und dies komplett. Jule räumte ab, und wir alle waren uns sicher, diese Dame wird uns schreiben.“

So kam es dann auch: Umgehend fand das Team des Ostsee-Lokals die negative Rezension im Netz. Es entschloss sich, diese per Facebook weiterzuzeigen: „Hier nun für Euch die kindische Reaktion einer erwachsenen Frau darauf, dass sie kein Kindergericht bekommen hat.“ Beide Seiten stellen die Situation also gleich dar: Die Kundin hatte Lust auf ein Kinderschnitzel, bekam es aber nicht. Klar, mit 10,20 Euro fällt das Gericht – wie auf der ebenfalls geposteten Kinderkarte („ausschließlich für Kinder bis 13 Jahre!“) zu lesen ist – recht günstig aus. Der Versuch der Restaurant-Besucherin, das Kinderschnitzel für die anwesende Tochter zu bestellen und dann selbst zu verputzen, wurde vom „Leinen-Los“-Team durchschaut und verhindert. Dann eskalierte die Situation per Google-Bewertung und wurde zum Bestandteil einer öffentlichen Diskussion.
Kinderschnitzel-Eklat an der Ostsee: Viele schütteln nur den Kopf
Es gibt Dutzende Kommentare unter dem Posting – die überwältigende Mehrheit schlägt sich auf die Seite des Ostsee-Restaurants. So heißt es: „Ärgert euch bloß nicht über so dämliche Menschen“, „Kindergarten kann man dazu nur sagen“, „Na ist schon sehr komisch von ihr“, „Ohne Worte solche Menschen“, „Na endlich wieder was zu lachen“, „Cool von euch aber, das mal hier zu posten. Man sollte solche dummen, kleingeistigen Bemerkungen viel öfter noch öffentlicher machen oder „Also wir kommen sehr gern wieder zu euch im Urlaub“.
Eine Nutzerin zeigt sich etwas kritischer: „Es gibt ja Restaurants, die bieten schon seit langem Seniorenteller an, ist dann eben so eine Portion wie bei einem Kinderteller. Einfach mal flexibel sein!!!“, fordert sie. Die Reaktion einer „Leinen-Los“-Mitarbeiterin: „Gibt es bei uns schon immer, es sollte aber ein Kinderschnitzel sein! Wir sind da sehr flexibel, hatten sogar Gäste, die sich den Wildgulasch geteilt haben. Hier wollte man einfach auf die Kinderpreise zurückgreifen.“
Ihrer Darstellung nach sei sogar auf den Seniorenteller hingewiesen worden. „Dann war das Gemüse nicht dabei, was beim Kinderschnitzel dabei ist, kein Problem, können wir gegen Aufpreis gerne dazu reichen. Das wollte man dann auch nicht. Es ging um den Preis hier.“ Ihr eindeutiges Fazit: „Erwachsene bekommen auch keine Kinderermäßigung in anderen Einrichtungen.“ Die kritische Nutzerin ist jetzt überzeugt: „Tja, dann ist denen auch nicht zu helfen, dann hätten sie gleich nach Erhalt der Speisenvorschläge das Lokal wieder verlassen sollen.“ Ebenfalls in Norddeutschland gab es kürzlich Stress, weil eine Restaurant-Kundin sich über Extrakosten für einen Extrawunsch geärgert hat. (lin)




