Scharfe Kritik an Flatrate-Bordellen

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Der Verein gegen Zwangsprostitution kritisiert die sogenannten Flatrate-Bordelle.

Osnabrück - Nach den Razzien und der Schließung von sogenannten Flatrate-Bordellen hat der Verein gegen Sextourismus und Menschenhandel Solwodi scharfe Kritik an dieser Form der Prostitution geübt.

Solwodi-Chefin Lea Ackermann sagte der “Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Dienstagausgabe): “Das ist das absolut Entwürdigendste, was auf dem Markt ist.“ Die betroffenen Frauen würden wie Essen und Trinken vermarktet und konsumiert. “Das ist die letzte Bastion der Sklaverei in Europa.“

„Von Freiwilligkeit kann keine Rede sein“

Die Ordensfrau äußerte Zweifel an der Behauptung, dass Prostituierte freiwillig in “Flatrate-Bordellen“ arbeiteten. Die meisten Frauen stammten aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien und seien kaum in der Lage, ihren eigenen Lebensunterhalt und den ihrer Familien abzusichern. Daher könne von Freiwilligkeit keine Rede sein, sagte Ackermann. Viele Frauen seien wegen mangelnder Deutschkenntnisse nicht fähig, Verträge mit Bordellbetreibern zu lesen.

Zu den Anzeigen von Prostituierten-Vereinen in überregionalen Zeitungen, die sich gegen die Schließung der Einrichtungen richten, erklärte die Solwodi-Vorsitzende, vermutlich seien die Frauen nur vorgeschoben. Sie frage sich, woher die Vereine das Geld für die Anzeigen hätten. Am Sonntag hatten rund 700 Beamte “Flatrate-Bordelle“ in bundesweit vier Städten durchsucht und zwei Etablissements in Heidelberg und Fellbach geschlossen.

Solwodi - Solidarität mit Frauen in Not

Solwodi ist die Abkürzung von “Solidarity with Women in Distress“ (Solidarität mit Frauen in Not) und wurde 1985 von Ackermann in Kenia gegründet. Seit 1987 engagiert sich der Verein nach eigenen Angaben auch in Deutschland mit inzwischen zwölf Beratungsstellen und sieben Schutzwohnungen für ausländische Frauen und Mädchen.

ap

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